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Filmsammlung verwalten per App - Movie Collection für Android

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Zu VHS-Zeiten nutzte ich Videokassetten nur um Filme oder Serien aus dem Fernsehprogramm aufzunehmen. Mit dem Aufkommen der DVD begann ich aber, eine stetig wachsende private Filmsammlung aufzubauen. Neben der viel besseren Bildqualität überzeugte mich das Bonusmaterial vieler Veröffentlichungen. "Making Of"-Berichte oder Audiokommentare des Regisseurs über die gesamte Länge des Films finde ich oft hochinteressant und unterhaltsam. 

Nach einiger Zeit legte ich eine einfache Textdatei an, in der die Filmtitel alphabetisch aufgelistet waren. Die konnte man Freunden zeigen, um einen gemeinsamen Filmabend zu planen, oder man vermerkte, welcher Film an wen verliehen war. Doch als ich mir 2014 einen BluRay-Player zulegte, wurde die Sache komplizierter. Auf der Liste sollte zumindest das jeweilige Format (DVD oder BluRay) dabei stehen. Und eigentlich wäre es gut, wenn auch die Art des Bonusmaterials drin wäre. Auf einen Blick zu sehen, welche Filme z.B. einen Audiokommentar haben, den ich noch nicht gesehen habe, wäre wünschenswert. Ob sich das über eine Excel-Tabelle realisieren ließe? Das würde aber recht aufwendig werden. Doch dann erinnerte mich, mal etwas über eine iOS-App gelesen zu haben, in der man einfach die Barcodes der Filmverpackung einscannen kann und so eine virtuelle Sammlung im Smartphone aufbaut. Das wäre genau das richtige und gibt es bestimmt auch für Android, dachte ich mir.

There's an App for that

Über eine Suche im Play Store fand ich mehrere kostenpflichtige Apps mit kostenlosen Testversionen im Preisbereich von 0,50 bis 5,99 €. Insgesamt vier schaute ich mir an, bis ich entschied, dass Movie Collection für 1,79 € das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bot. Zwar hat das nicht von Grund auf alle Funktionen, die ich mir wünschte, doch mit etwas Arbeit konnte ich mit den enthaltenen Mitteln mein Ziel erreichen.

Nach dem Herunterladen der kostenlosen App wird man mit einer leeren Liste begrüßt. Nun, eigentlich mit vier Listen, denn neben Filmen kann man separat auch Serien, Musikvideos und eine Wunschliste verwalten. Konzentrieren wir uns aber erst mal auf die Filme. Über das Plus-Symbol in der obersten Zeile werden neue Filme hinzugefügt. Man kann einen Titel und optional ein Erscheinungsjahr eingeben, oder einen Barcode einscannen. Der Scanner ist nicht der Beste, mir schien es oft eher Glückssache zu sein, wann die Kamera scharf stellt und den Code erkennt. Gute Lichtverhältnisse sind auf jeden Fall empfehlenswert. Aber egal ob man den Code scannt oder einen Titel eingibt, intern wird offenbar eine Suche in der verwendeten Film-Datenbank TMDb nach dem Titel gestartet, denn man bekommt meist mehrere Ergebnisse. Das ist praktisch, wenn man mehrere Teile einer Reihe zu Hause stehen hat, die kann man dann gleich alle einfügen. Als Beispiel ist das Ergebnis für den Suchbegriff "terminator" rechts im Bild zu sehen.

Hier offenbart sich aber gleich eine wichtige Krux: Das Programm kennt Filme, nicht aber deren unterschiedliche Veröffentlichungen. Mein Traum, direkt Infos über Bonusmaterialen mit zu speichern, ging so also nicht in Erfüllung. Wie ich das schließlich umgangen habe, erkläre ich weiter unten. Dies bedeutet aber auch, dass man der App von Hand mitteilen muss, in welchem Format der Film vorliegt. Deswegen sollte man frühzeitig einen Blick ins Optionsmenü werfen. In den Einstellungen kann man nämlich das Standardmedium festlegen, mit dem die Filme in die Liste eingefügt werden. Natürlich lässt sich der Eintrag auch nachträglich editieren, aber so spart man sich unter Umständen einige Arbeit. Durch Antippen eines Films in der Liste kommt man in eine Detailansicht (s. Bild links). Dort bekommt man nicht nur diverse Daten über den Film angezeigt, sondern kann auch markieren, wann man ihn zuletzt gesehen und an wen er gerade verliehen ist. Weitere Optionen gibt es im Bearbeiten-Modus. Tippt man dort das Feld "Formate" an, kann man Medium (BluRay, 3D BluRay, DVD, iTunes, VHS etc.) sowie Video- (HD, SD...) und Audioformat einstellen. Auch die diversen Detailinfos könnte man verändern, den Aufbewahrungsort eintragen und eine laufende Nummer angeben, nach der dann sortiert werden kann. Ein für meine Zwecke ganz wichtiges Feld enthält "Tags". Darüber kann man nämlich Filmen Stichworte hinzufügen, nach denen die Liste auch gefiltert werden kann.

Tag it!

Tags sind Stichwörter, von denen einige schon enthalten sind. Die meisten davon fand ich aber unnötig und deshalb entfernte ich sie aus Zwecken der Übersichtlichkeit. Stattdessen fügte ich neue hinzu, darunter Making Of, Interview, Deleted Scenes und Audiokommentar. Damit sind zwar nicht alle Arten von Bonusmaterial abgedeckt, aber zumindest die wichtigsten. Einmal angelegt, sind die Tags für jeden Film bequem verfügbar und können in einer Liste angehakt werden (s. Bild rechts). Die nötigen Infos für die richtige Zuordnung zusammenzutragen, ist dann etwas Arbeit. Wenn man die Packung eh schon in der Hand hatte, um den Code einzuscannen, kann man aber schnell die enthaltenen Extras von der Rückseite ablesen, da steht üblicherweise alles drauf.

