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Wii für Erwachsene - Die ersten Jahre (Teil 2)

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Eine Einleitung zum Thema findet sich in Teil 1. Am Ende dieses Artikels sollte der Leser einen guten Überblick haben, was in den letzten Jahren in diesem Bereich erschienen ist. Das nicht mehr ganz neue Jahr 2009 bringt gerade in den ersten Monaten erstaunlich viele vielversprechende Wii-Spiele für Erwachsene. Daher ist die nächste Übersicht für einen entsprechend späteren Zeitpunkt schon geplant – dann speziell über 2009.

No More Heroes

Diese Namen sagen schon einiges über den Stil des Spiels: Travis Touchdown lebt in der Stadt Santa Destroy und braust gerne mit seinem Motorrad „Schpeltiger“ durch die Gegend. Außerdem benutzt er gerne sein „Beam Katana“ (praktisch ein Laserschwert), dass er in einer Internet-Auktion erworben hat. Dadurch landet er auf Rang 11 der „United Assassinations Association“. Um Nummer 1 zu werden, nimmt er nun an organisierten Rangkämpfen gegen die Top 10 teil. Der Spieler steuert Travis recht frei durch die Stadt, nimmt Nebenjobs in Form von eher spaßfreien Minispielen sowie lukrativere und spannendere Tötungsaufträge an, um die Gebühr für den nächsten Rangkampf aufzubringen. Die 3D-Welt hat einen schrägen, aber erwachsenen Comicstil, der sich auch in Story und Dialogen (englisch mit deutschen Untertiteln) niederschlägt. Die meiste Zeit verbringt man mit Kämpfen gegen haufenweise Standardgegner und insgesamt zehn besonders starke und mit unterschiedlichen, abgefahrenen Persönlichkeiten versehene Endgegnern. Standardangriffe mit dem Schwert geschehen auf Knopfdruck, jeder Kampf endet aber mit einem Schwung der Wiimote, der den Todesstoß mit dem Schwert simuliert. Wrestling-Würfe funktionieren ähnlich, aber hier nimmt man noch das Nunchuk dazu. No More Heroes hat ein paar Probleme: Der Comicstil kann die schwache Technik nicht völlig kompensieren und das „Open World“-Konzept (freies Bewegen in der Spielwelt) ist nicht sehr gut umgesetzt. Der Humor und eigenwillige Stil des Spiels machen aber einiges wett, wenn man darauf steht. Und Travis ist einfach ein unheimlich cooler Typ. In der europäischen (wie der japanischen) Fassung, erschienen Anfang 2008 und freigegeben ab 16 Jahren, zerbröseln die Gegner in schwarze Partikel, die über den Bildschirm regnen, nur in der amerikanischen gibt es stattdessen rotes Blut. Ob das nun Zensur oder Stil ist, war schon Gegenstand einiger Diskussionen.

Okami

Hier haben wir es mit einem japanischen Action-Adventure im Stil der Zelda-Serie (s. unten) zu tun, außerdem mit einem weiteren Spiel, das schon vor einigen Jahren auf der Playstation 2 erschien, bevor es 2008 für Wii umgesetzt wurde. Die Geschichte von Okami orientiert sich an japanischer Mythologie. Man übernimmt die Rolle einer Sonnengöttin in Wolfsgestalt und muss das Land von Dämonen befreien. Im Laufe der beachtlichen Spielzeit entwickelt sich eine nette Story und eine bezaubernde Atmosphäre. Stück für Stück vertreibt man die böse Präsenz, bringt Bäume zum Blühen und hilft den menschlichen Bewohnern, präsentiert in einer Grafik, die durch eine Technologie namens Cel Shading aussieht wie ein Gemälde. Sprachausgabe gibt es allerdings keine, Gespräche finden nur durch Texteinblendungen statt. Kämpfe gegen Dämonen bleiben natürlich nicht aus, sind aber relativ selten und einfach zu absolvieren. Leider ist die Steuerung hier etwas hinderlich. Ein kurzer Schwung des Controllers löst einen Angriff aus, je nach Waffe ist das richtige Timing für Kombinationsangriffe aber schwierig. Viel besser funktioniert da das Auslösen von Spezialfähigkeiten mithilfe des Göttlichen Pinsels. Malt man bestimmte Symbole in die Spielwelt, wirkt man diverse Wunder, die die Umgebung beeinflussen oder Gegner schädigen. So ist bei der Wahl der richtigen Fähigkeit auch mal etwas Köpfchen gefragt. Es braucht aber teilweise auch Übung, bis das Gemalte richtig erkannt wird. Trotzdem wirkt dieses Feature wie für Wii gemacht und macht großen Spaß. Trotz der enthaltenen Kämpfe hat Okami einen eher friedlichen Grundton und ist ab 12 Jahren freigegeben.

