<p><img class="float_left" alt="" width="128" height="128" src="/auge/files/u28/1_0.png" />Twitter, dieses seltsame Wort liest man in letzter Zeit h&auml;ufiger, in unterschiedlichen Zusammenh&auml;ngen. So wurde nach dem Amoklauf in Winnenden in den Tageszeitungen berichtet, dass die Berichterstattung dar&uuml;ber im Internet &uuml;ber Twitter durch Privatleute rasend schnell voran ging. Aber was bedeutet das?</p>
<h4>Was ist Twitter?</h4>
<p>&quot;Twitter ist ein soziales Netzwerk und ein auf einer Website oder mobil per Mobiltelefon gef&uuml;hrtes und meist &ouml;ffentlich einsehbares Tagebuch im Internet (Mikro-Blog).&quot; (Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Twitter">wikipedia</a>) Twitter gibt es seit M&auml;rz 2006. Drei Jahre, die in unserer schnelllebigen Zeit eine Ewigkeit sein k&ouml;nnen. Vorerst war Twitter ein firmeninterner Test der Firma Odeo in San Francisco. Kurze Zeit sp&auml;ter ging Twitter zur Firma Obvious &uuml;ber, die es im M&auml;rz 2007 als eigenst&auml;ndiges Unternehmen ausgliederte.</p>
<p>Seitdem hat es vor allem in den USA und in Japan nicht nur die Aufgabe, eigene Befindlichkeiten in 140 Zeichen in die Welt zu tragen. Doch dazu gleich mehr.</p>
<h4>Gezwitscher im Web</h4>
<p>&bdquo;Twitter&ldquo; bedeutet so viel wie &bdquo;Gezwitscher&ldquo;. Die einzelnen Beitr&auml;ge nennen sich &bdquo;Tweets&ldquo;, das ist die T&auml;tigkeit zum Gezwitscher: zwitschern. Wir kennen das Wort m&ouml;glicherweise von Tweety, dem kleinen gelben Kanarienvogel, der von der &bdquo;b&ouml;sen Miezekatze&ldquo; Sylvester durch zahllose Zeichentrickfilme gejagt wurde. Dem Namen entsprechend harmlos sind viele Beitr&auml;ge, die man auf <a href="http://twitter.com">http://twitter.com</a> lesen kann: &bdquo;Hmm, clubhouse breakfast. Good way to end the week.&ldquo; oder &bdquo;<font face="Arial Unicode MS">今天才知道原来朕有五天工龄假 </font>&quot; oder &bdquo;@<a href="http://twitter.com/jamr0ck">jamr0ck</a> Haha, very good &amp;_&amp;&ldquo;. Nichtssagend, nicht wahr?</p>
<p>Ich habe mich auch schon am 14. August 2007 bei Twitter angemeldet (konnte ich &uuml;ber <a href="http://whendidyoujointwitter.appspot.com/">http://whendidyoujointwitter.... recherchieren). Sa&szlig; dann vor solcherlei Nachrichten und dachte mir: &bdquo;Was soll das?&ldquo; Und warum sollte ich selbst in die Welt posaunen, dass ich Kaffee trinke, bei mir Freitag ist oder ich gerade einen Tweet schreibe? Sehr uninteressant. Also habe ich das erst einmal ruhen lassen. Bis ich vor wenigen Wochen wieder darauf gesto&szlig;en bin, als es hie&szlig; &bdquo;Wer twittert denn hier in der Runde?&ldquo; und eine Liste von Bekannten herumgegeben wurde. Was machen die da?</p>
<h4>Was soll das?</h4>
<p>Zuallererst versuchen sie, mit 140 Zeichen eine mehr oder weniger sinnvolle Nachricht zu schreiben. Die Restriktion resultiert daher, dass Twitter auch vom Handy aus nutzbar ist. Per SMS kann man n&auml;mlich immer und &uuml;berall Tweets schreiben. Empfangen lassen sie sich in einigen L&auml;ndern wiederum per SMS, in Deutschland allerdings nur mithilfe von dazuinstallierter Software.</p>
<p>So lassen sich schon einige Nutzungsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r Twitter erkennen. Wenn man z.B. innerhalb eines bestimmten Freundeskreises unterwegs vor Staus auf den Stra&szlig;en warnen will, oder Blitzanlagen &hellip; kann man das per Twitter ganz schnell erledigen. Oder Preisvergleiche von Produkten in diversen Superm&auml;rkten? Frisch vom Regal getwittert kommen die Informationen ins Internet und k&ouml;nnen von jedem abgerufen werden. Oder auch nur von einer bestimmten Benutzergruppe, auch das ist m&ouml;glich. Genauso eben wie Unfug und uninteressantes Zeug in die Welt zu posaunen. Millionen Menschen k&ouml;nnen nachlesen, dass man am 4. Juli 2008 um 14.32 Uhr einen Kaffee getrunken hat, wenn man es getwittert hat.</p>
