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Vorbemerkung

Adobe ist ja der Anbieter der "Platzhirsche" unter den Bildbearbeitungsprogrammen: Photoshop und Lightroom dominieren seit drei Jahrzehnten den Markt, in den erst in der letzten Zeit wieder Bewegung kam. Die Firma bietet auch (kostenlose) Apps für Smartphones und Tablets an, und um diese soll es in diesem Artikel gehen.

Apps

Um diese Apps geht es in den beiden UM-Artikeln:
- Adobe Photoshop Express: Fotoeditor-Collagefunktion
- Adobe Lightroom - Foto-Editor
- Adobe Photoshop Mix
- Adobe Photoshop Sketch
- Adobe Photoshop Fix (wird hier nur kurz behandelt)

Ich benutze diese Apps alle in der Android-Version, sie wurden aus dem Playstore heruntergeladen.
Noch ein Hinweis: Bei den meisten Apps muss man sich registrieren, um sie zu nutzen. Man erstellt dazu eine sogenannte Adobe-ID. Nun habe ich Photoshop und Lightroom abonniert, und deswegen natürlich diese schon vorhandene ID genutzt. Sofern ich es weiß, weise ich darauf hin, ob das die Nutzungsmöglichkeiten der Apps erweitert.

Im vorliegenden ersten Teil der Vorstellung soll es um Photoshop-Express sowie Photoshop-Fix gehen. Diese Apps sind im Hoch- sowie Querformat nutzbar - ich beschränke mich hier auf das Hochformat.

Adobe Photoshop Express

Der Hersteller wirbt mit einem immensen Feature-Pool für diese App. Folgendes soll sie ermöglichen: Perspektivkorrektur, Rauschen entfernen, Weichzeichnen, Rahmen und Texte hinzufügen, Filter und Effekte anwenden, Collagen erstellen, eine Bereichsreparatur, "Quick fixes" für viele Probleme und schließlich das Arbeiten mit Fotos aus vielen unterschiedlichen Quellen.

Schauen wir uns doch mal die beiden Hauptbereiche dieser App an.

Bildbearbeitung

Beim Start der App muss man natürlich erst einmal ein Foto zum Bearbeiten auswählen. In der Standardeinstellung steht oben im App-Fenster "Alle Fotos" und es werden die auf dem Gerät abgespeicherten Aufnahmen zur Auswahl angeboten. Tippt man jedoch auf "Alle Fotos", erscheint ein neuer Dialog, der einem mehrere Quellen anbietet: Kamera (hierunter sind dann auch andere Aufnahmeapps verborgen), Gerät, Lightroom, Creative Cloud sowie Bibliothek. 
Aus allen diesen Angeboten lädt man sich das gewünschte Bild.

PSE - Bearbeiten-OptionenErwähnenswert ist die obere Leiste im Fenster, die bei allen weiteren Punkten immer angezeigt wird (siehe Bild rechts) Von links nach rechts bedeuten die angezeigten Symbole: Bearbeitung abbrechen, Rückgängig, Wiederherstellen, Automatische Bildverbesserung, Zwischen dem Original- und dem bearbeiteten Bild umschalten und Angezeigtes Bild exportieren.

PSE-StandardbildPSE - Look anwendenStandardeinstellung beim Start der App ist das Anwenden von "Looks" auf das soeben ausgewählte Bild. Über 100 solcher Looks - mit durchaus phantasievollen Namen - sind schon vorhanden und werden einem - auch gruppiert - angeboten. Die nebenstehenden Bilder zeigen links ein aufgenommenes, unbearbeitetes Bild mit der darunter befindlichen Auswahlleiste für die Looks sowie rechts die Anwendung eines solchen Looks. Diese Looks haben im Allgemeinen dann auch einen Schieberegler, der den speziellen Effekt beeinflusst. Bei der "Vignette blau" wird hiermit die Größe der Vignettierungsellipse verändert.

Unterhalb der Look-Leiste sieht man aber noch weitere Symbole. Das erste, indem wir uns gerade noch befanden, soll wohl Farbgebung bedeuten und stellt die beschriebenen Looks zur Verfügung.

