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Photoshop (CS5): RAW-Bearbeitung, Teil 2

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Einleitung

Dies ist nun der zweite Teil des Artikels, der sich mit dem Bearbeiten von RAW-Bildern in Photoshop CS5 befasst. Wurden im ersten Teil eher die Grundlagen behandelt, geht es in diesem Teil besonders um die speziellen Werkzeuge, die ACR zur Verfügung stellt.

Werkzeuge in ACR

In Adobe-Camera-RAW-Fenster gibt es links oben ein kleine Werkzeugleiste zur Bildbearbeitung.

ACR Werkzeuge

Von links nach rechts haben wir hier:

  • das Zoomwerkzeug zum Vergrößern und Verkleinern,
  • die Hand zum Bewegen des Bildausschnitts im Fenster,
  • eine Pipette zum Setzen des Referenzpunktes für den Weißabgleich,
  • eine Farbaufnahmepipette,
  • das Werkzeug "Selektive Anpassung",
  • das Beschneiden-Werkzeug,
  • ein Werkzeug zum horizontalen Ausrichten des Bildes,
  • das Werkzeug für die Bereichsreparatur,
  • ein Rote-Augen-Entfernen-Werkzeug,
  • den Korrekturpinsel und
  • das Verlaufswerkzeug.

ACR Selektive AnpassungBeginnen wir mit etwas Offensichtlichem, dem Werkzeug zum "Geradestellen". Das nebenstehende Bild ist ein guter Kandidat dafür.

An dem Sockel sieht man deutlich die waagrechte Kante - man zieht sie bei gewähltem Werkzeug einfach mit gedrückter Maustaste nach und schwupps wird das Bild - unter Beibehaltung des richtigen Seitenverhältnisses über eine Ausschnittswahl - "begradigt".

Aber der Dialog noch eines anderen Werkzeugs ist im Bild zu sehen: der der "Selektiven Anpassung". In ihm wähle ich, ob ich diese auf die "Parametrische Kurve" (im Bild auch rechts zu sehen), auf den "Farbton", die "Sättigung", die "Luminanz" oder die "Graustufen-Kanalanpassung" anwenden will. Dann klickt man einen - damit als Referenz festgelegten - Punkt im Bild an und kann dann eben die gewählte Eigenschaft über eine Mausbewegung mit gedrückter Maustaste beeinflussen. Ich kann hier vertikal oder horizontal vorgehen: "Hoch" bzw. "Rechts" bedeutet "mehr", "Runter" bzw. "Links" natürlich "weniger". Der Knackpunkt ist die Wahl der Referenz - wähle ich z.B. einen eher roten Punkt, würde z.B. die Sättigung nur diesen Farbton verändern. Wähle ich einen hellen Punkt (wie im Beispiel), verändert sich die "parametrische Kurve" nur im rechten, dem hellen Bereich.
Natürlich kann man dies alles auch anders erreichen, aber hier handelt es sich um ein sehr intuitives Werkzeug, das viele Freunde hat. Und: es erlaubt viele Veränderungen mit dem Einsatz nur eines Werkzeugs.

Das Rote-Augen-Entfernen-Werkzeug macht genau das, was man erwartet. Aktiviert man es, muss man einen kleinen Rahmen um eine rote Pupille ziehen. Unter Berücksichtigung (und Beibehaltung!) z.B. von Lichtreflexen im Auge wird dann das Rot enfernt. Das Werkzeug funktioniert hervorragend.

ACR BereichsreparaturDie Bereichsreparatur ist eine Technik, die in anderen Programmen mit "Klonen" oder "Heilen" benannt wird. In der linken Hälfte des Bildes hier sieht man das Original - ein Lichtreflex (Gegenlichtaufnahme) stört in dem Fensterrahmen. Beim Bereichsreparaturwerkzeug (in der rechten Bildhälfte angewandt)  wird der Zielbereich (rot) mit dem Inhalt eines wählbaren Quellereichs überschrieben (grün). Sowohl Ort als auch Größe des Quell- und Zielbereichs sind nach Anwahl des Werkzeugs frei bestimmbar. Das Werkzeug leistet mehr als ein einfaches "Überstempeln" - die Struktur des Zielbereichs wird mit berücksichtigt.

ACR vor KorrekturpinselDer Korrekturpinsel ist ein sehr mächtiges Werkzeug. Im ersten Schritt arbeitet er zweifach: Einmal legt er sozusagen eine Maske an, im zweiten bewirkt er eine Veränderung in dem ausgewählten Bereich. Folgende - per Regler in ihrer Stärke bestimmbare - Effekte kann ich auf den Korrekturpinsel legen: Belichtung Helligkeit, Kontrast, Sättigung, Klarheit, Bildschärfe und Farbe. Den Pinsel kann ich in seiner Größe bestimmen, ebenso eine wählbar große "weiche Kante" darum legen und schließlich zwei Parameter namens "Fluss" und "Dichte" variieren.

