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Das WeTab - erste Erfahrungen

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Vorbemerkung

Das WeTab war wohl eines der am meisten erwarteten Produkte im letzten Quartal 2010. Lange angepriesen, erschien es dann am 1. Oktober in einer vielen als noch nicht ausgereift erscheinenden Version. Nach dem es in der Münchener Regionalgruppe in einer Vorab-Version schon am 13.9.2010 vorgeführt wurde, stellte uns die Firma 4tiitoo nun ein Gerät für etwa 3 Wochen zum Testen zur Verfügung - frisch mit dem letzten Betriebssystem-Update 2.1 versehen. Am 18.12.2010 führten wir es zusammen mit anderen Geräten in der Frankfurter Regionalgruppe vor - hier nun ein erster Bericht. Grundlage ist einmal ein etwa 3-tägiger Test durch mich (Peter Poloczek) - denn kurz vor und an Weihnachten hat man ja durchaus auch noch etwas anderes zu tun, als sich mit dem WeTab zu beschäftigen. Danach befasste sich noch Jürgen Thau ein paar Tage mit dem Gerät - seine Anmerkungen habe ich mit dem einführenden Kürzel JT und in kursiver Schrift in diesen Artikel eingebaut

Hier nun erstmal ein Überblick bezüglich der Grundausstattung:

Technische Daten und Standard-Softwareausstattung

Display
11,6“ Widescreen Multitouch Display mit 1366 x 768 Pixeln Auflösung
Prozessor
1,66 GHz Intel® Atom™ N450 Pineview
Betriebs-system
WeTab OS, basierend auf MeeGo Technologie: Schnelle Startzeit, Multitasking und Unterstützung von Adobe Flash
Arbeits-speicher
1 GB Speicher, 16 bzw. 32 GB Erweiterung möglich mit SDHC Karten bis zu 32 GB
Ein- und Ausgänge
2 x USB, SD Kartenleser, 3.5-mm Stereo Audioaus- und -eingang, SIM Card Slot, mini HDMI, Dock Connector, Stereolautsprecher, internes Mikrofon
Verbin-dungen
Bluetooth 2.1 + EDR, WLAN (802.11 b/g/n), optional 3G (UMTS/HSDPA bis 7,6 MBit) und GPS
Webcam
Ja (1,3 Megapixel)
Sensoren
Beschleunigungssensor, Umgebungslichtensor
Batterie
Lithium-Polymer Batterie mit bis zu 6 Stunden Laufzeit
Multitasking
Ja inkl. Live-Infos auf Homescreen
Applika-tionen
WeTab Market integriert verschiedene Stores, Support für Linux, Java, Adobe AIR®, Adobe Flash® und Android Apps

Vorinstallierte Software ("Apps"): 

WeTab Market, Webbrowser, Dateibrowser, Email, Kalender, Adressbuch, eBook-Reader, Mediengalerie, Videoplayer, Musikplayer, Webcam, BING-Maps, Open Office: Text, Tabellen und Präsentation; Nachrichten, Wetterinfo, ein Spielepaket.

Kompatibilität und weitere Fakten: 

Unterstützte Audio-Formate
MP3, WMA, AAC, WAV, OGG
Unterstützte Video-Formate
H.264, AVI, MP4, DivX, WMV, OGG
Unterstützte eBook-Formate
ePub, PDF, TXT, Mobipocket
Gehäuse
Magnesium-Aluminium
Abmessungen
294 ×194 × 14mm
Gewicht
995 g bzw. 1020 g (WeTab 3G)
Lieferumfang
WeTab, Netzteil, Schutzhülle, Reinigungstuch, Kurzanleitung

Der eingebaute multitouchfähige Webbrowser unterstützt laut Herstellerangabe HTML5, Java und Adobe Flash. Das Gerät besitzt einen Standard-SIM-Slot und ist ohne SIM-Lock mit jedem Vertrag nutzbar. Eine externe Tastatur ist über USB oder Bluetooth anschließbar.

