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Dirk Wagner 16.04.2004 14:56

Steuerbetrug bei eBay?
 
Hi Leute,

in der letzten Zeit ist es mir häufiger passiert, dass ich bei eBay (Neu-)ware erstanden habe (in der Regel per "Sofort-Kaufen") und dann die Ware ohne Rechnung, Quittung oder sonstigem Beleg erhalten habe - obwohl ich den Verkäufer im Vorfeld oder bei der Kauffabwicklung darauf hingewiesen habe, dass ich eine Rechnung benötige.

Die Krönung hatte ich aber heute.
Da bekam ein ein paar Akkus für meine Digitalkamera und es war tatsächlich etwas dabei, was entfernt wie eine Rechnung aussieht.
Doch dieses etwas war mit "Abrechnungs- und Versandübersicht" überschrieben und enthielt den Zusatz "Diese Abrechnungs- und Versandübersicht ist nur zur Information bestimmt. Sie entspricht nicht den handelsrechtlichen Vorschriften für Rechnungen...

Da der Verkäufer gleich 17 Exemplare des Akkus per "Sofort Kaufen" angeboten hat und innerhalb des letzten Monats über 1000 Bewertungen erhielt müsste man doch eigentlich davon ausgehen, dass es sich hier um ein gewerbliches Angebot handelt, auch wenn der Verkäufer sich nur xyz-Discount nennt und auch weder auf eBay (oder seiner eBay-Shop-Seite) oder der "Abrechnungs- und Versandübersicht" eine Firmenform (GbR, oHG, GmbH etc) oder seinen Namen angibt.

Kann man sojemanden beikommen?
Ciao

dirk

16.04.2004 15:04

Re: Steuerbetrug bei eBay?
 
eBay lockt zunehmend dubiose Gestalten und Geschäftemacher an. Vielleicht wäre manchmal ein Tip an das Finanzamt und/oder die Gewerbeaufsicht wirklich angezeigt...


Dirk Wagner 16.04.2004 15:05

Nachtrag
 
Erst beim Lesen der Bewertungen auf eBay bin ich auf die Idee gekommen, die Akkus mit der Beschreibung zu vergleichen:
Es wurde 1500mA Akkus angeboten (und so auch auf der "Abrechnungs- und Versandübersicht" ausgewiesen), geliefert wurden aber nur 1400mA Akkus.

Das ist immer noch mehr, als das Original von Canon (1100) und für den Preis von 8,49 Euro / Stück auch ok - aber etwas anderes zu liefern als die angebotenen Ware ist schon stark...

Ciao

dirk

Juergen 16.04.2004 15:44

Re: Nachtrag
 
diwa schrieb:


> Das ist immer noch mehr, als das Original von Canon (1100)
> und für den Preis von 8,49 Euro / Stück auch ok - aber etwas
> anderes zu liefern als die angebotenen Ware ist schon stark...

Da nicht die angebotene Ware geliefert wurde, kannst du entweder vom Vertrag zurücktreten oder einen Preisnachlass fordern (ich würd's mal mit 10% probieren). Falls der Verkäufer davon nichts wissen will ist kann ein Hinweis an ebay helfen.

Was die steuerliche Seite angeht: Hinweise nimmt jedes Finanzamt entgegen ;-) Es erleichtert die Sache aber wenn du das gleich an das FA seines Wohnortes schickst. Ach ja, auch anonyme Anzeigen werden stets gerne und mit gleichem Fleiss bearbeitet :-D. Um alles weitere kümmert sich dann der zuständige Sachbearbeiter oder ggf. seine Kollegen von der Steuerfahndung.

hrk 16.04.2004 16:43

Bewertungen bei eBay?
 
Wenn der Mensch über 1.000 Bewertungen bei ebay innerhalb eines Monats bekommen hat, wie sind die denn dann ausgefallen? Positiv?? :-/

Habe ich das richtig verstanden, daß er weder eine Rechnung schickt, noch seinen Namen oder Absender preisgibt?

