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Web-TV in Echtzeit und Video-on-Demand

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Fernsehen mit dem PC ist eigentlich keine neue Sache mehr. Schon seit vielen Jahren gibt es TV-Karten, die das Fernsehprogramm aus dem Breitbandkabel oder von einer Satellitenschüssel auf den PC-Monitor bringen. Aber es geht mittlerweile auch ohne TV-Karte. Heutige DSL-Verbindungen bieten genug Bandbreite, um TV-Programme per Stream auf den heimischen PC zu bringen. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF bieten bisher allerdings eher ein rudimentäres Angebot. Eigenproduktionen können zum Beispiel in der ZDF Mediathek abgerufen werden und ersparen das Aufzeichnen mit dem Videorekorder. Anders sieht das mit dem laufenden Programm aus. Hierfür gibt es bisher praktisch kein Angebot - abgesehen von dem teuren VDSL der T-Com.

Diese Lücke schließt seit Kurzem Zattoo. Zattoo ist ein Internet-TV-Dienst der TV-Sendungen live über eine spezielle Software auf jeden PC bringt. Das Prinzip von Zattoo ist nicht nur für alle fernsehbegeisterten Internetnutzer interessant, die auch unterwegs auf dem Laptop gerne aktuelle TV-Inhalte sehen möchten. Zur Zeit bietet das Unternehmen im Rahmen einer Betaphase eine kostenlose Software zum Download an, mit der derzeit mehr als 60 TV- und Radio-Programme empfangen werden können. Das Angebot finanziert sich durch Werbung, die beim Wechseln der Programme kurz eingeblendet wird. Damit ist es möglich jedes Programm an jedem Ort zu empfangen. Regionale Unterschiede wie bei DVB-T oder im Kabelnetz gibt es im Internet nicht. Ebenfalls sollen ruckelnde Bilder und stockende Video-Streams mit Zattoo der Vergangenheit angehören, aber dazu später mehr.

Das Programmangebot von Zattoo ist schon recht ansehnlich, allerdings fehlen noch die großen Privatsender der RTL- und der Pro7-SAT.1-Gruppe. Verfügbar sind dagegen Spartenprogramme wie Giga TV, Comedy Central, MTV, VIVA oder Das Vierte, sowie englischsprachige Nachrichtensender wie CNN oder Al Jazeera. Und sogar der Sportkanal DSF, der in manchen DVB-T Empfangsgebieten fehlt, ist hier verfügbar. Wer mit einem Laptop unterwegs ist, der einen WLan-Anschluss besitzt, kann überall an Hotspots die Fernsehprogramme über den Zattoo-Zugang empfangen. Da die Bandbreite, mit der gestreamt wird, bei nur 500 kBit/s liegt, genügt schon ein vergleichsweise schmalbandiger Zugang zum Internet. Dies ist sicherlich eine nicht zu unterschätzende Alternative zum geplanten Handy-Fernsehen. Nicht zuletzt weil ein moderner Laptop oder Netbook ein deutlich größeres und besseres Bild liefert, als die Mäuse-Kinos der kleinen mobilen Telefone.

Aber wie funktioniert Zattoo nun in der Praxis? Zuerst muss man sich eine spezielle Empfangs-Software von der Zattoo-Seite herunterladen und installieren. Diese ist für Windows XP und Vista, sowie für verschiedene Linux-Distributionen und Mac OS/X verfügbar. Weiterhin muss man sich bei Zattoo registrieren und verschiedene persönliche Daten angeben, die ganz offenkundig nur dazu dienen, die eingeblendete Werbung zielgruppengerecht auszuwählen - wie wahrheitsgemäß man diese Fragen beantwortet, mag jeder für sich entscheiden. Hat man Softwareinstallation und Registrierung erledigt, kann die Software benutzt werden. Nach dem Programmstart dauert es ca. 10 Sekunden bis der gewählte Sender eingeblendet wird. Auch bei einem Programmwechsel hat man eine ähnliche Wartezeit. Klar - schließlich soll ja Werbung eingeblendet werden. Aber das lässt sich verschmerzen. Und wie sieht es mit der Bildqualität aus? Tatsächlich, das Bild ist von guter Qualität und auch bei mehrstündigem Probesehen kam es nicht zu nennenswerten Bildstörungen. Nur einmal zerfiel das Bild in eine "Klötzchengrafik" wie man es manchmal auch beim digitalen DVB-T erlebt, wenn das Empfangssignal nicht in hinreichender Qualität hereinkommt. Der folgende Screenshot zeigt die Empfangssoftware von Zattoo mit laufendem Programm. Hier wurde das Bild nur in einem kleinen Fenster auf dem Windowsdesktop angezeigt, aber natürlich gibt es auch einen Vollbildmodus um die gesamte Fläche des Displays zu nutzen.