Eindrücke

Auf den ersten Blick sieht das WeTab ganz edel aus - schön schwarz und in einer praktischen Schutzhülle verstaut. In der Packung findet man dann noch außer diesen beiden Gegenständen: ein Netzteil, zwei (WeTab)-Aufkleber, eine Mini-Anleitung sowie ein kleines Mikrofasertuch - das war's.
Einschalten lässt sich das Gerät über einen kleinen Knopf auf der Rückseite - dann bootet es. Kern des verwendeten MeeGo-Betriebssystems ist ein Linux-Derivat. Eine kleine LED zeigt die Betriebsbereitschaft an. Da ich es etwas länger benutzen wollte, schloss ich es gleich an das mitgelieferte Netzteil an - trotzdem erzählte mit die "Info-App" "Batteriebetrieb". Netzteil defekt? Nöö - das Notebook-typische Netzteil hat einen kleinen Einschalter, den ich glatt übersehen hatte. Gute Idee!
JT: Die Batterielaufzeit ist recht ordentlich. Nach dem vollständigen Aufladen der Akkus konnte ich vier Stunden (mit einigen Unterbrechungen, in denen das WeTab nach einiger Zeit das Display dunkel schaltete) arbeiten, bevor die erste Warnung kam, dass der Batteriestand niedrig sei (20%). Gut 20 Minuten später kam dann die nächste Warnung (7%) und es wurde Zeit für eine Testpause für mich und eine Ladepause für das WeTab.
 

Das Bild zeigt das eingeschaltete WeTab - extra unterbelichtet, damit man den Displayinhalt erkennen kann. Daran angeschlossen ist ein externer UB-LG-DVD-Brenner.

Die Oberfläche zeigt uns auf dem berührungsempfindlichen Display (multitouch-fähig) die kachelartig angeordneten "Apps" sowie links und rechts davon Steuerleisten. Die rechte zeigt etwa in der Mitte eine Gesamtdarstellung der Benutzeroberfläche, über die man den sichtbaren Bereich per "Daumen-Rutschen" auswählt. Sie ist etwa 4 Bildschirme hoch. Weitere Knöpfe auf dieser Seite dienen zur Information, zur Anpassung der Oberfläche, um ins Internet zu gehen, die Tastatur einzublenden und anderes mehr. Die Steuerleiste auf der linken Seite hat bei der Benutzung des Standardbrowsers eine ähnliche Funktion. JT: Was mir unangenehm auffällt, ist der sensible Rand des WeTab. Auch wenn die Daumen auf dem schwarzen Rand liegen, so reagiert das Display schon, wenn man zu nahe an den Rand kommt und den Daumen bewegt. Das ist nicht nur lästig beim Lesen oder Surfen, es stört teilweise auch bei der Texteingabe.
Nach einiger Benutzungszeit schaltet sich hörbar ein Lüfter ein - das Geräusch ist deutlich, aber nicht übermäßig stark. In abgespielter Musik oder ähnlichem geht es unter.
JT: Der Sound ist recht gut. Zumindest wenn man ein Headset benutzt. Die eingebauten Lautsprecher sind nicht wirklich eine Freude. Insgesamt gefällt mir der Sound  von allen bisher getesteten Geräten am besten.

Apps

Nun, wie kommt man an diese? Es gibt den WeTab-Store, dort findet man einige, nach Produktgruppen sortiert und immerhin sind alle kostenlos. Allerdings verbergen sich oft lediglich Links hinter diesen Apps! Man kann sie installieren, sie bekommen dann eine eigene "Schaltfläche" auf der Oberfläche, aber die Amazon-App zum Beispiel ruft dann schlichtweg amazon.de im WeTab-eigenen Browser auf. Da ich das Gerät ja kurz vor Weihnachten zur Verfügung hatte, rief ich dann mal schnell "wunschgalerie.com" auf, um einen darauf abgelegten "Wunschzettel" zu überprüfen. Leider stürzte diese Seite beim zweiten Klick mit einem "javascript-Error" bei einem Pop-up-Fenster ab. Und amazon.de selbst zeigte ein ähnliches Verhalten beim Übergang in die Detailansicht eines Artikels. Als nächstes installierte ich dann über den App-Store Googles Browser Chrome, der alles fehlerfrei anzeigen konnte. Allerdings ist die Oberfläche hier nicht für das Multitouch optimiert. Als nächstes besuchte ich mit dem WeTab-eigenen Browser auge.de - da funktionierte fast alles so wie es sollte - lediglich gelang es mir im Forum nicht, in der Baumansicht eines Threads (also im oberen Fenster) zu scrollen. Nun ja, das ließe sich mit einem Software-Update auf dem WeTab beheben.
Das Betriebssystem hat eine eigene Webseite: www.meego.com. Es ist von Intel und Nokia zusammen entwickelt worden und läuft z.B. auf ARM-Geräten und Atom-Prozessoren. Ein solcher ist auch im WeTab drinnen. Auch für MeeGo wird es Apps geben, die Website hat dazu eine eigene Abteilung, die "Garage" - aber leider ist sie noch leer!
Android läuft - entgegen vieler anderer Vorab-Meldungen - auf dem WeTab (noch?) nicht offiziell - und Android-Apps könnten auch ein paar Probleme mit dem großen Bildschirm haben.
Allerdings läuft auf dem WeTab eine Linux-Shell-App, und mit der kann man einiges bewirken! So gibt es z.B. Portable-Linux-Anwendungen, die sich quasi ohne Installation betreiben lassen. Eine solche Applikation - an passender Stelle abgespeichert - kann über die Shell mit dem Attribut "Ausführbare Datei" versehen werden und ist danach ein vollwertiges Programm.
Über den WeTab-Store bekommt man aber auch z.B. GIMP und ähnliche Programme und ist dann erstmal mit einer Grundausstattung versehen.
Eigentlich sollte das WeTab gezielt im Publikations-Bereich eingesetzt werden. Dieser Bereich wurde hauptsächlich vom Partner Neofonie verfolgt, der sich aber jetzt aus dem WeTab-Geschäft zurück gezogen hat, so dass hier wohl nichts - zumindest Exklusives - in dieser Richtung zu erwarten ist.

