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Freeware Games – Kostenloser Spaß, Teil 5: Und Action!

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Heute wird geballert was die Rohre hergeben. Wir haben klassische 2D-Shoot’em-ups und Ego-Shooter – und auch da gibt es noch Unterschiede im Anspruch. Auf geht’s!

Space Invaders OpenGL

Ganz recht, es sind die guten alten Space Invaders, Urväter aller Weltraumballereien, und zu Beginn des Spiel erstrahlen sie in all ihrer zweidimensionalen Pracht. Wozu benutzt das Spiel dann OpenGL, fragt man sich. Doch nach dem ersten eingesammelten Extra werden die Objekte (das eigene Schiff und die Gegner) tatsächlich dreidimensional. In den weiteren Levels wechseln sich dann zwei verschiedene Grafikstile ab. Am allzu simplen Spielablauf ändert das freilich nichts. Jedes Level spielt sich exakt gleich. Dazu wird jegliche Herausforderung aus dem klassischen Spielprinzip genommen, da der Spieler im Gegensatz zum Original über Dauerfeuer verfügt und so die sich langsam bewegenden Gegner innerhalb von Sekunden niedermäht – immer und immer wieder. Durch herunterfallende Extras lässt sich die Waffe sogar aufrüsten, aber nur auf eine Art. Alles in Allem ist Space Invaders OpenGL vielleicht für einen kurzen Anflug von Nostalgie gut, langweilt aber schon nach zwei Minuten und verschwindet daher ganz schnell wieder von der Festplatte.

Dove

Dass sich auch solche Arcade-Shooter weiterentwickelt haben, sieht man an Dove, einer deutschen Entwicklung. Es handelt sich um ein Exemplar der Horizontal-Scroller, sprich, unser heldenhaftes Raumschiff wird von der Seite betrachtet und erwehrt sich zahlloser Gegner, die unaufhörlich von rechts angeflogen kommen. Im Gegensatz zu Space Invaders (wo die Spielfigur am unteren Rand festklebt), kann es frei über den Bildschirm bewegt werden. Als besonderes Feature lässt sich sogar die Geschwindigkeit dafür regeln. Typisch sind die das Standardfeuer ergänzenden, aufsammelbaren Extrawaffen. Eine weitere nette Idee: Per Knopfdruck lässt sich die Extrawaffe ans Heck des Schiffes verlegen, so dass man nach vorne und hinten gleichzeitig schießen kann. Nicht neu sind dagegen Schutz-Satelliten, die das Schiff umkreisen. Der Spieler durchfliegt mehrere Level, die nicht nur unterschiedliche Gegnerwellen enthalten, sondern auch Hindernisse, die umflogen werden müssen, und natürlich jeweils einen Endgegner, der besonders viele Treffer wegsteckt. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei nicht von schlechten Eltern. Einige Gegnerwellen bewegen sich tendenziell unfair und der Verlust eines Lebens, den man schon nach einem einzigen Treffer erleidet, ist dann nur durch Auswendiglernen bestimmter Stellen zu vermeiden. Immerhin gibt es eine Continue-Funktion, dank der man unendlich viele Versuche hat. Weiterhin lässt sich die Schwierigkeit detailliert einstellen. Ob Kollisionen mit Wänden schädlich sind und ob man Extrawaffen beim Verlust eines Lebens behält, sind ebenso Optionen wie die Schussfrequenz der Gegner.

Screenshot Dove

Am linken Rand ist das Schiff des Spielers, der Rest ist feindlich

Technisch zeigt Dove eher einfache, gezeichnete Sprites praktisch ohne Animationen. Aber was soll an Raumschiffen auch groß animiert sein? Inhaltlich bietet es immerhin einige nützliche Ideen in einem klassischen Spielprinzip, aber auch einiges Frustpotenzial im Leveldesign. Fans des Genres dürften den Download aber nicht bereuen.

Nexuiz

Das Spiel mit dem unaussprechlichen Namen ist schon ein Klassiker der Freeware-Szene. Seit der Erstveröffentlichung im Jahr 2005 erfreut es sich großer Beliebtheit bei den Spielern. Es handelt sich um einen Mehrspieler-Ego-Shooter, der im lokalen Netzwerk oder online gespielt wird. Es ist also ein dreidimensionales Actionspiel aus der Ich-Perspektive, von polemischeren Zeitgenossen auch als „Killerspiel“ bezeichnet. Pionier auf diesem Gebiet ist die Firma id Software, Schöpfer der berühmt-berüchtigten Doom- und Quake-Serien, die mit ihren fortschrittlichen Spiel-Engines und fantastischer Spielbarkeit im Multiplayer immer wieder für Begeisterung sorgen. Insbesondere das erste Quake aus dem Jahr 1996 war als erster Genrevertreter mit echter 3D-Engine ein Meilenstein. Vor einiger Zeit wurde der Quellcode dieser Engine frei veröffentlicht und somit Freeware-Entwicklern verfügbar gemacht. Nexuiz vom internationalen Team Alientrap ist das berühmteste Ergebnis dieser Freigabe und verwendet nicht nur die Technik von Quake 1, sondern spielt sich auch sehr ähnlich. Wie erwähnt wird es nur im Mehrspielermodus gespielt und kennt in der unmodifizierten Version auch nur einen Spielmodus: Deathmatch! Das ist genau das, wonach es klingt, nämlich ein reines gegenseitiges Abschießen um Punkte, sogenannte Frags. Das Ziel der Entwickler war es, diesen klassischsten aller Shooter-Modi so perfekt ausbalanciert und spielbar wie möglich zu präsentieren. Die Steuerung ist auf das Nötigste reduziert, bei verfügbaren Waffen wurden auch keine Experimente gemacht. Alles ist altbewährt und hat ein „Zurück zu den Wurzeln“-Feeling. Man steigt in ein Spiel ein (etwa auf einem öffentlichen Server im Internet) und weiß sofort, wie der Hase läuft, denn der Spielablauf ist so unkompliziert, wie es nur geht. Wer sich aber doch nicht zurecht findet, kann erst einmal üben, es gibt nämlich auch die Möglichkeit allein gegen „Bots“ (computergesteuerte Gegner) zu spielen. Komplette Anfänger im Genre seien allerdings gewarnt: Das Spiel läuft sehr schnell und durch seine lange Lebenszeit und der Anlehnung an beliebte Klassiker sind viele sehr gute Spieler auf den öffentlichen Servern unterwegs. Wer nicht zumindest etwas Erfahrung in ähnlichen Spielen hat, geht da schnell unter und hat nicht viel Spaß. Shooter-Fans, die in den heutigen immer komplexeren und realistisch angehauchten Spielen die Simplizität eines Quake-Deathmatch vermissen, fallen aber genau in die Zielgruppe von Nexuiz.