<p>Die jugendlichen Twitterbenutzer nehmen Twitter schon l&auml;ngst, um sich zu verabreden, um Gedanken auszutauschen, Links oder Bilder.</p>
<h4>Wie geht es?</h4>
<p>Aber fangen wir doch einfach mal von vorne an: Unter <a href="http://twitter.com/">http://twitter.com/</a> besorgen wir uns einfach einen Account, oder um es auf Deutsch zu sagen: wir melden uns an. Die Twitter-Seite ist leider nur auf Englisch und Japanisch verf&uuml;gbar. Hier mag jeder selbst entscheiden, welche er aufrufen m&ouml;chte.</p>
<p>Die Anmeldung ist einfach und weitgehend anonym. Nur eine g&uuml;ltige E-Mailadresse muss vorhanden sein, die aber sp&auml;ter nirgends angezeigt und nur&nbsp;f&uuml;r Benachrichtigungen verwendet wird.</p>
<p>Im Lauf der Anmeldung kann man gleich nach Gleichgesinnten suchen: Wenn man Freunde und Bekannte mit Kontaktdaten aus bestimmten Netzwerken hat, kann man gleich nachschauen, ob sie auch bei Twitter sind. Und man kann auch gleich einer Menge Leute folgen (&bdquo;follow&ldquo;). Oder auch nicht, ich bevorzuge es, das erst einmal alles wegzuklicken.</p>
<p>Und schon ist man angemeldet und der Spa&szlig; kann beginnen. Die meisten Menschen werden jetzt wohl ihren ersten Tweet absetzen und auf die Frage &bdquo;Was machst du gerade?&ldquo;(&bdquo;What are you doing?&ldquo;) schreiben &bdquo;ich schreibe gerade meinen ersten Tweet&ldquo; oder &bdquo;ich teste Twitter&ldquo;. Nur zu, testen geh&ouml;rt auch dazu. Sekundenbruchteile sp&auml;ter wei&szlig; die ganze Welt, dass wir Twitter testen. Und uns ist es zum ersten Mal peinlich. (Eine Bilderfolge zum Erstkontakt mit Twitter findet sich unter http://picasaweb.google.com/mefistade/Twitter# )</p>
<p>Jeder Nutzer bekommt bei Twitter eine eigene Seite. Die kann ganz individuell nach den eigenen Vorstellungen gestaltet werden. Es k&ouml;nnen zum Beispiel verschiedene Farben ausgew&auml;hlt oder ein Hintergrundbild hochgeladen werden.</p>
<h4>Und dann ...?</h4>
<p>Spannend wird es aber erst, wenn man anderen beim Twittern zuschaut oder sich sogar Dialoge entwickeln. So k&ouml;nnen wir&nbsp;oben rechts in der Kommandozentrale auf &bdquo;Find People&ldquo; klicken und einfach einmal einen uns bekannten Namen eingeben. Wenn die Person twittern sollte, bekommen wir sie/ihn mit etwas Gl&uuml;ck angezeigt und k&ouml;nnen jetzt auf seine Seite klicken. Hier sehen wir jetzt seine letzten Tweets. Wenn uns interessiert, was unser neuer alter Bekannter zu sagen hat, klicken wir auf &bdquo;follow&ldquo; unter seinem Bildchen, dem sogenannten Avatar. Ab jetzt erscheinen immer alle seine Tweets zum Nachlesen auf unserer Twitter-Seite. Rechts in der Seitenleiste sind noch ganz viele Bildchen. Das sind die Kontakte, denen der momentan angezeigte Twitterbenutzer folgt. Mehr davon bekommt man unter &bdquo;following_profile&ldquo;. Hier zu st&ouml;bern ist der n&auml;chste Schritt. Ist dort vielleicht jemand dabei, den man kennt? Oder jemand, der interessant klingt? So kann man sich St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck die ersten Kontakte zusammenklicken. Und es wird nicht lange dauern und unter &bdquo;followers_profile&ldquo; werden andere Twitterer angezeigt, die den eigenen Tweets folgen.</p>
<p><strong>Wie man jetzt richtig twittert, was man alles beachten kann/muss/soll - hier sind ein paar Links zu Seiten, die den Einstieg erleichtern:</strong></p>
<ul>
<li>Der Artikel im Webwriting-Magazin beleuchtet noch einmal anschaulich, wie man sich f&uuml;hlt, wenn man mit Twitter Bekanntschaft macht, und warum man twittert, obwohl man es erst nicht wollte. http://www.webwriting-magazin.de/warum-twittern/</li>
<li>Auf der Zwitscherliste http://karrierebibel.de/zwitscherliste-&ndash;-uber-100-twitter-tipps-un... findet man nicht nur eine lange Liste an Werkzeugen, kurz beschrieben, sondern auch eine kurze Anleitung der Befehle, die man beim zwitschern verwenden kann.</li>