Mit "Adobe AIR" (=Adobe Integrated Runtime) geschriebene Programme bilden die nächste Gruppe von nutzbaren Apps. Auch hier gibt es einen "Market" - aber leider kaum kostenfreie Applikationen. Die eine oder andere fand ich dann - sie ließen sich fehlerfrei installieren und funktionieren ebenso. Mit AIR lassen sich sogenannte Rich Internet Applications erstellen, die HTML, Flash, JacaScript und PDFs nutzen. Sie laufen ohne Browser direkt vom Desktop. Auf dem Adobe-AIR-Marketplace können Sie sich mal anschauen, was da so alles geboten wird.

Nutzung

Das Surfen selbst - sicher eine der Hauptanwendungen für das Gerät - geht mit dem WeTab problemlos vonstatten - unser Gerät war WLAN-fähig und hatte einen SIM-Karten-Slot, den ich aber nicht nutzte (da ich aus Foren erfahren hatte, dass nur PIN-lose SIM-Karten akzeptiert werden). Die WLAN-Verbindung ist schnell eingerichtet - am Besten nutzt man zur Eingabe des Schlüssels die virtuelle Tastatur (siehe oben), die über einen eigenen Knopf eingeblendet werden kann. Übrigens hat sie auf der "Symbol-Seite" einen vertikalen Doppelpfeil auf einer Taste in der unteren Reihe, deren Drücken dann erlaubt, die Tastatur auf dem Bildschirm zu bewegen! Über die virtuelle Tastatur lässt sich jedwede URL problemlos eingeben.
JT: Das Schreiben mit der Bildschirmtastatur ist recht mühsam. Man kann die Finger nicht wie gewohnt auf den Tasten liegen lassen, da man dann unkontrolliert irgendwelche Tasten betätigt - 10-Finger-Blindschreiben ist unmöglich. Unangenehm ist auch, dass z.B. die Umlaute nicht dort liegen, wo auf richtigen Tastaturen zu finden sind. Dass man für Zahlen und Sonderzeichen erstmal umschalten muss, lässt sich dagegen verschmerzen. Längere Texte mag ich so nicht schreiben. Im Browser mal eine URL eingeben, oder Login-Daten ist dagegen okay. Zum Surfen im Internet gibt es zwei Browser: einen WeTab-eigenen - der auf  den Touchscreen abgestimmt ist und z.B. auf "Fingerwischen reagiert" - und daneben noch Googles Chrome, der das nicht beherrscht. Mir wäre am liebsten eine Kombination aus beiden Browsern - so lassen beide Wünsche offen.

Da das Gerät über einen Lagesensor (laut Handbuch ist es ein "Beschleunigungssensor") verfügt, schaltet das Drehen des WeTabs um 90° auch die Browserdarstellung um, wie das nebenstehende Bild zeigt - das Ganze übrigens, wie wir auf Nachfrage eines Zuschauers auf unserem RG-Treffen testeten, komplett in jeder Lage, also auch "auf dem Kopf" stehend.