Da Nexuiz ein Open Source-Projekt ist, das noch immer weiter entwickelt wird, finden sich auch modifizierte Versionen im Netz, die weitere Spielmodi beinhalten, wie das teambasierte „Capture the Flag“ (Flaggeneroberung).

Enemy Territory

Wir bleiben bei einem Ego-Shooter, allerdings wird es jetzt taktisch anspruchsvoller. In Enemy Territory (ET) treten zwei Teams gegeneinander an und versuchen bestimmte Einsatzziele zu erfüllen. Das Szenario ist der Zweite Weltkrieg, allerdings ohne dass auf den größeren Kontext des Krieges eingegangen wird. Es kämpfen einfach „Allied“ gegen „Axis“ auf fiktiven Einzelschlachtfeldern. Auf den ursprünglichen sechs Karten gibt es Aufgaben wie die Zerstörung von Geschützen zu erfüllen bzw. zu verhindern. Angreifer- und Verteidiger-Rolle sind vorgegeben, allerdings etwas unausgeglichen (die Achse darf nur in einem Level angreifen). Es gibt aber noch haufenweise von der Community mit einem Leveleditor erstellte Spielwiesen für zusätzliche Abwechslung. ET stammt von Splash Damage, war ursprünglich als Add-On für das id-Spiel „Return to Castle Wolfenstein“ geplant und wurde nach Einstellung der Entwicklung 2003 kostenlos veröffentlicht. Ähnlich wie bei S.W.I.N.E. bekommt man hier also eine Profi-Entwicklung für lau.

Die den Spielverlauf beherrschende Besonderheit von ET ist das Klassensystem. Hier hat nicht jeder dieselben Fähigkeiten, sondern wählt eine von fünf Klassen. Der „Soldier“ ist der Spezialist für schwere Waffen, der „Medic“ verteilt Heilpakete und kann bewusstlose Kollegen wiederbeleben. Der „Engineer“ baut an vorgegebenen Stellen MG-Nester oder andere kartenspezifische Dinge, außerdem legt er Dynamit und Tretminen oder entschärft diese. Der „Field Ops“ ist zuständig für Munitionsversorgung und Luftschläge und der „Covert Ops“ ist einerseits ein Scharfschütze, andererseits ein Spion, der die Uniform gefallener Gegner anziehen und so den Feind infiltrieren kann. So hat jeder seine Aufgabe, ob man ein Missionsziel erfüllt oder die Anderen dabei unterstützt. Daher ist abgesprochenes Vorgehen im Team äußerst sinnvoll. Durch fleißiges Anwenden der eigenen Fähigkeiten oder der normalen Waffe erhält man im jeweiligen Gebiet Erfahrungspunkte und kann sich so verbessern (mehr Heilung, schnelleres Bauen usw.). Typischerweise drei aufeinanderfolgende Karten sind zu einer Kampagne zusammengefasst, innerhalb derer die Erfahrungspunkte und Upgrades erhalten bleiben. So entsteht ein zusätzlicher Motivationsfaktor, denn eine stärkere Spielfigur bringt natürlich Vorteile und mehr Spaß!

Screenshot E.T.

Verteidigung eines Treibstoffdepots

ET hat zurecht schnell eine riesige Fangemeinde erreicht und auch wenn der Einstieg schwer fällt, ist es überaus lohnenswert, sich hineinzuarbeiten. Die angegebene Homepage ist inoffiziell, doch sie bietet nicht nur den Download des Spiel (für Windos und Linux, nach Anmeldung), sondern auch haufenweise Tipps und ein Forum. Empfehlenswert ist ebenfalls die Modifikation etpro, die zahlreiche kleine Verbesserungen einbringt.

Weiter geht es mit dem letzten Teil dieser Serie...

Links

Space Invaders OpenGL:

http://spaceinvadersgl.sourceforge.net/

Dove:

http://www.kauto.de

Nexuiz:

http://www.nexuiz.com

Enemy Territory:

http://www.enemy-territory.4players.de

Modifikation etpro für Enemy Territory (englisch):

etpro.anime.net