<li>Die Zwitscher-Etikette der Karrierebibel ist ein guter Leitfaden und sollte auch von erfahrenen Twitterern immer mal wieder besucht werden. http://karrierebibel.de/zwitscher-etikette-der-twitter-knigge/</li>
<li>Sehr spannend ist das Weblog von Klaus Eck, der &quot;PR Blogger&quot;. Klaus Eck ist Kommunikationsberater und Reputation Manager und ber&auml;t Unternehmen zu allen Fragen der Kommunikation, intern wie extern. Seine Blogbeitr&auml;ge und Tweets beleuchten moderne Kommunikationsformen mit dem Blick auf Marketingstrategien. http://klauseck.typepad.com/prblogger/</li>
</ul>
<h4>Pers&ouml;nliche Erfahrungen und Zwitscher-Ideen</h4>
<p>Vor cirka sechs Wochen habe ich nun also angefangen, in Twitter wieder einzusteigen. Und bin gepl&auml;ttet von den vielf&auml;ltigen M&ouml;glichkeiten. Erst einmal habe ich die mir bekannten Kontakte aus den Reihen der webgrrls herausgesucht (die einzigen, die ich anfangs hatte) und bin denjenigen gefolgt, deren Tweets mich am meisten angesprochen haben. Dann habe ich deren Kontakte durchgesehen. Mittlerweile verfolge ich eine langsam wachsende, noch &uuml;bersichtliche Anzahl an Kontakten, die mich oft mit f&uuml;r mich momentan interessanten Informationen und Links versorgen. Das Durchsehen der Tweets einmal t&auml;glich ist wie Zeitunglesen. Ich verwende <a href="http://www.echofon.com/twitter/firefox/">twitterfox</a>, ein Plugin f&uuml;r den Firefox-Browser, und da ich mehr als ein Profil bei Twitter pflege, habe ich nach langer Suche die Webseite http://de.splitweet.com/ als Zentrale f&uuml;r meine Accounts ausgew&auml;hlt. Eine eigens installierte Software setze ich momentan nicht mehr ein, ich twittere voll &uuml;bers Internet.</p>
<p>Der zuerst angezweifelte N&auml;hrwert von Twitter, f&uuml;r mich hat er sich schon ergeben: Zwar mehr nach dem Zufallprinzip als gezielt lasse ich mir in Splitweet Tweets anzeigen, die bestimmte Begriffe enthalten. Hier bin ich schon auf einige sehr interessante Dinge gesto&szlig;en, die sich tats&auml;chlich auch beruflich als n&uuml;tzlich erweisen k&ouml;nnten. Neue Trends und daraus resultierend neue Kontakte habe ich gefunden, deren Qualit&auml;t sich noch beweisen muss. Spannend ist das auf jeden Fall.</p>
<p>Twittern f&uuml;r den Verein - auch das kann ich mir mittlerweile gut vorstellen. Schlie&szlig;lich twittern die meisten nicht mehr nur sinnlos vor sich hin, sondern begeben sich gezielt auf die Suche nach Themen. So k&ouml;nnen Vereinsabende und Workshops beworben werden (sogar mit Anmeldung unter http://twtvite.com/), in kurzen S&auml;tzen Themen angerissen werden, die intern diskutiert werden (und somit Au&szlig;enstehenden Geschmack gemacht werden auf eine Mitgliedschaft). Werbung wird von der Twitter-Gemeinde toleriert, wenn sie mit einem gewissen Informationsgehalt gepaart ist.</p>
<p>Ob ich weiter dabei bleibe, wird sich zeigen. Im Moment bin ich jedenfalls begeistert. http://twitter.com/digilotta</p>

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Kommentare

Sehr einfühlsam, verständlich geschrieben daher auch meine Neugier erweckt. Nach den ersten durchlesen weis ich zumindest was Twittern ist. Könnte man es als eine "Blitznachricht, bis 140 Zeichen, round the World bezeichnen ?

Ja, Twitter ist genau das: eine Blitznachricht mit sofortiger weltweiter Verbreitung.

Hallo, ich muss auch sagen der Artikel ist sehr gut geschrieben. Mir war bisher auch nicht so ganz genau bekannt was Twitter für einen Nutzen hat. Aber nach diesem Artikel ist mir einiges viel klarar geworden, ich habe ja auch schon seit ein paar Monaten einen Twitter Account aber habe diesen nie so richtig genutzt, werde ich dann aber in der nächsten Zeit ändern. Danke für diesen Artikel. Gruß, Michael Welz (m7108)

Als kleine Ergänzung hier noch einmal ein sehr nettes Artikelchen, warum man eigentlich sowas völlig Unnützes wie twittern tut: http://www.business20.ch/2009/06/03/wissenswert-blog-carnival-nr-5-warum...

Martina Rüdiger (m7252)

Martina Rüdiger (m7252)