Das Display des WeTabs ist - wenn man den richtigen Blickwinkel hat - deutlich und durchaus angenehm. Farben werden "ordentlich" und kontrastreich dargestellt . Fotos (direkt aus der Kamera), die es von der eingesteckten SD-Karte sofort zum Anschauen anbot, sahen so aus, wie sie auf einem Notebook auch dargestellt werden. Allerdings ist das Display in seiner Darstellung sehr Blickwinkel-abhängig. Nach oben darf man sich noch um etwa 45° bewegen, nach unten aber eigentlich gar nicht aus der Vertikalen gehen (max. 15°, schätze ich - auf nebenstehendem Bild sieht man schon, wie das obere Display-Drittel abdunkelt), und nach links bzw. rechts hat man auch nur wenige Grad Spielraum, bis die Darstellung Falschfarben zeigt.

JT: Wirklich bequem ist die Nutzung des WeTab auf dem Sofa jetzt nicht gerade. Im Gegensatz zu einem Netbook, den man auf den Schoß legen kann, und dessen Display man den entsprechend kippt, muss man den Tablett-PC immer festhalten - bei rund einem Kilo Gewicht ist das auf Dauer anstrengend. Da das Display doch sehr Blickwinkel-abhängig ist, kann man es auch nicht ablegen.

Wie auf dem nebenstehenden Bild gut zuerkennen, wies die Tab-Oberfläche auch nach kurzer Nutzung schon deutliche Fingerabdruckspuren auf - hier sollte ja das kleine beigelegte Tuch helfen. Tat es aber nicht - mit so einfachen Mittel war den Fingerabdrücken nicht beizukommen.

 

JT: Der Umgebungslichtsensor ist eine nette Idee, weil das WeTab damit die Bildschirmhelligkeit automatisch anpasst. Allerdings war mir das dann doch zu dunkel - obwohl ich bei aktiviertem Sensor die Helligkeit auf maximal gestellt hatte. Daher habe ich den Sensor wieder deaktiviert - zumal man die Helligkeit sehr leicht mit zwei "Mausklicks" ändern kann.

Sehr gut gelungen ist die mitgelieferte App zum Foto-Betrachten. Hier spielt die Multitouchfähigkeit des Gerätes ihre Vorzüge aus. Vergrößern oder Verkleinern über eine Zwei-Finger-Geste funktionieren genauso klaglos wie z.B. das Drehen oder auf-der-Oberfläche-Verschieben eines Bildes.
JT: Praktisch ist die Zoomfunktion, z.B. beim Surfen oder beim Bilder Betrachten. Einfach mit zwei Fingern auf dem Display wischen - entweder spreizen oder zusammenführen - und schon zoomt man rein oder raus.