Zusätzlich legte ich auch Tags an für Verfilmungen des Comicverlags Marvel sowie für die Regisseure Quentin Tarantino und Robert Rodriguez, von denen sich einige Filme in meiner Sammlung finden. Außerdem bin ich Fan asiatischer Kampfsportarten, so dass entsprechende Filme einen recht großen Teil der Sammlung ausmachen, viele davon mit dem Hongkonger Multitalent Jackie Chan. Da man leider nicht nach Personen filtern kann, legte ich auch für ihn einen eigenen Tag an. Um einen Überblick über die Kampfsportfilme zu bekommen, erweiterte ich dagegen die Genreliste der jeweiligen Einträge um den Begriff Martial Arts, der bisher sträflicherweise fehlte.

Nun ist im Bereich Filme eigentlich alles erledigt. Einen Ausschnitt aus der Gesamtsammlung in Listen- und Kachelansicht sieht man in den Bildern links und rechts. Über das Trichtersymbol am oberen Rand erhält man Zugriff auf die Filteroptionen. Genre-, Medien- und Tagfilter sind wohl die wichtigsten, über "Erweitert" lassen sich diese auch kombinieren. "Verliehen" und "Gesehen" gehören zu den Kriterien, die sich hinter "Andere Filter" verbergen. Im Optionsmenü gibt es zahlreiche Sortierungsmöglichkeiten. Das ist alles sehr komfortabel und intuitiv bedienbar. Und nun bekomme ich endlich alle Filme mit Audiokommentar bequem auf einen Blick, wenn ich das Bedürfnis verspüre, mir einen auszusuchen.

Serien und Musik

Bei TV-Serien und Musik-Videos (z. B. Konzertfilme) funktioniert die Sache ähnlich. Hat man eine Serie über die Suchfunktion gefunden, werden alle veröffentlichten Staffeln angezeigt, unter denen man die auswählen kann, die man besitzt (oder man tippt auf "alle hinzufügen"). Hier sollte man wirklich darauf achten, das richtige Standardmedium eingestellt zu haben, denn sonst muss man jede Staffel einzeln bearbeiten. Tags gibt es auch hier, aber nur für die gesamte Serie, nicht pro Staffel. In der Detailansicht einer Serie lässt dich die Staffelliste ausklappen und jede einzeln öffnen. Dort gibt es eine Übersicht aller enthaltenen Folgen mit kurzer Zusammenfassung  - das ist ziemlich schick.

Allerdings kennt Movie Collection eben nur Serien in Staffelform. Bei den "Star Trek Fan Collectives" stößt das System an seine Grenzen. Das sind Sammlungen mit ausgewählten Episoden aller fünf Star-Trek-Serien zu jeweils einem bestimmten Thema auf DVD. Davon besitze ich zwei und die konnte ich der virtuellen Sammlung leider nicht hinzufügen. Im Bereich Musik offenbarten sich ebenfalls Lücken, da wurden mehrere DVDs meiner realen Sammlung leider nicht gefunden. Prinzipiell verhält sich hier aber alles wie bei den Filmen.

Schwächen und Fazit

Eines muss man sich klar machen: Die App greift auf eine Online-Datenbank zu und ist daher nur mit Internetverbindung sinnvoll nutzbar. Neben den anderen Infos sind so übrigens auch mehrere Cover für die Filme abrufbar, wenn man das in der App angezeigte mit der Version abgleichen möchte, die tatsächlich im Schrank steht. Allerdings sind diese Listen selten vollständig, gelegentlich fehlt ausgerechnet eine deutsche Fassung. Es können aber auch eigene Bilder aus der Galerie importiert oder direkt mit der Kamera des Smartphones geknipst werden. Merkwürdig ist auch, dass die Laufzeitangabe der Filme meist um einige Minuten von der realen bzw. auf der Packung angegeben abweicht. Zudem kennt die Datenbank immer nur eine Version eines Film. Besitzt man etwa einen längeren Director's Cut, müsste man die Zahl von Hand anpassen, wenn man darauf Wert legt. Andere kleine Schwächen wie den verbesserungswürdigen Barcode-Scanner habe ich ja schon genannt. Das größte Versäumnis ist meiner Ansicht nach das Fehlen einer Exportfunktion. Zwar kann man Infos zu einem Film als "Empfehlung" über einen Share-Button teilen, aber der Export der gesamten Liste, etwa ins Excel-Format, wäre wirklich praktisch gewesen. Da die App aber laut Entwickler Olaf Bureck noch die Betaversion 0.9.25 hat, ist es nicht undenkbar, dass so etwas noch nachgerüstet wird.

Ansonsten hatte ich keine wirklichen Probleme bei der Benutzung, die App ist offenbar sauber programmiert. Das Übertragen meiner kompletten Sammlung mit über 120 Titeln hat zwar einige Stunden gedauert, inkl. Anlegen der Tags und Ausprobieren einiger Optionen, aber das hat durchaus Spaß gemacht. Und das Hinzufügen neu erworbener Filme ist nun locker innerhalb einer Minute erledigt. Ich persönlich bin sehr zufrieden. Und wer es nun mal ausprobieren möchte: Die Free-Version bietet schon den vollen Funktionsumfang, ist aber auf eine Sammlung von maximal 40 Titeln beschränkt. Wer mehr hinzuzufügen versucht, erhält einen freundlichen Hinweis mit Link zum Play Store, wo man den Unlocker für 1,79 € erwerben kann.

Alle weiteren Infos findet man bei Google Play.