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Der virtuelle Löwe

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Kurz nachdem ich diesen Bericht über ein Mac OS X 10.7 "Lion" Testsystem auf einem USB-Stick fertig gestellt hatte, las ich in der c't, dass die aktuelle Version von Parallels Desktop für Mac OS es auch erlaube, OS X 10.7 als Gastsystem zu installieren.
Unter Parallels Desktop 6 und mit Apples OS X 10.6 ging das noch nicht - da hatte Apple die Finger drauf. Lediglich die Servervariante von OS X konnte auf eine VM installiert werden.

Die Installation von Parallels Desktop 7 läuft - inklusive automatischer Deinstallation der Vorgängerversion - problemlos. Nach Eingabe des Aktivierungscodes startet das Programm dann. Beim erstmaligen Öffnen einer alten VM dauert es ein wenig - die "Parallels Tools" werden aktualisiert.

Nun sollte es daran gehen, OS X 10.7 auf einer VM zu installieren. Nach einem Klick auf "Datei->Neu" öffnet sich der "Parallels Wizard" für die Konfiguration einer neuen virtuellen Maschine.

Wie man auf dem Screenshot sieht, kann man hier entweder ein neues System vom Installationsmedium erzeugen, einen "echten" Windows-Rechner virtualisieren oder aber eine vorhandene virtuelle Maschine konvertieren. Was mich allerdings störte: Da steht "WINDOWS" von DVD oder Imagedatei installieren.
Nun wusste ich ja, dass auch andere Betriebssysteme funktionieren sollen und klickte dieses Symbol trotzdem an. Nun kommt die Auswahl des Installationsmediums.
Da ich keine Lion-CD habe, musste ich das Installationsmedium aus dem Installationsprogramm rauskopieren. Unter OS X sind "Dateien" vom Typ ".app" eigentlich Verzeichnisse. Mittels Rechtsklick kann man im Kontextmenüs "Paketinhalt anzeigen" auswählen und sich den Inhalt des Verzeichnisses anschauen.
Leider kann der "Datei Öffnen"-Dialog, den der Parallels-Installer aufruft keine Kontextmenüs, so dass man das Image der Installations-DVD vorher aus der .app herauskopieren muss.

 

Nach Auswahl des Installationsmediums kann man dann festlegen, ob die VM nur für den aktuellen User oder für alle User des Systems zugänglich sein soll und auch eine weitere Konfiguration der "Hardware" kann vorgenommen werden.
Standardmäßig gibt Parallels eine CPU, 2GB RAM und eine 64GB Festplatte vor. Da sich all diese Einstellungen aber auch noch später ändern lassen, kann man sie jetzt getrost ignorieren.
 

 

Danach startet dann die Installation - und sorgt gleich wieder für Ungewohntes: Beim Start der VM erscheint kurzeitig das "BIOS" des virtuellen Rechners. Ein Anblick, der an einer OS-X-Maschine sehr eigenartig erscheint.

Die Installation von OS X Lion erfolgt auf der virtuellen Maschine genauso, wie auf einem reellen Rechner. So könnte man das System z.B. aus einem Time-Machine-Backup wiederherstellen. Der Menupunkt für die normale Installation heißt eigenartigerweise "Mac OS X erneut installieren".
Auf der VM geht die Installation deutlich flotter von statten als auf dem USB-Stick - die angegebenen 7 Minuten für die Vorabinstallation und die 20 Minuten Installationszeit wurden recht genau eingehalten.
Wie bei jeder anderen Installation von OS X könnte man zum Abschluss dann Benutzer- und Programmdaten übertragen. Dabei bietet OS X Lion die Möglichkeit, die Daten von einem anderen Mac, von einem Windows-PC oder von einem TimeMachine Volume zu importieren.
Der Import der Benutzers von meinem Macbook (unter 10.6.8 ) auf den virtuellen Löwen dauerte ca. 10 Minuten - allerdings handelte es ich dabei um eine sehr abgespeckte Version des Benutzerordnes ohne Dokumente oder Programme - ansonsten wären mehrere hundert Gigabyte zu übertragen gewesen...
Aber z.B. die Konfiguration von Apple Mail inklusive der Postfächer wurde problemlos von der alten auf die neue Version übernommen.

Die virtuelle Maschine mit dem "nackten" Lion hat direkt nach der Installation eine Größe von 10 GB - wovon der Löwenanteil (9,5GB) auf das Image der Festplatte entfällt.

Wie nicht anders zu erwarten, läuft das System in der VM deutlich schneller als die Variante vom Stick. Ein weiterer Vorteil ist, dass man nun direkt das Zusammenspiel mit anderen (virtuellen) Rechnern und Betriebssystemen testen kann. Ist das System vom Stick gebootet, geht das aus naheliegenden Gründen nicht.

Nun bleibt abzuwarten, ob dem Löwen nicht das gleiche Schicksal bereitet ist wie meiner Windows 7 Installation unter Parallels. Letztere wird nämlich kaum bis gar nicht genutzt. Hier kommt eigentlich immer die Windows XP VM zum Einsatz...

Über ein Jahr ist vergangen,

Über ein Jahr ist vergangen, seit ich diesen Artikel verfasst habe - die VM mit Lion ist zwischenzeitlich wegen Nichtbenutzens gelöscht worden.

Aber vergangene Woche kamen mir die hier zusammengefassten Informationen sehr gelegen: Um Apps für iOS Devices mit einer System-Version von 5.0 oder höher zu entwickeln, benötigt man eine Version von Apples xCode, die LION voraussetzt.

Da ich aber aus diversen Gründen auf dem iMac die letzte SnowLeopard Version behalten möchte, brauchte ich den virtuellen LION um mir dort die Entwicklungsumgebung aufzubauen Wink

Ciao

dirk