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Cebit 2010 : ein (subjektiv gefärbter) Rückblick

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Vorbemerkung

Wie in den meisten Jahren vorher konnte ich auch dieses Mal nur einen Tag für die Cebit "abzwacken". Also ging es morgens hin und abends zurück - alles über den frei downloadbaren Messeplan für meinen Palm gut vorbereitet. Im Vergleich zu früheren Zeiten waren der "nur eine Tag" diesmal keine so große Einschränkung, denn die Cebit war wieder kleiner geworden. Die beiden Grafiken von der Cebit-Homepage zeigen dies: links der Stand von 2009, rechts der von 2010.

 

 

 

 

 

 

 

Besuche

Auf meinem Plan standen einige Hallen (zum Beispiel die der Mainboard-Hersteller und die Taiwan-/Hongkong-/Asien-Stände) aber auch einige konkrete Produkte. Und "Open Source" war mit einem Stand in Halle 2 angekündigt - dort wollte ich auf jeden Fall vorbeischauen, weil auch die AUGE-Userkonferenz 2010 zu diesem Thema ja noch anstand.
Leider ist die Anzahl der kleineren Asien-Stände, auf denen bisher immer sehr innovative Produkte zu sehen waren, stark geschrumpft - was vielleicht auch mit den unterdessen regelmäßig zu Cebit-Beginn durchgeführten Razzien auf Plagiate zu tun haben könnte. Wie aber weiter unten zu sehen ist, gab es doch die eine oder andere interessante Sache dort zu sehen.

Touchscreens waren häufig auf der Cebit zu sehen. Besonders sind sie im Allgemeinen nun Multitouch-fähig. Das heißt, dass man mindestens mit zwei Fingern darauf arbeitet und so zum Beispiel Bilder nicht nur verschieben, sondern auch vergrößern oder drehen kann. Das Bild rechts zeigt ein riesiges Exemplar dieser Sorte mit einer Standard-Demo-Anwendung, und unter diesem Link sehen Sie ein kleines Video (ca. 14 MB), welches den Umgang mit einem solchen Schirm zeigt.

3D-Drucken haben ja schon alle Besucher auf der User-Konferenz 2009 in Frankfurt live sehen können - der dort vorgestellte "Drucker" spritzte Kunststofffäden übereinander. Auf der Cebit war ein Exemplar zu sehen, welches mit Metall-spritzguss arbeitete. Wie bei einem Tintenstrahler fuhr ein Kopf hin und her und hinterließ jedesmal eine neue Schicht Metall. Das Bild links zeigt eine Vitrine, gefüllt mit "selbstgedruckten" Exponaten, zum Teil sogar farbig.

Auch auf dem Gebiet des Erfassens, also quasi des "3D-Scannens" gab es Fortschritte: Mit dem hier abgebildeten "Handscanner" scannt man mehrere Ansichten des mit reflektierenden Punkten beklebten Objekts - die Software setzt dies dann richtig zusammen und erstellt ein "Draht-Modell" mit den richtigen Eckpunkten in 3D-Koordinaten als Basis für den Druck.

Der Open-Source-Bereich in Halle 2 war eher eine Enttäuschung. Beklebt mit vielen Plakaten bekannter Namen hatte er kaum eine Standbesetzung und bot keine Überraschungen. Das zur Verfügung stehende Prospektmaterial bot mir keine Informationen, die ich nicht schon vorher in den einschlägigen Fachzeitschriften erhalten hätte.
Schade - ich hatte mir von dem Besuch dieses Standes Material und/oder Ideen für einen Programmpunkt auf der damals noch in Planung befindlichen User-Konferenz 2010 mit dem Titel "Open Source - die Alternative?" erhofft!

In einer der überwiegend von asiatischen Anbietern besetzten Hallen fand ich dann schließlich ein - zumindest mir - bisher unbekanntes Gerät: einen elektronischen Innenspiegel für das Auto von heute (oder morgen?). Wie das nebenstehende Bild zeigt, kann dieser als Anzeige für eine Menge von Kameras und Sensoren dienen, die an den verschiedensten Stellen des Autos befestigt sind.