Red Steel

Dieses Actionspiel von Ubisoft war im November 2006 einer der Starttitel im Wii-Lineup. Man übernimmt darin die Rolle des mit einer Japanerin verlobten Amerikaners Scott, der sich ungewollt mit der Yakuza anlegt. In der Ich-Perspektive lässt man meistens diverse Schusswaffen sprechen, zieht zwischendurch aber auch oft das Samuraischwert, mit dem man ehrenvolle Zweikämpfe austrägt. Die Steuerung in den Shooter-Sequenzen funktioniert insgesamt gut, wenn auch nicht perfekt. Nett ist zum Beispiel, dass man Handgranaten werfen oder rollen kann, je nachdem, welche Bewegung mit dem Nunchuk man ausführt. In den Schwertkämpfen kann man sich nicht frei bewegen, sondern lediglich Ausweichbewegungen zur Seite machen. Auch eine freie Ein-zu-eins-Umsetzung der Wiimote-Bewegungen auf die Klinge gibt es nicht. Man kann nur Schläge in vier Richtungen durchführen, sowie mit der Nebenwaffe abwehren (mit dem Nunchuk). Allerdings lassen sich diese Möglichkeiten zu besonders starken Spezialangriffen kombinieren, die man im Laufe des Spiels lernt. Die Handlung führt den Helden von Amerika nach Japan und zu einigen interessanten Schauplätzen. Die Atmosphäre erinnert an einen gelungenen Actionfilm. Dazu tragen auch die gute Grafik und deutsche Sprachausgabe bei. Eine Fortsetzung ist in Arbeit und könnte noch dieses Jahr erscheinen. Obwohl kein Blut zu sehen ist, vergab die USK keine Jugendfreigabe.

Resident Evil 4

Die Resident Evil-Serie geht zurück bis zur ersten Playstation. Teil 4 erschien überraschenderweise zuerst auf dem Nintendo Gamecube, wurde aber auch für PS2, PC und (im Jahr 2007) für Wii umgesetzt. Es handelt sich um Action-Adventures mit Horror-Szenario. Daran hat sich in Teil 4 nichts geändert, doch lässt er die Geschichte der Vorgänger um die Umbrella Corporation und ein Zombie-Virus größtenteils hinter sich. Stattdessen stößt Held Leon im Auftrag der US-Regierung auf ein Dorf in Spanien, dessen Bewohner von bösartigen Parasiten befallen sind. Das Ergebnis erinnert an den Horrorfilmklassiker Das Ding aus einer anderen Welt (The Thing): Anfangs sehen die Gegner noch wie normale Menschen aus, doch jeden Moment können tentakelartige Auswüchse aus ihren Körpern ausbrechen. Besonders mächtige Mutationen sorgen für abwechslungsreiche Bosskämpfe. Dass das nichts für schwache Nerven ist, dürfte klar sein. Mit Pixelblut und deftigen Schockeffekten wird nicht gespart. Die spannende Gruselatmosphäre bleibt aber intakt. Das Bewegungstempo ist eher langsam, mit gezogener Waffe kann sich Leon überhaupt nicht vom Fleck bewegen. Die langsam wankenden Dörfler lassen dem Spieler aber meist genug Zeit zum Zielen. Die Wiimote-Unterstützung ist den Entwicklern bei Capcom besonders gut gelungen. Die Einschränkungen zeigen, dass dies keine reine Ballerorgie ist, man muss häufig Wege finden, Türen zu öffnen und andere kleine Rätsel zu lösen. Mit dem Geld, das man unterwegs findet, kann man bei einem Händler Waffen kaufen und aufrüsten, womit eine taktische Komponente einfließt. Die Story entwickelt sich recht komplex, Gespräche finden wieder einmal auf englisch mit Untertiteln statt. Obwohl schon etwas älter, kann auch die Grafik überzeugen. Zweifellos zurecht hat Resident Evil 4 keine Jugendfreigabe.
Auf dem Gamecube erschienen übrigens auch ein Remake des ersten Teils sowie dessen Vorgeschichte Resident Evil 0. Für beide wurden kürzlich Wii-Umsetzungen angekündigt.