Ganz ordentlich gelungen ist auch die e-Book-Reader-Fähigkeit des WeTabs. Aus obiger Liste kann man entnehmen, dass recht viele Formate gelesen werden können. Das Foto hier zeigt die Darstellung eines e-Books, in dem dann auch - z.B. per "Wischen" mit zwei Fingern - "umgeblättert" werden kann.
Der Acrobat-Reader ergänzt die e-Book-Applikation um das problemlose Lesen aller pdf-Dateien - eine Fähigkeit, die ansonsten durchaus nicht alle e-Book-Reader aufweisen! Hier punktet das Gerät deutlich - auch wenn das Lesen im Bett durch die immerhin 1kg Gewicht wohl schnell zu ermüdenden Armen  führt. "Da gibt es doch bestimmt bald einen Halter," war der Kommentar auf unserem RG-Treffen zu diesem Thema.
JT: Im Gegensatz zum OYO kann man das WeTab sogar auf den Kopf stellen und das Bild wird automatisch gedreht. Das Umblättern geht zügig - hier macht sich die üppige CPU-Leistung bemerkbar. Allerdings macht auch hier das Gewicht das Lesevergnügen zu einer ermüdenden Angelegenheit. Blättern geht angenehm einfach per "Fingerwisch" oder mit den virtuellen Knöpfen am linken Rand. Ausgerechnet der Acrobat-Reader reagiert darauf jedoch nicht. Zum Blättern muss man - wie unter Windows - den Scrollbalken benutzen. Das seitenweise Weiterblättern macht keinen Sinn, weil ja keine komplette Seite auf dem Bildschirm dargestellt wird - zumindest nicht bei den üblichen Formaten. Auch der Lagesensor wird nicht ausgewertet, so dass man Bücher nicht einfach hochkant lesen kann. Ein Drehen der Seiten durch den Acrobat ist auch nutzlos, weil das Display nicht breit genug ist, um eine Seite hochkant in voller Breite darzustellen. Das Lesen von PDF-Dateien ist damit kaum komfortabler als mit dem Archos 7. Da macht der Sony PRS-650 eine bessere Figur.
GPS ist eingebaut und wird automatisch benutzt, wenn man z.B. in der Bing-App auf den Button "Wo bin ich" klickt. Am Fenster gelang es mir allerdings nicht eine Standortbestimmung durchzuführen. Obwohl das Navigationssystem meines Palm Treo am gleichen Standort keine Probleme hatte. Erst ein "Freilandversuch" führte zum Erfolg. Im Garten - nicht zu weit vom Wohnzimmerfenster entfernt, wo der WLAN-Access-Point steht - gelang nach dem dritten Start der Bing-Map-Anwendung die Standortbestimmung. Es dauerte allerdings fast 15 Minuten bis die Ortsbestimmung gelang. Die Genauigkeit ist gut und entsprach in etwa der von meinem GPS das ich mit dem Palm Treo verwende. Dieses brauchte lediglich 30 Sekunden, bis es genug Satelliten gefunden hatte, um eine Ortsbestimmung vorzunehmen. Interessant: Nachdem die erste Ortsbestimmung durch das WeTab erfolgt war, funktionierte sie anschließend auch im Wohnzimmer - dicht am Fenster. Möglicherweise kann hier ein Softwareupdate die GPS-Leistung noch verbessern. Wobei ich sagen muss, dass ein WeTab als Navigationssystem eher ungeeignet ist. Für das Auto oder Fahrrad ist es schlichtweg zur groß und auch auf einer Wanderung wird man es wohl eher nicht einsetzen wollen. Zumal die Akkulaufzeit auch viel zu gering ist.

Peripherie

Ein USB-Stick ist schnell in eine der Buchsen des WeTab eingesteckt, und es erscheint ein kleines "USB-Schild" (s. Foto), das, wenn man es an"klickt" ein "Fly-Out-Menü" zum Vorschein bringt, wie man es auch von anderen Betriebssystemen kennt, also z.B.: "Alle Fotos anzeigen"... . Fast alle Fotos und Videos auf dem Stick wurden sofort abgespielt - nur das "Chococrossy"-Filmchen aus dem Video-Workshop der RG 600 verlangte einen bestimmten Codec. Zum Abspielen wurde automatisch jeweils der Audio- sowie der Media-Player von der MeeGo-Oberfläche benutzt.

Der nächste Versuch befasste sich dann mit dem Einlegen von einer Audio-CD sowie einer Video-DVD in das angeschlossene Laufwerk. Beides blieb erstmal erfolglos, obwohl - wie im Foto ersichtlich - zumindest die Video-DVD ein entsprechendes USB-Menü zum Vorschein brachte. Abspielen wollte der Player aber beides nicht. Die Fehlermeldung war jeweils gleich: "Die Ressource kann nicht gelesen werden".

Die Firma WeTab hatte uns eine Telefonnummer für Nachfragen da gelassen, und die freundliche Dame am Telefon führte das "Nicht-abspielen-können" bei der Video-DVD auf den üblichen Kopierschutz zurück. VLC installieren würde das Problem ihrer Meinung nach lösen. Zur Audio-CD konnte sie nichts sagen.
Tatsächlich spielte das WeTab dann eine nicht kopiergeschützte DVD problemlos ab - wenn auch ohne Ton (ich habe nicht näher untersucht, welche Art von Tonspur denn auf der DVD vorlag - es mag also sein, dass es nur mit digitalem oder halt analogem Ton geht). Die Audio-CD ließ sich immerhin über das Dateisystem finden - aber leider auch auf diesem Weg nicht abspielen.

 

Um die Video-Tauglichkeit des WeTabs weiter zu testen, spielte ich noch über Youtube einige Filmchen in HD-Qualität ab - das ging sogar überwiegend ruckelfrei vonstatten.