PSE-ÜberlagerungenPSE.-ZuschneidenDas nächste Symbol hat zur Zeit, in der dieser Artikel geschrieben wird, noch die zusätzliche Bezeichnung "Beta" und bietet schon recht massive Veränderungen des jeweiligen Fotos an. Hier können zum Beispiel Lichtreflexe, Regentropfen oder ähnliches in das Bild "eingebaut" werden. Ich würde das "doppelte Kreissymbol" demnach als Überlagerung benennen, denn jeder Effekt hat wieder seinen Schieberegler, der eigentlich - zum Beispiel bei den Regentropfen - die Stärke des eingemischten Bildes/Effekts regelt (siehe Bild links).

Auf der rechten Seite ist nun der Einstieg in den Zuschneiden-Bereich zu sehen. Unter dem Punkt Seitenverhältnis werden einmal alle möglichen Seitenverhältnisse angeboten; der letzten Punkt bietet dann aber auch eine eigene Wahl dafür an. Unter den Angeboten finden sich - neben vielen anderen - auch Facebook-, Twitter- und Pinterest-Formate. Wählt man ein Format aus, wird aber das Bild nicht gestaucht oder gestreckt, sondern es erscheint ein Rahmen im gewünschten Format, unter dem das Bild hin- und hergeschoben werden kann. Wie man sieht, können solche Rahmen  über die entsprechenden Anfasser auch in der Größe verändert werden.

PSE-PerspektivkorrekturDas ist aber bei weitem nicht alles, auch das Drehen, Spiegeln, Ausrichten sowie das (wunschweise automatische) Korrigieren von perspektivischen Verzerrungen - oft auch als Trapez-Korrektur bezeichnet - lässt sich in diesem Bereich vornehmen. Links sehen Sie die entsprechenden Kontrollelemente der Perspektivkorrektur als Beispiel.

PSE-ExportHat man eine Zuschneiden-Operation angewendet, muss man das Ergebnis exportieren - die entsprechende Schaltfläche sieht man im oberen rechten Bild rechts oben. Es erscheint ein "Dialog" wie das Bild rechts ihn zeigt. Man kann hier dem Bild noch ein (zum Beispiel aus den Vorgaben oder vorhandenen Bildern ausgewähltes) Wasserzeichen hinzufügen und natürlich das Ziel des Exports wählen. Nicht nur die "Galerie" (auf Samsung-Android-Geräten der Standardspeicherort für Fotos) wird angeboten, sondern auch diverse Übertragungen an andere Devices oder die Übergabe an eine andere (Adobe)-App.

Die JPG-Qualität beim Export wird, wie so vieles anderes, in den "Einstellungen" dieser App konfiguriert und kann nicht an dieser Stelle des Prozesses geändert werden.

Das nächste Symbol - ein paar Schieberegler - führt in den Bereich Korrekturen und Filter. Hier können die Belichtung, Kontrast, Farbintensität, Schärfe und ähnliche Parameter verändert werden. Unter dem Punkt Korrekturen findet man auch Filter wie "Dunst entfernen" oder "Farbrauschen reduzieren". Ebenso gibt es hier Bearbeitungsmöglichkeiten speziell für Weiß, Schwarz, Lichter und Schatten, Farbtemperatur, Dynamik, Sättigung und Tönung.
Der nächste Unterpunkt heißt Teiltonung. Hier lässt sich - grob gesagt - schwarz und weiß durch je eine andere Farbe ersetzen und so eine - in der Richtung einstellbare - neue Farbgebung erstellen.
Die nächsten beiden Unterpunkte heißen Weichzeichnen und Vignette - und erlauben genau dies in verschiedenen Versionen und Abstufungen.

Und weiter geht es in der Symbolleiste: Ein Pflaster führt in den Bereich "Schönheitsfehler beseitigen". Der übliche Schieberegler legt hier eine Bereichs- (=Kreis-)größe fest. Klickt man danach auf eine Stelle im Bild, wird diese durch einen neuen Inhalt, der aus der Umgebung generiert wird, ersetzt. Es ist eben dazu gedacht, zum Beispiel auf Portraits Hautunreinheiten verschwinden zu lassen.

