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Musik liegt in der Luft

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Schon seit geraumer Zeit fristet meine CD- und noch mehr die LP-Sammlung im Wohnzimmer ein Dasein am Rande der (familiären) Gesellschaft. Nur selten wird mal eine CD aus dem Regal gehört und im CD-Player abgespielt - noch seltener einmal eine LP. Letzteres insbesondere auch deswegen, weil sich ein Großteil der Alben sowohl als LP als auch als CD in der Sammlung befinden, zum anderen, weil sich der Musikgeschmack wandelt und Musik, die ich vor 30 Jahren auf LP kaufte nicht mehr unbedingt das ist, was ich heute höre.

Überhaupt hat sich die Art des Musikkonsums geändert. Die Zeiten, als ich mich öfters mal für eine Stunde - oder auch länger - aufs Sofa gesetzt habe um Musik zu hören, scheinen vorbei.
Im Normalfall läuft Musik hier als "Backgroundberieselung" in Form des Radioprogramms.

Nun liest man seit geraumer Zeit aber immer öfter über "Heimvernetzung" und "lokales Streaming" auch über die Mediengrenzen hinweg. Stichworte sind hier u.a. "DLNA" (Digital Living Network Alliance), initiiert von Sony und Intel, Apples "AirPlay" oder das offene "Miracast".

Angeregt durch ein Gespräch mit einer Bekannten, in deren Haus alle Räume über Geräte von "Sonos" mit Musik versorgt werden können, kam mir die Idee die iTunes-Musiksammlung etwas "gewinnbringender" einzusetzen als nur als "Ladestation" für den iPod.
"Sonos" ist ein System aus spezieller Hard- und Software. So werden WLAN-fähige Lautsprecherboxen und Audioschnittstellen von einem oder mehreren Geräten aus von verschiedenen Quellen mit Musik "beschickt".
Hard- und Software aus einer Hand hat den Charme, dass alles aufeinander abgestimmt und miteinander getestet ist. Doch hat es auch seinen Preis. So kostet der einfachste WLAN-Lautsprecher knappe 300 Euro, eine notwendige Bridge nochmal 50. Ein Gerät, um die vorhandene "Audio-Hardware" - also z.B. die gute alte Stereo-Anlage - mit dem Sonos-System zu verbinden, schlägt ebenfalls mit 350 Euro zu Buche.

DAS war mir dann aber doch ein wenig ZU viel.
Angesichts meiner lokalen Infrastruktur lag es nahe, Apples AirPlay zu probieren. AirPlay ist der Nachfolger von AirTunes. AirTunes war eine Möglichkeit, von iTunes aus Audio-Inhalte an dafür vorbereitete Endgeräte zu übermitteln. AirPlay ist eine Erweiterung, mit der nun nicht nur Audio sondern auch andere Mediendateien übermittelt werden können.

Als erstes habe ich versucht, einen gemeinsamen Medienserver für die im Haushalt vorhandenen iTunes-Clients zu erstellen. Dieser sollte auf FreeNAS aufsetzen bzw. dieses nutzen. Prinzipiell funktioniert das auch - doch da meine FreeNAS-Installation momentan noch auf einem älteren ThinkCentre läuft und so wegen des doch etwas höheren Energiebedarfs nicht für einen 24/7-Betrieb geeignet ist, habe ich diese Versuche abgebrochen bzw. hinten angestellt.

Nun dient mein iMac, der sowieso meist angeschaltet ist, als Medienserver - einfach dadurch, dass iTunes läuft und die Privatfreigabe aktiviert ist.

Kommen wir zu den Clients.
Zum einen kann jeder Rechner, auf dem iTunes läuft, auf eine Privatfreigabe zugreifen - dabei handelt es sich dann aber nicht um Streaming im eigentlichen Sinn, sondern um einen Dateizugriff.
Zum anderen gibt es spezielle AirPlay Clients, durch die der Rechner dann quasi zum Lautsprecher wird, der durch iTunes gesteuert werden kann.

Neben den Software-Clients gibt es auch noch Hardware, die die entsprechende Software mitbringt. Hier seien Apples AirPort Express WLAN-Basisstationen und AppleTV genannt.
Beide kosten in ihrer aktuellen Version knappe 100 Euro - was mir für einen Test allerdings zu viel war.

Also sah ich mich bei eBay um, ob ich nicht auch eine ältere Version günstiger bekommen könnte.
Da ich aber anscheinend nicht der Einzige war, der auf diese Idee gekommen ist, sind die Preise auch für die älteren Versionen noch recht hoch. Ich habe gut 50 Auktionen beobachtet und selten ging so ein AirPort Express für deutlich unter 50 Euro weg.

Ich habe im Endeffekt mit Versand ca. 40 Euro für eine Basis der 2. Generation bezahlt.
Diese bietet die Möglichkeit Streaming-Daten per WLAN (bis 802.11 draft N) oder LAN zu empfangen und per TOSLINK oder anlog auszugeben. Meine inzwischen 20 Jahre alte Stereoanlage hat noch keinen digitalen Eingang, so dass ich hier auf die nach Analog gewandelten Daten zurückgreife, die über einen AUX-In Port zugespielt werden.

Von der Größe her entspricht die AirPort Express in etwa den Netzteilen der gleich alten Powerbooks (ca. 10 cm x 8 cm x 3 cm). Auch der Stecker ist der gleiche. So kann man das Gerät entweder direkt in einer Steckdose stecken oder aber an ein Kabel anschließen. Zur Not tut es dafür ein ganz normales Kabel mit Eurostecker und C7-Buchse.

Ist ein AirPlay-Empfänger (sei es nun Soft- oder Hardware), sichtbar, so zeigt sich in iTunes automatisch das entsprechende Symbol.

Man hat nun die Möglichkeit, für jeden Client die Lautstärke separat festzulegen. Das funktioniert sowohl am Rechner

als auch auf dem iPhone oder dem iPad.

 

Allerdings kann jeder Client immer nur von einem Server aus angesprochen werden - was ja auch sinnvoll ist: Man stelle sich vor, es würde von drei oder vier Geräten Musik gesendet und abgespielt...

Ob sich diese Art der Musikzuspielung bei uns in der Wohnung durchsetzen wird? Ich weiß es nicht - aber wenn nicht, so hielt sich der Aufwand in Grenzen und die Hardware kann anderweitig (nämlich z.B. als WLAN-Bridge oder Repeater) eingesetzt werden. Bei z.B. den Geräten von Sonos wäre das problematisch.