Sonstiges

Nicht testen konnte ich - aus den oben genanten Gründen - die eingebaute GPS-Funktionalität und das Spieleinterface. Es hat auf der linken Seite ein Vier-Wege-Kreuz und eine Button-Gruppe, rechts dann eine Gruppe von 4 Knöpfen. Im Fenster dazwischen sollen sich die Spiele darstellen. Ich testete einen Lemmings-Clone, der allerdings das Spieleinterface kaum nutzte, sondern auf Berührungen des Bildschirms reagierte. Ansonsten findet man zur Zeit ein paar Jump-n-Run-Spiele und einige "wiederbelebte" Adventures.

Fazit

Kurz gefasst: "durchwachsen". Das Gerät fasziniert schon und es hat - wenn man sich die entsprechenden Foren durchliest - in dem gerade einen Vierteljahr seiner Existenz durch Systemupdates äußerst stark an Qualität und Funktionalität gewonnen. Es ist davon auszugehen, dass das so auch weitergeht! Momentan aber gibt es (zu) wenige Apps, die Android-Unterstützung fehlt, und ohne Linux-Kenntnisse kann man mit dem Gerät deutlich weniger anfangen als mit! Mit 1kg ist es nicht gerade leicht, das Display ist nicht das Beste und der Lüfter kann nerven.

Andererseits ist es halt fast "ein normaler PC" - und Interessenten können tolle Sachen damit machen, wenn sie ein bisschen mit Linux umgehen können. Gegenüber dem iPad - an dem es sich immer messen lassen muss - bietet es fast die gleiche Maße (iPad/WeTab: Höhe: 242,8/294 mm; Breite:189,7/194 mm; Tiefe:13,4/14 mm), aufgrund seine "Länge" eine höhere Auflösung, aber auch deutlich mehr Gewicht (ca. 1000 gegenüber ca. 700g). Den behaupteten 9 Stunden Akkulaufzeit beim iPad setzt es 5 entgegen (die ich aber nie erreichte).

Punkten kann es zur Zeit mit der grandiosen Offenheit des Systems und seinem (Straßen-)Preis, der sich zwischen 450.- und 500.- € bewegt, je nach Ausstattung und Händler. Kommt aber noch die Nutzbarkeit von Android-Anwendungen hinzu, gewinnt es sicher nochmals deutlich an Attraktivität.

JT: Für mich sind Tablett-PCs zwar ein hübsches Spielzeug, aber ihr Nutzen erschließt sich mir irgendwie nicht. Die fehlende Tastatur macht ein Arbeiten damit praktisch unmöglich. Texte schreiben ist einfach zu mühselig. Zum Surfen im Internet ist es okay. Ebenso zum Hören von MP3s und Anschauen von Videos. Spielen ist nur eingeschränkt möglich - zumindest solange man keine Maus anschließt. Angesichts des Preises ist das für mich kein hinreichender Nutzen. Das hohe Gewicht und der zu geringe Blickwinkel machen die Nutzung auf den heimischen Sofa oder unterwegs keineswegs bequemer als ein Netbook - im Gegenteil. Die Zahl der Apps ist momentan noch sehr bescheiden, aber das dürfte sich schnell ändern. Ich wähle dann doch lieber einen Netbook und für Video und Musik unterwegs ein kleines Android-Tablett wie den Archos 7 - den packt man schnell mal in die Tasche. Demnächst werden wir noch das iPad von Apple anschauen. Ob der meine Meinung zu Tablett-PCs ändert weiß ich noch nicht. Da die Apple-Geräte noch teurer sind, wage ich das aber zu bezweifeln.

Ich hatte das Vergnügen -

Ich hatte das Vergnügen - oder Missvergnügen - das Ding auch mal kurz besichtigen zu können. Nach weniger als 2 Minuten war ich genervt und habe nicht verstanden, wozu es gut sein soll. Ich gehöre wohl weder zur Klientel für Flunder-PCs noch für Smartphones. Und dabei bin ich eigentlich, was Technik anbelangt, ziemlich verspielt. Aber entweder etwas ist gänzlich nutzlos und macht einfach nur Spaß, oder es hat einen erheblichen Nutzen. Beides trifft für mich im Bezug auf diese flachen, eierlegenden Wollmilchsäue nicht zu.

Smartphones als eierlegende Wollmilchsäue

wenn Du meinen Artikel über das Nokia N8 gelesen hast, wirst Du Dir das nochmal überlegen Smile

Glaub ich nicht.

Glaub ich nicht. Wink