In der Symbolleiste kommen wir nun zu einem Augensymbol, das zwei Optionen bietet: "Rote Augen" und "Tieraugen". Wählt man eine der Optionen an und klickt auf eine Stelle im Bild, wird sie nach diesen Gegebenheiten untersucht und der entsprechende Bereich umgefärbt. Einstellen kann man hier nichts.

PSE-Text einfügenDas nächste Bild in der Symbolleiste ist ein "T" und führt in den Textbereich. Wie nicht anders zu erwarten, lassen sich hier Texte bzw. Schrifttafeln mit wählbarem Inhalt sowie Stil, und unterschiedlicher Schrift, Farbe und Ausrichtung in ein ausgewähltes Bild einfügen.
Die "Anfasser" um den Text und die auswählbaren Punkte unter dem Bild zeigen, dass man ihn hier auf unterschiedliche Weise verändern kann.
Der Schieberegler schließlich legt die Transparenz des eingefügten Objekts fest.

PSE-StickerDas nächste Symbol zeigt ein Herz auf einem, Klebebild, es führt in den Bereich Sticker. Aufgeteilt in mehrere Bereiche wie Liebe, Blumen, Schmücken, Party, Abenteuer, Essen, Klassisch, Spritzer und Mehr werden hier unzählige kleine Bildchen angeboten, die sich in ein Bild einbauen lassen. Bei den "Spritzern" findet man auch solche Sticker wie Sprechblasen.
Eine sicherlich unsinnige Ansammlung von Stickern in einem Foto, die aber auch zeigt, dass man den gleichen Sticker mehrfach verwenden kann, zeigt das Bild auf der rechten Seite.

PSE-Rahmen und KantenDas letzte Element in der Symbolleiste führt uns in den Bereich Rahmen. In diesem gibt es hier den Unterpunkt "Einfach", der diverse Modifikationen wie Vignetten und einfache weiße Rahmen enthält.
Danach folgt der Unterpunkt "Kanten" - eine Anwendung von diesen zeigt das Bild links. Die Auswahl ist hier auf nur wenige Einträge beschränkt.
Anders im letzten Unterpunkt "Frames", der dann eine größere Auswahl von dünnen, dicken, farbigen oder Holz-imitierenden Rahmen beinhaltet.

Collagen

PSE-Collagen-SymbolDies ist der zweite Aspekt, zu dem man diese App einsetzen kann. Lässt man sich zu Anfang zum Beispiel alle aufgenommenen Fotos anzeigen, erscheint rechts unten meist ein bestimmtes blaues Symbol, das den Einstieg in die Collagen zeigen soll (siehe Bild rechts). Wählt man es an, erhalten alle Fotos links oben einen kleinen Kreis - klickt man ihn an, ist dieses Bild für eine Collage ausgewählt. Es erscheint dann links unten ein "Weiter"-Pfeil, den man am Ende des Auswahlvorgangs anklicken muss.

PSE-CollagenkonfigurationNun erscheint, wie das Bild links zeigt, ein Beispiel einer Collage. Auch hier gibt es wieder Unterpunkte - der erste dient zur Formatauswahl der erzeugten Collage - hier kann das Seitenverhältnis bestimmt werden.
Der zweite Punkt wirkt auf das Layout der Collage: Sollen alle Elemente gleich groß sein? Gibt es ein zentrales Element? In welcher Ausrichtung soll dieses dargestellt werden (horizontal/vertikal)? Wie ist die Position des größten Teilstücks? Dies sind alles Fragen, die sich damit beeinflussen lassen.
Ist ein Layout ausgewählt, gibt es auf der entsprechenden Schaltfläche ein kleines Pfeil-Symbol in einem blauen Kreis. Klickt man hierauf, tauschen sich die Positionen der ausgewählten Bilder in diesem Layout.
MiPSE-Collage mit Rahment dem Stift, dem dritten Symbol, eröffnet sich eine Palette von möglichen Bearbeitungen: Bilder können hinzugefügt, aus der Collage gelöscht oder gegen andere ausgetauscht werden. Auch ist eine nachträgliche Bearbeitung - mit allen ganz am Anfang dieses Artikels aufgezeigten Möglichkeiten - eines Collagenelements möglich.
Der letzte Unterpunkt, ein Rahmen, erlaubt die Erstellung und Modifikation eines solchen - aber nicht nur um die gesamte Collage, sondern zum Beispiel auch um die einzelnen Bildelemente. Im Bild rechts habe ich einmal den Eckenradius verändert.