Korrekturpinsel angwendetMaske im KorrekturpinselLinks sehen sie oben das Originalbild, unten die mit dem Korrekturpinsel bereichsweise in der Belichtung aufgehellte Version.

Rechts ist das Aussehen einer erzeugten Maske dargestellt - welcher Effekt in welcher Stärke auf diesen Bereich angewandt werden soll, lässt sich auch jetzt noch (nachträglich) bestimmen und/oder verändern.
Angenehm ist, dass ich solche Masken sowohl erweitern (über "Hinzufügen"), ersetzen (über "Neu"), wie auch (über "Radieren") verkleinern kann.

CS5-Originalbild zu VerlaufsfilterDer Verlaufsfilter macht genau das, was sein Name auch vermuten lässt - und ist trotzdem sehr vielfältig. Betrachten wir einmal nebenstehendes Bild - es ist typisch für eine südeuropäische Kleinstadt in der Mittagszeit. Die eine Straßenseite ist weitgehend korrekt belichtet (darauf wurde die Belichtung auch eingestellt), die andere aber ist komplett "abgesoffen". Auch hier wäre eine Bearbeitung mit dem Korrekturpinsel natürlich möglich, aber der Helligkeitsverlauf legt das Verwenden dieses anderen Werkzeugs nah, da er von links unten (komplett dunkel) nach rechts oben (korrekt, hell) recht gleichmäßig vonstatten geht.

ACR-Verlaufsfilter angewandtAuch den Verlaufsfilter kann man auf verschiedene Parameter legen: Die Wahl von Belichtung, Helligkeit, Kontrast, Sättigung, Klarheit, Bildschärfe und Farbe ist möglich. Die gewählte Eigenschaft lässt sich dann über Regler auf einen Maximal- oder Minimalwert einstellen. Um den Verlaufsfilter anzuwenden, zieht man nun mit gedrückter linker Maustaste quasi eine Linie vom Beginn des Verlaufs (grüner Punkt) bis zu seinem gewünschten Endpunkt (rot markiert). Längs dieser Linie wird der Verlauf dann ausgehend vom Maximal- oder auch Minimalwert bis zum Originalwert angewandt. Das Bild rechts zeigt die Anwendung des Filters über die Belichtung (Erhöhung um 1,5 Blendenstufen) sowie das Ergebnis.

Über die anderen Werkzeuge muss man - last not least - nicht viel sagen. Das Zoomwerkzeug dient zum Anpassen der Darstellung, die Hand wie gewohnt zum Bewegen des Bildausschnitts im Fenster. Die beiden Pipetten haben folgende Wirkung: Die erste Pipette dient zum Setzen des Referenzpunktes für den Weißabgleich, der dann sofort automatisch geändert wird, und die zweite ist eine Farbaufnahmepipette, Sie funktioniert auch, wenn man sie mehrere Male nacheinander benutzt, und zeigt über dem Bild die RGB-Werte der angewählten Punkte an. Das Beschneiden-Werkzeug schließlich lässt den Benutzer einen Ausschnitt festlegen.

ACR 7.x-ReglerIm gerade (Mitte Mai 2012) neu erscheinenden Photoshop CS6 (und im schon länger auf dem Markt befindlichen Lightroom 4) hat Adobe einen neuen „Prozess“ (2012) eingeführt, und damit neue Regler entwickelt (das Bild zeigt noch einen Ausschnitt aus der letzten Beta-Version). Hier handelt es sich dann um Camera-RAW 7.x. Manche Bearbeitungsschritte sind dadurch tatsächlich noch intuitiver geworden - besonders hat mich der einfache "Trick" beeindruckt, alle Regler am Anfang in Mittelstellung aufzurufen, sodass man jederzeit sofort sieht, welcher von ihnen zur Bearbeitung benutzt wurde. Sie können durch Umschalten des Prozesses auf 2010 oder 2003 aber jederzeit auch wieder auf die die alten Regler zurück schalten.

Aber: "Shadows", "Whites" und "Blacks" wirken überzeugend! Wenn man es einmal so probiert hat, möchte man diese Einteilung wohl kaum wieder missen. Allerdings, das muss ich zugeben, ist es im Endeffekt nur eine kleine Änderung - der Kauf einer neuen Version wird dadurch wohl nicht motiviert.

Abschluss

Ach ja, hat man die RAW-Bearbeitung beendet, wird man mit einem Klick das Bild von ACR in den Photoshop direkt weitergeben. Dort kann man es dann (auf JPG-Ebene) weiterbearbeiten.