Wie steht es denn mit einer Steuernummer? Seit 01.Jan.2004 muß definitiv seine Steuernummer auf der Rechnung stehen. Sonst kannst Du keine Vorsteuer geltend machen. Achso, stimmt ja, er schickt ja gar keine Rechnung. :-@

> Kann man sojemanden beikommen?
Naja, als erstes würde ich mit sojemandem überhaupt keine Geschäfte (mehr) machen. :-P

Der Tip, die Sache dem FA zu erzählen, ist sicherlich auch OK. Die werden die Sache bestimmt gerne näher betrachten.

> ... dass es sich hier um ein gewerbliches Angebot handelt ...
Das kann man so nicht sagen. Damit eine Tätigkleit als "gewerblich" eingestuft wird, bedarf es exakt zweier Voraussetzungen:
1. Die Tätigkeit muß nachhaltig sein.
- Daran braucht man bei über 1.000 Bewertungen innerhalb eines Monats wohl kaum zu zweifeln.
2. Es muß eine Gewinnerzielungs-Absicht vorliegen.
- Vielleicht betreibt der Mensch das ja als Hobby und verdient gar nichts dadran. Dann wäre das auch nicht gewerblich. :-#

Die Umsatzsteuer wiederum ist noch ein anderes Thema. Wenn er das nicht gewerblich macht, oder nur ganz, ganz wenig im Jahr an Umsatz macht (nicht in Stücken sondern in Euro), dann steht es ihm frei, wie er das handhaben will. Wenn er sich seine Vorsteuer nicht erstatten lassen will, dann braucht er auch keine MwSt zu berechnen.

Wie gesagt, alles Theorie, alles Spekulation. Wie´s genau aussieht, weiß ggf. das Finanzamt (oder etwa noch nicht?). 8-)



Nachricht bearbeitet (16.04.2004 22:48)

dirk (m6099) 16.04.2004 18:10

Re: Bewertungen bei eBay?
 
hrk schrieb:

> Wenn der Mensch über 1.000 Bewertungen bei ebay innerhalb
> eines Monats bekommen hat, wie sind die denn dann ausgefallen?
> Positiv?? :-/

bis auf SEHR wenige Ausnahmen: Ja


> Habe ich das richtig verstanden, daß er weder eine Rechnung
> schickt, noch seinen Namen oder Absender preisgibt?

Auf der "Rechnung" steht die Adresse der "xyz-Discount" in Dortmund - und auf seiner Shopseite in eBay eine Telefonnummer


> Wie steht es denn mit einer Steuernummer? Seit 01.Jan.2004
> muß definitiv seine Steuernummer auf der Rechnung stehen. Sonst
> kannst Du keine Vorsteuer geltend machen. Achso, stimmt ja, er
> schickt ja gar keine Rechnung. :-@

Genau - und da steht auch keine Steuernummer.
Die Vorsteuer kann ich auch so geltend machen - auch ohne Steuernummer.


> > ... dass es sich hier um ein gewerbliches Angebot handelt
> ...
> Das kann man so nicht sagen. Damit eine Tätigkleit als
> "gewerblich" eingestuft wird, bedarf es exakt zweier
> Vuraussetzungen:
> 1. Die Tätigkeit muß nachhaltig sein.
> - Daran braucht man bei über 1.000 Bewertungen innerhalb
> eines Monats wohl kaum zu zweifeln.
> 2. Es muß eine Gewinnerzielungs-Absicht vorliegen.
> - Vielleicht betreibt der Mensch das ja als Hobby und
> verdient gar nichts dadran. Dann wäre das auch nicht
> gewerblich. :-#

Klar!
Dass ich daran nicht gedacht habe ;)


> Die Umsatzsteuer wiederum ist noch ein anderes Thema. Wenn er
> das nicht gewerblich macht, oder nur ganz, ganz wenig im Jahr
> an Umsatz macht (nicht in Stücken sondern in Euro), dann steht
> es ihm frei, wie er das handhaben will. Wenn er sich seine
> Vorsteuer nicht erstatten lassen will, dann braucht er auch
> keine MwSt zu berechnen.

Wenn auch nur jeder der 1000 Kunden einen Akku für 8,49 gekauft hat, dann wären wir schon bei 8490 Euro - dann noch 4900 Euro an Porto - und schwubs bin ich bai 150000 Euro Umsatz im Jahr.
Kleingewerbe ist das nicht mehr => Er muss MwSt. berechnen!