Screenshot der Zattoo-Empfangssoftware mit laufendem Programm
Screenshot der Zattoo-Empfangssoftware mit laufendem Programm (rechts die Programmauswahl)

Alles in allem gefällt mir das Programm und der Dienst sehr gut. Das Fehlen der diversen Privatsender empfinde ich nur als wenig störend. Die wenigen interessanten Sendungen, die dort laufen schaue ich meistens sowieso nicht live, sondern als Aufzeichnung von Online-TV-Recorder.

Ach ja, eine Werbeeinblendung kam übrigens von der GEZ, die die Zuschauer ermahnte ihre Empfangsgeräte anzumelden. Dabei stellt sich dann die Frage, wie es mit der Gebührenpflicht für diesen Dienst steht. Ein Blick auf die GEZ-Seite liefert folgenden Hinweis:

Was sind "neuartige Rundfunkgeräte"?

Unter dem Begriff "neuartige Rundfunkgeräte" sind - im Gegensatz zu den "herkömmlichen" Rundfunkgeräten - solche Geräte zu verstehen, mit denen ohne Rundfunkempfangsteil und unabhängig vom Empfangsweg Rundfunkprogramme empfangen werden können. Dies sind zum Beispiel Rechner, die Angebote aus dem Internet wiedergeben können, PDA (Personal Digital Assistant) und Mobiltelefone mit UMTS- oder Internetanbindung.

Okay, wenn ich jetzt also den Fernseher abschaffe, muss ich den PC, mit dem ich Zattoo empfange, als "neuartiges Rundfunkgerät" anmelden? Das wäre ja mal einen Versuch wert.

Video-on-Demand

Wer kein Live-TV benötigt, sondern nur eine bereits ausgestrahlte Sendung nochmals rekapitulieren möchte, dem wird möglicherweise Video-on-Demand (VoD) genügen. Im Internet findet man wird man unter folgenden Links fündig:

ARD-Interaktiv, ZDF-Mediathek, RTL-Now und Maxdome. Maxdome gehört der Mediengruppe ProSiebenSat.1 und dem Internetanbieter United Internet, zu dessen Marken unter anderem Web.de, GMX sowie 1und1 gehören. Maxdome-Kunden können aus über 4.000 Titeln aus den Bereichen Spielfilme, Serien, Comedy, Sport, Cartoons und Erotik wählen. Allerdings ist hier nichts kostenlos abrufbar. Das Gros der Filme kostet üppige 2,99 Euro, etwas neuere Streifen schlagen gar mit 3,99 Euro zu Buche. Bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten beschränkt sich das Angebot, wie bereits erwähnt, auf nur wenige Eigenproduktionen, wie z.B. Nachrichtensendungen, Dokumentationen oder Magazine. Die ARD speichert zwar große Teile des TV-Programms im Netz, dieses Angebot wurde jedoch bisher nur jeweils sieben Tage lang im Netz zur Verfügung gestellt. Seit Pfingsten 2008 ist mit der ARD Mediathek ein weiteres Angebot als Testveresion hinzu gekommen. Während die ZDF-Mediathek für den Empfang den Windows-Mediaplayer, Quicktime oder VLC voraussetzt,  verwendet die ARD einen Flash-Player für die Anzeige der Audio- und Video-Inhalte. Die wenigen Videos, die zum Download bereit stehen, liegen als MP4-Datei vor. Zusätzlich steuern das Info-Radio und die Deutsche Welle ausgewählte Radio Beiträge bei.