So fungiert er dann als normaler Spiegel, als Bildgeber für eine Kamera im Dach oder hinten in Stoßstangehöhe zur Einparkhilfe, kann GPS-Daten einblenden oder eben verschiedene Blickwinkel darstellen. Wenn ich mir vorstelle, ein solches Gerät im Auto zu haben, muss man dies schon ganz schön souverän bedienen können, um nicht im Falle von Hektik oder einem sonstigen Durcheinander plötzlich den Himmel zu betrachten anstelle der Mauer, auf die man gerade beim Einparken zufährt!

Mainboards interessieren mich immer maßlos. Fast alle Hersteller präsentieren ihre Boards hier in einer Halle - das Prospektmaterial ist "übersichtlicher" geworden: nicht mehr einen eigenen Prospekt für jedes Board, eher ein kleiner Katalog für den Gesamtüberblick. Im Heimbereich geht es ja zur Zeit nur noch um Intel oder AMD - während letztere gerade im Aufwind sind, sah das zur Cebit noch anders aus: Die "Power"-Systeme basierten auf Intel. Es fiel auf, dass die Hersteller viel hochwertige Komponenten verbauen und auch explizit darauf hinweisen. Das Elko-Drama vom Jahrtausendwechsel soll nicht wieder geschehen.

So war dann auf den Boards viel Kupfer verbaut, die Elkos deutlich sichtbar. Intel-Boards konnten schnellere CPUs beherbergen und je nach Modell viel RAM ansprechen. Die AMD-Boards aber hatten schon USB 3.0 zu bieten und gingen gerade in Richtig S-ATA III, was ja S-ATA6 (wegen 6 GB/s) heißen soll.

Quad-SLI für viele Grafikkarten wurde für beide CPU-Typen gezeigt. Beim RAM deutete sich erstaunlicherweise an, dass es durchaus möglich sein könnte, dass es bald mehrere Typen von DDR3-RAM geben wird.

Neu war eine ganze Halle mit dem Titel Cebit & Sound, hier wurden (digitale) Musikinstrumente und Veranstaltungstechnik gezeigt. Permanente Live-Auftritte verschiedener Bands mit den entsprechenden Technikern an den diversen Light- und Sound-Mixern konnte man ebenso sehen wie eine Menge elektronischer Instrumente und die entsprechenden Musiker, die sie ausprobierten.

Über die Vielfalt der Instrumente war ich wirklich überrascht - nicht nur die erwarteten Gitarren, Keyboards und Drums sondern auch viele Blas- und Streichinstrumente waren zu sehen.
Die digitale Unterstützung der Leute am Mixer war auch beeindruckend. Die Technik kann tatsächlich einige Jobs selbstständig übernehmen - was zwar sicher nicht immer wünschenswert ist, aber in einigen Situationen dann doch von Vorteil sein kann!

Was passiert im modernen Wohnzimmer mit Multimedia-Heimelektronik? Nachdem Musik und TV nun digital sind, könnte ja die PC-Technik hier Einzug halten. Aber wer will schon einen PC im Wohnzimmer stehen haben? Nicht viele und erst recht bestimmt nicht alle! Und die Anforderungen an einen Wohnzimmer-PC liegen sicher in dem Bereich "klein, leise, vielfältig".

Die beiden hier dargestellten Asrock-Geräte arbeiten mit einem stromsparenden und damit leisen Atom-Prozessor, haben ein Blue-Ray-Laufwerk eingebaut und können über eine Steckkarte oder per USB-Adapter TV-tauglich gemacht werden. Sie geben bis zu analogem 7.1-Sound oder das Signal per HDMI aus - "Full-HD" können sie selbstverständlich ansteuern. Mit ihren Platten können sie fast beliebig viele Video und Sound-Dateien speichern und selbstverständlich können sie ins Internet. Alles ist per Fernbedienung und Menü von der Couch aus steuerbar, wenn man das will. Nett!

Auch in der Rubrik Gadgets und Zubehör gab es wieder einiges zu sehen.  Die nebenstehende, mit Strass-Steinchen auf Leder beklebte Maus "beeindruckte" mich besonders. Die Kameras der Reihe "muvi" auf dem rechten Bild gab es in vielen verschiedenen Größen und sie liefern zum Teil bis zu Full-HD-Videos.

Und dann war da noch das hier: dieses ca. 18 MB große Video zeigt erstaunliche Wasserspiele der Anlage auf dem Bild hier unten - frei nach dem Motto "wat et nett allet jibt"!

 

 

 

Mein letzter Besuch galt dann dem "neuen Personalausweis" - aber darüber wird es einen eigenen Artikel geben.