Resident Evil: Umbrella Chronicles

Dieser Ableger der Serie ist was man in der Spielhalle Lightgun-Shooter oder Rail-Shooter nennt, da man sich ohne Einflussmöglichkeit (wie auf Schienen) durch die Spielwelt bewegt und mit einer Waffen-Nachbildung alles abschießt, was einem entgegen kommt. Da es sich hier um eine Wii-Exklusiventwicklung handelt, nutzt man dazu natürlich die Wiimote. Ein weiterer Vorteil ist ein größerer Umfang und etwas mehr Komplexität als bei den üblichen Genre-Vertretern, die primär für Spielautomaten entwickelt werden. Wichtiges Feature ist natürlich der Zweispielermodus. Mit einem Freund macht das Wegpusten von haufenweise Zombies doch besonders viel Spaß. Viel mehr gibt es über das Spielprinzip eigentlich nicht zu sagen. Den Handlungsrahmen bieten die Resident Evil-Teile 0 bis 3, die Grafik ist ähnlich gut wie in RE4. Die Umbrella Chronicles sind in Deutschland nicht offiziell erschienen. Ein Nachfolger namens Darkside Chronicles befindet sich derzeit in Entwicklung.

The Legend of Zelda: Twilight Princess

Zelda ist eine der langlebigsten Serien von Nintendo, mit Ablegern auf allen ihren Konsolen. Twilight Princess erschien gleichzeitig als eines der letzten Gamecube-Spiele und Wii-Starttitel. Wie üblich schlüpft man in die Rolle des jungen Helden Link, der das Fantasy-Reich Hyrule und die Prinzessin Zelda vor bösen Mächten retten muss. Diesmal durchzieht dunkle Schattenmagie das Land, die Link vorübergehend in einen Wolf verwandelt. Statt mit Schwert und Schild kämpft man dann mit Klauen und Zähnen, auch sonst hat man in dieser Gestalt einige besondere Fähigkeiten. Ansonsten erinnert vieles an die Vorgänger auf früheren Systemen. Das Kampfsystem ist relativ simpel, statt auf Knopfdruck anzugreifen, schüttelt man die Wiimote und mit einigen Waffen wie der Steinschleuder benutzt man sie zum Zielen. Okami verwendet ein sehr ähnliches Spielprinzip, bei Zelda gibt es aber mehr Kämpfe und der Spielablauf ist stärker strukturiert; er wechselt ständig zwischen Erforschen der Oberwelt, wo auch die Handlung vorangetrieben wird, und insgesamt acht Dungeons. Dort gibt Kämpfe, Rätsel und jeweils einen neuen Ausrüstungsgegenstand, der zum Vorankommen nötig ist. Am Ende der Dungeons wartet immer ein Endgegner. Den gleichen Ablauf kennt man aus so ziemlich allen Teilen der Serie (und es sind einige), weswegen Twilight Princess nicht mehr ganz so frisch wirkt. Das von Nintendo gewohnte geniale Spieldesign ist aber auch hier zu spüren und somit gehört selbst ein leicht schwächelnder Ableger der Serie zu den besten Spielen für diese Konsole. Der eher märchenhafte Stil mit harmloser Gewaltdarstellung und Fantasiekreaturen als Gegnern führte zu einer USK-Freigabe ab 12 Jahren.

Einteilung in Seiten

Bei längeren Artikeln - wie diesem - kenne ich von anderen Online-Magazinen her eine Aufteilung in mehrere Seiten, um ein unschönes Scrolling der Seite nach unten (bei dem dann auch Menü und Navigation aus dem Blickfeld geraten) zu vermeiden. Wäre es nicht sinnvoll, dies auch für das UM Online zu realisieren?