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Digitale Spiegelreflexkameras Teil 1 - Historie und Prinzipien

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Gegen Ende des analogen Zeitalters bei Spiegelreflexkameras nutzten "engagierte Fotoamateure" im Wesentlichen nur drei Firmen, die mit ihren "inkompatiblen" Systemen den Markt unter sich aufteilten: Canon, Nikon und Minolta. (Natürlich gab es noch das Pentax-K-Bajonett - als Nachfolger des sehr verbreiteten Schraubgewindes M42 positioniert). Ab etwa Ende der 80er-Jahre hatten sich dann auch die "teilweise neuen" Bajonettstandards etabliert, und man konnte in eine sichere kompatible Zukunft schauen.

Der Einstieg ins Digitale
Dann kamen die digitalen Spiegelreflexkameras (DSLR = Digital Single Lens Reflex-Camera), und sie bauten erfreulicherweise auf den eigentlich durch die Entwicklung von Autofocusobjektiven geschaffenen Bajonettstandards auf. Canon und Nikon bauen weiter DSLRs, Minolta hat Anfang 2006 das Geschäft mit Kameras aufgegeben und sein Know-How an Sony verkauft, die tatsächlich weiter Kameras kompatibel zum Minolta-A-Bajonett bauen. Nikon verwendet heute noch sein F-Bajonett aus 1959, was 1983 eine AF-Erweiterung (Autofocus) erfuhr. Alte F-Bajonett-Objektive sind – allerdings mit einer Reihe Einschränkungen – also auch heute noch nutzbar. Minolta entwickelte sein AF-System (mit dem A-Bajonett) bis ca. 1985. Canon stieg von dem FD-Bajonett ca. 1987 auf das EF-Bajonett um – dies war ein sehr großer und damals viel diskutierter Schritt. Er hat sich aber meines Erachtens ausgezahlt, da dieses Bajonett konsequent sowohl auf Autofocus-Fähigkeiten hin wie auch auf die elektrische Übertragung aller möglichen Signale (wie Blendenwerte etc.) entwickelt wurde (während Nikon zum Beispiel nur eine "elektrische Erweiterung" vornahm).
Eine neue Gruppe ist hinzugekommen, die den "Four-Thirds-Standard" unterstützt, der 2002 von Olympus und Kodak formuliert wurde und unterdessen auch von Fuji, Panasonic, Leica, Sanyo und Sigma unterstützt wird. Und schließlich lebt das Pentax-K-Bajonett mit einigen Modifikationen heutzutage auch noch – wenn auch, durch die großzügige Lizenzierungspolitik bedingt, oft Fremdhersteller den Kompatibilitätsbereich verlassen haben.
Ach ja: den Übergang ins digitale Spiegelreflex-Zeitalter schaffte Canon 1995, Nikon und Minolta 1999 (und Pentax 2003).

Meine Konsequenzen
Also, (so dachte ich zumindest vor ca. 10 Jahren, als wieder mal die Anschaffung einer neuen Spiegelreflexkamera anstand) warten wir noch ein bisschen mit der Anschaffung einer digitalen Spiegelreflexkamera, denn der Preisunterschied ist noch immens groß. Ich kaufte mir eine analoge Spiegelreflex und war mir sicher, dass ich die Objektive ja auch später für ein dann zu erwerbendes digitales Modell würde nützen können. Für die Digitalfotografie beschaffte ich mir – als Canon-Fan – eine IXUS, von der ich in der Zwischenzeit unterschiedliche Varianten mit Sensoren von 2, 3 und 5 Megapixeln besaß. Von dieser "Kompakten" war ich eigentlich recht angetan, bis die fotografischen Situationen "schwieriger" wurden. "Schwierig" wollen wir mal über die Attribute "recht dunkel", "innenarchitektonisch komplex", "Blitzen in einen dunklen Raum" und ähnliches konkretisieren.

Zurück zum analogen Film in solchen Fällen oder die Gelegenheit beim Schopfe packen und alte Pläne umsetzen? Ich entschied mich für das letztere und erstand eine digitale Spiegelreflexkamera: die EOS 400D von Canon zusammen mit einem 18-55mm-Zoomobjektiv.

