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Größe ist nicht alles

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Leistung ist der Quotient aus verrichteter Arbeit und der dazu benötigten Zeit.
So steht es in der Definition für die physikalische Größe der "Leistung". Wenn ein System also viel Arbeit in kurzer Zeit verrichtet, ist es leistungsstark.
Was bedeutet das übertragen auf ein Notebook (oder generell auf einen Computer)?
Viele Rechenoperationen in kurzer Zeit.
Doch viel Arbeit bedeutet auch, dass viel Energie umgewandelt werden muss. Also z.B. beim Betrieb des Rechners viel Wärme entsteht.
Diese Energie muss dem Gerät aber erst mal zugeführt werden. Beim Notebook muss z.B. der Akku geladen werden, damit er danach das Gerät unabhängig von Stromnetz mit Energie versorgen kann.

Wie ich darauf jetzt komme: Ich habe hier ein älteres Netbook mit Atom-Prozessor und 10"-Bildschirm. Also einen Vertreter der Geräteklasse, die vor knapp zehn Jahren auf den Markt kamen und die heute fast komplett durch die Tablet-PC (mit und ohne Tastatur) ersetzt sind.
Wollte man vor zehn Jahren z.B. einen leichten Rechner, den man mit in den Urlaub nehmen konnte um dort z.B. Urlaubsbilder zwischenzuspeichern, so kam man an einem Netbook nicht vorbei.
Ausgestattet mit wenig RAM und einer vergleichsweise kleinen Festplatte (beides um Microsofts Vorgaben für den Einsatz eines speziellen Windows XP zu erfüllen), eigneten sie sich nicht wirklich für höhere Aufgaben - aber als Musik-Zuspieler oder zum Betrachten von Videos reichte es dann doch.

Als ich in den Besitz dieses Netbooks kam, stellte ich mir die Frage, was man damit heute noch anfangen könnte. Bedarf hatte ich eigentlich keinen für ein weiteres Notebook. Ein potentieller Käufer fragte mich nach dem Zustand des Akkus und so wurde ich neugierig.

Das mir hier vorliegende Gerät vom Typ "LG X130" verfügt über einen vergleichsweise großen Akku - sowohl, was die Ausmaße angeht (der Akku dient auch als Ständer, der das Netbook in eine etwas bessere Schreibposition bringt) als auch von der Kapazität her. Er ist mit 7500mAh angegeben.
Das ist überraschenderweise mehr als der Akku des Elitebook 8560W aufweist, über das ich in einem früheren Artikel berichtet habe. Der Akku des HP Notebooks (das als mobile Workstation vermarktet wird) weist nur eine Kapazität von 5600mAh auf.

Das Netbook sollte somit bei gleicher Tätigkeit länger laufen als das deutlich teurere High-End Notebook.
Um das zu testen, lade ich die Akkus beider Geräte voll auf und trenne sie dann vom Netz.
Die Aufgabe für beide ist identisch: Von meinem NAS via Plex Media-Server MP3s abspielen. Der Zwerg von LG muss für diese Aktion im Schnitt 30% seiner möglichen Prozessorleistung einsetzen. Dafür benötigt er aber recht wenig Energie.
Der Entladestrom (bei aktivem Display) wird mit ca. 1A angezeigt; bei knapp 12V Spannung ist das eine Leistung von 12W.

Nach 3h Laufzeit wird die Akkukapazität mit immer noch 55% angegeben. Und tatsächlich ist erst nach über 6h Schluss. Das wiederum passt zur an gegebenen Kapazität von 7500mAh=80Wh (bei 10,8V).
Angesichts auch des Alters des Netbooks und seines Akkus ein sehr guter Wert.

Das Elitebook kann da leider nicht ganz mithalten... Zwar fordert das Abspielen der MP3 den i7 deutlich weniger - es werden um die 10% Prozessorleistung angezeigt - doch wird dafür mehr Leistung benötigt. Der Entladestrom liegt bei ca. 1,5A. Da Systemspannung mit 16V auch höher liegt als beim LG ergibt sich eine benötigte Leistung von 24W.
Also doppelt so viel wie beim Netbook. Da nun auch der Akku kleiner ist, fährt sich der HP nach nur gut zweieinhalb Stunden in den Schlafmodus. Dabei mag auch eine Rolle spielen, dass der Akku in seinem bisherigen Leben deutlich mehr gefordert wurde.

Es zeigt aber, dass ein kleines, leistungsschwaches Gerät, das mit der zur Verfügung stehenden Energie gut haushaltet durchaus auch heute noch eine Berechtigung hat. Nun würde auf solch ein Gerät niemand ein aktuelles Windows installieren - aber mit einer passenden Linux-Distribution und einem passenden Zuspieler kann es z.B. als Multimedia-Ergänzung zur heimischen Stereo-Anlage dienen.