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Virtueller Videorekorder

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Die Idee ist eigentlich ganz simpel. Anstatt sich zuhause einen eigenen Videorekorder hinzustellen, nutzt man den Aufzeichnungsdienst eines darauf spezialisierten Anbieters im Internet. Onlinetvrecorder.com ist ein solcher und dazu ist das Angebot - zumindest zur Zeit noch - kostenlos.

Ein eigener Videorekorder kostet nicht nur Geld in der Anschaffung, er nimmt auch Platz weg und verbraucht Strom. Aber der größte Nachteil ist wohl - zumindest hin und wieder -, dass man immer nur eine Sendung zur gleichen Zeit aufnehmen kann. Diese Probleme hat man mit Onlinetvrecorder.com (OTR) nicht. Zur Zeit stehen über 40 Sender aus dem deutschsprachigen Raum zur Verfügung. Die Zahl der Aufnahmen, die man gleichzeitig tätigen kann, ist nicht begrenzt. Allerdings gibt es Beschränkungen was den Download fertiger Aufnahmen angeht. Der Dienst ist zwar weitgehend kostenlos (weil werbefinanziert), aber da Bandbreite und übertragenes Datenvolumen für den Anbieter nicht kostenlos sind, kann man direkt vom Server des Anbieters maximal 18 GByte pro Monat herunterladen. Es gibt aber die Möglichkeit Dateien von sogenannten Mirror-Servern zu laden. Derartige Downloads werden dann nicht auf das freie Kontingent angerechnet.

So geht's Die Nutzung des Online-Videorekorders ist denkbar einfach. Zunächst muss man einen neuen Account anlegen. Hierfür benötigt man eine gültige Mailadresse. Hat man dies erledigt, kann man mit dem Programmieren von Aufnahmen beginnen. Um eine Sendung auszuwählen gibt es mehrere Möglichkeiten. Neben einer brauchbaren Suchfunktion gibt es auch einen "Electronic Program Guide" (EPG) - eine Art elektronischer Fernsehzeitung. Ruft man den EPG auf, so erhält man eine Übersicht der Sendungen des Tages von drei Sendern.

Der Electronic Program Guide von Onlinetvrecorder

Im Auswahlmenü oben auf der Seite kann man zu den anderen Sendern wechseln. Hat man die gewünschte Sendung gefunden, so genügt ein Klick um die Aufnahme zu programmieren.

Programmieren einer Aufnahme

Wie bei einem herkömmlichen Videorekorder, so muss man auch hier die Aufnahme vor Sendebeginn programmieren. Hat man eine Aufnahme verpasst gibt es aber noch die Möglichkeit sich bei Freunden umzuschauen, ob diese eventuell die Sendung aufgenommen haben und einem zur Verfügung stellen. Laut OTR ist diese Vorgehensweise vom deutschen Urheberrecht im Rahmen des "Rechts auf Privatkopie" gedeckt.

Nachdem die Aufnahme abgeschlossen ist, muss man diese vom OTR-Server herunterladen und dekodieren. Je nach Tageszeit und verwendetem Server sind die Datenraten recht beachtlich. Die 6 MBit/s eines DSL-Anschlusses wurden jedenfalls schon des Öfteren ausgereizt. Gerade zu den Spitzenzeiten (vor allem Nachmittags und Abends) kann es allerdings vorkommen, dass man zunächst einmal in einer Warteschlange landet und es eine Weile dauert, bis der Download startet. Wer dies umgehen möchte kann sich sogenannte "Download-Slots" kaufen. Diese kosten 0,25 € (für eine Aufnahme) und ermöglichen den sofortigen Download mit maximaler Geschwindigkeit.

Die heruntergeladene Datei ist zunächst noch verschlüsselt. So stellt OTR sicher, dass nur derjenige die Aufnahme verwenden kann, der sie auch in Auftrag gegeben hat. Um sich die Sendung anzuschauen muss man die Datei mit einem speziellen Programm, das man sich von der OTR-Seite herunterladen kann, entschlüsseln. Dieser Vorgang dauert in der Regel nur wenige Minuten. Anschließend hat man eine Video-Datei im DivX-Format, die man direkt am PC anschauen kann. Natürlich ist es auch möglich die Aufnahme auf DVD oder CD-ROM zu brennen und über einen DVD-Player am Fernseher anzuschauen.

Das Programm zum Entschlüsseln der Aufnahmen

Die Qualität der Aufnahmen ist in der Regel besser als die eines herkömmlichen VHS-Videorecorders. Da die Sendungen nicht immer pünktlich anfangen oder enden, nimmt OTR bereits drei Minuten vor Beginn einer Sendung auf und beendet die Aufnahme erst fünf Minuten nach derem offiziellen Ende. Wenn es also nicht zu starken Verschiebungen im Programm kommt, erhält man immer eine vollständige Aufnahme.

Fazit Nachdem der Videorekorder bei mir vor einiger Zeit kaputt ging, war der OTR zunächst nur als Notbehelf gedacht. Mittlerweile habe ich mich an diese Art der Videoaufzeichnung jedoch so gewöhnt, dass ich einen Neukauf abgehakt habe. Seit einem guten halben Jahr ersetzt darüber hinaus ein Linux-PC den Fernseher und damit erweist sich auch das "computerfreundliche" Format der Video-Dateien nicht mehr als Minuspunkt. Wer dagegen auch weiterhin einen normalen Fernseher benutzt und die Aufnahmen zunächst auf eine DVD oder CD-ROM brennen muss, wird den OTR vielleicht eher als "Zweitgerät" benutzen, das nur dann zum Einsatz kommt, wenn man mal eine zweite Sendung parallel aufzeichnen möchte.

--- Verfügbare Sender: 3sat, 9live, ARD, ARD Eins, ARD EinsFestival, ARD EinsPlus, ARTE, Bayern3, BRalpha, Comedy Central, CNN, DAS4, DMAX, DSF, Euronews, Eurosport, GIGA, Kabel 1, KiKa, MDR, MTV, N24, NDR, Nickelodeon, ntv, Phoenix, Pro7, RBB, RTL, RTL2, Sat1, SRTL, SW3, Tele5, Terra Nova, Viva, Vox, WDR, ZDF, ZDF Doku, ZDF Theaterkanal.