Ciao

dirk

Klaus Goergens 16.04.2004 23:46

Re: Diebesgut ??
 
Hallo e-bay-Freunde
bei der seltsamen Rechnungsstellung , bzw nicht Erstellung, ist zu bedenken, es könnte sich auch um den Vertrieb gestohlener Ware handeln.
Dann droht bei einer Anzeige und Strafverfolgung auch die Konfizierung der "unrechtmäßig" erworbenen Ware.
Dubios ist die Angelegenheit in jedem Falle.
Gruß Klaus

hrk 16.04.2004 23:47

Vorsteuer
 
dirk (m6099) schrieb:

> ...
> > Habe ich das richtig verstanden, ...?
> Auf der "Rechnung" steht die Adresse der "xyz-Discount" in
> Dortmund - und auf seiner Shopseite in eBay eine Telefonnummer
Du meinst, nur dieser Phantasie-Name, kein persönlicher Name eines Inhabers, keine Gesellschaftsform, keine Straße, keine Hausnummer, keine PLZ, keine Handelsregisternummer?!?
>
>
> > ... Seit 01.Jan.2004 muß definitiv seine Steuernummer auf der Rechnung stehen.
> > Sonst kannst Du keine Vorsteuer geltend machen. Achso, stimmt ja,
> > er schickt ja gar keine Rechnung. :-@
>
> Genau - und da steht auch keine Steuernummer.
> Die Vorsteuer kann ich auch so geltend machen - auch ohne
> Steuernummer.
Falsch! Das hat sich seit diesem Jahr geändert. :-(
Außerdem, wenn er keine formal richtige Rechnung schickt, kannst Du weder Vorsteuer anziehen, noch überhaupt die Kosten geltend machen.
<http://home.t-online.de/home/wachter-verein/uststnr.htm>
>
>
> > > ... dass es sich hier um ein gewerbliches Angebot handelt ...
> > Damit eine Tätigkleit als "gewerblich" eingestuft wird, ...
> > ... Vielleicht ... als Hobby und ... nicht gewerblich. :-#
> Klar!
> Dass ich daran nicht gedacht habe ;)
>
>
> > Die Umsatzsteuer ...
> Wenn auch nur jedem der 1000 Kunden ...
> ... und schwubs bin ich bai 150000 Euro Umsatz im Jahr.
> Kleingewerbe ist das nicht mehr => Er muss MwSt. berechnen!
Aber - eh, ich meine - wenn er aber doch gar keinen Gewinn damit macht - ich meine, bei DEN Preisen?? ;-)


hrk 16.04.2004 23:58

Zeitgeist?!?
 
Wird dem Verbraucher nicht stets und ständig von Medien, Werbung und allen möglichen Leuten, die es ach so gut mit ihm meinen, eingehämmert:
"Kauft, was das Zeug hält, je billiger desto besser! Macht Euch keine Gedanken darum, warum das Zeug so billig ist. Kauft in gutem (blauäugigen) Glauben, daß schon alles seine Ordnung haben wird. Ihr seit ja so arm, und die Händler, die Euch so viel Geld abverlangen, sind ja so unseriös. Und wenn Ihr die Gelegenheit habt, irgendwas so richtig billig zu kriegen, dann schlagt zu."
Ist das nicht so? Oder sehe ich das durch meine komische Kaufmannsbrille? :-/


Dirk Wagner 17.04.2004 10:14

Billig vs. Preiswert
 
Ja, da hast Du recht.
Aber mal im Ernst. Wenn der Original-Akku 50 Euro kostet und die Kopie 10, was würdest Du kaufen?

Ich habe damals zur D30 2 Original und 2 Nachbau Akkus erworben (die Nachbauten waren damals noch nicht so billig wie heute).
Beide, Original und Kopie waren nach ca. 2 Jahren am Ende.
Es macht also keinen Unterschied, welchen Akku ich nutze.
Also kaufe ich doch den, der nur ein Fünftel kostet...

Ciao

dirk


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