Die DSLRs
Heutzutage gibt es drei bis vier grundsätzlich unterschiedliche Gruppen von digitalen Spiegelreflexkameras, die sich über die Sensorgröße unterscheiden. Es hat hier zwar keine Normung stattgefunden, aber der Markt "hat es so gerichtet". Die meisten professionellen Geräte arbeiten mit dem "Vollformat", also einer Sensorgröße im Kleinbildformat von 24x36 mm. Die Diagonale eines solchen Feldes beträgt 43,3 mm – es liegt darin begründet, dass ein "Standardobjektiv" im Kleinbildbereich eine Brennweite von 50 mm hat, dies wird als "normales Sichtfeld" empfunden. Kameras mit einem solchen Sensor verhalten sich bei Wechselobjektiven genauso wie ihre analogen Schwestern.

Aktuelle Vertreter dieser Art sindz um Beispiel: Canon: Canon EOS 1Ds Mark III, EOS 5D; Nikon: D3; Sony: geplant für 2007/08.

Und die anderen? Es haben sich 2 Gruppen von Sensorgrößen etabliert, deren Bezeichnungen durch einige Firmen fälschlich eine Verwandtschaft zu einem analogen Filmformat nahezulegen scheinen:
ca. 23x15mm oder 22,4x13,8 mm bei Nikon-DX, bei vielen anderen APS-C-Formnat genannt; und ca. 28,7x19mm, oft APS-H genannt.

Was bedeutet das für die Praxis?
Nun, beim APS-C-Format beträgt die Bilddiagonale 26,8mm, bei APS-H 34,4mm. Setzt man das zu den "üblichen" 43,3mm in Beziehung, ergibt sich für das APS-C-Format ein Faktor von 1,6 und bei APS-H einer in Höhe von 1,3. (Dieses Verhältnis und seine Wirkung bezeichnen viele auch als "Crop".) In der Praxis bedeutet dies, dass man – um den gleichen Bildwinkel zu erreichen – die tatsächlich Brennweite eines Objektivs mit eben diesem Faktor malnehmen muss, um seine Wirkung mit der bei einer Kleinbildkamera zu vergleichen. Also: das 17-55mm-Zoom-Objektiv von meiner Canon, die einen "APS-C-Format-Sensorchip" hat, lässt sich mit einem 17x1,6 - 55x16-, also 27-88mm-Zoomobjektiv an einer "normalen" Kleinbildkamera vergleichen. Und das 28-90mm-Objektiv meiner analogen EOS wirkt an der digitalen wie ein 45 – 104mm-Zoom.

Kameras mit dem DX-/APS-C-Format (Crop 1,5 oder 1,6) sind: Canon: EOS400D, EOS40D; Nikon: D300, D80, D40(X); Sony: Alpha 100 (Nachfolger der Minolta Dynax 5D)

Eine Beispielkamera zum letzten Format, "APS-H" (Crop 1,3): Canon: EOS 1D Mark III

Alle diese Kameras arbeiten grundsätzlich problemlos mit den "alten" – für analoge Kameras gebauten – Objektiven ihrer Hersteller zusammen – aber oft halt über eine Brennweitenverlängerung, die sie oft zu Tele-Objektiven macht. Four/Thirds hat übrigens einen Faktor von 2 aufzuweisen bei einer Sensordiagonale von 21,3 mm.

Am weitesten verbreitet (wenn man mal vom professionellen Bereich absieht) sind momentan Kameras mit dem Faktor 1,6. Dies hat bei einigen Objektivherstellern dazu geführt, dass sie eigene Objektivreihen für diese Klasse anbieten. Canon hat sogar konsequenterweise das Bajonett modifiziert (das neue heißt EF-S), so dass EF-Objektive auch an APS-C-Format-Kameras eingesetzt werden können, die EF-S-Objektive sich aber nicht an einer Vollformatkamera betreiben lassen. Andere Objektivhersteller wie Sigma oder Tamron lassen diese Änderung nur über eine andere Bezeichnung der Modelle sichtbar werden. Montiert man ein solches Objektiv an eine Vollformat-Kamera, zeigt sich bei der Aufnahme ein heller Kreis mit dunklen Rändern – eine Folge davon, dass der wirksame Bereich der Optik eben nicht den ganzen Sensorbereich umfasst.

Im Prinzip können Objektive für das APS-C-Format günstiger hergestellt werden, da die Linsendurchmeser kleiner sind. (Es gibt aber genügend andere Faktoren, so dass sich die Preissenkung nicht komplett durchsetzt.)

Zum Teil 2

Empfehlenswerte Links:
four-thirds.org (englisch)
Canon (deutsch)
Nikon (deutsch)
Sony (deutsch)