Adobe Photoshop-Fix

Folgende Funktionen der App gibt Adobe an: Retuschieren: Gesichtsbezogenes verflüssigen, Reparieren und ausbessern, Glätten, Aufhellen und verdunkeln; Bearbeiten und Anpassen: Farbe, Malen, Anpassen, Defocus; Fakultative Übergabe an Photoshop CC auf dem Desktop.

APF_Beispielbild PortraitDer Startbildschirm bietet an, ein neues Projekt anzulegen, oder anhand von zwei Beispielbildern zu retuschieren: einmal "kreativ" und einmal "Potraitbezogen".
Schaut man sich das Bild links - mit dem Portraitbeispiel - einmal an, sieht man ähnliche Bedienungselemente wie in der Photoshop-Express-App. Beginnen wir oben gleich mit einem "neuen" Symbol: die übereinander liegenden Rauten symbolisieren Ebenen - das schauen wir uns nachher an. Daneben dann bekannte Symbole: Share zum Verteilen resp. Abspeichern, Rückgängig machen und Wiederherstellen sowie Vollbild.

Unten beginnt dann die Liste der Bearbeitungsmöglichkeiten: Zuschneiden, Anpassen, Verflüssigen, Reparatur, Glätten, Licht, Farbe, Malen, Unschärfe und Vignette sind die Anwahlpunkte - eine Menge an Möglichkeiten wird also geboten!
APF_VerflüssigenZuschneiden und Anpassen funktioniert analog zu Photoshop Express und soll also hier nicht noch einmal vorgestellt werden. Verflüssigen schauen wir uns einmal näher an. Klickt man diesen Punkt an, erscheint - wie gewohnt - ein Untermenü-Schirm, der hier gleich die Option "Gesicht" ausgewählt zeigt. Das Bild rechts stellt diesen Zustand dar. Das Anklicken einer der gezeigten kleinen Kreise eröffnet weitere APF_KinnBearbeitungsmöglichkeiten: es erscheinen auf dem Bild zum Beispiel zusätzliche Symbole mit Beschriftungen wie wie Kinn, Kiefer, Breite und ähnliches. Wähle ich Kinn an, erscheint ein Slider, der dann eben dieses Element verändern lässt. Links sehen Sie, wie dieser Slider das Kinn aus dem rechten Bild verändert hat.
Reparieren kennen wir auch schon aus dem Photoshop-Express, schauen wir uns also Glätten an. Hier kann man Bildteile, die durch Überstreichen markiert werden, glätten oder schärfen.

APF-EbenenDas ist nun der Moment, das Ebenensymbol zu erläutern: Wie man im Bild links oben sieht, hat es jetzt einen kleinen Pfeil nach unten hinzubekommen. Klickt man ihn an, erscheint ein Deckkraft-Regler, mit dem man die Stärke des angewendeten Effekts nachträglich regulieren kann: es wird quasi die Transparenz der oberen Effekt-Ebene hiermit geregelt.

Licht und Farbe arbeiten anders, als man vielleicht denkt: Bei Licht kann man "Aufhellen" und "Abdunkeln", bei Farbe "Sättigung +" und "Sättigung -" anwählen. Überstreicht man dann bestimmte Bildpartien, werden diese je nach der gewählten Einstellung modifiziert. Mit einem Klick auf den Haken rechts unten kann man die Änderung(en) übernehmen, mit dem "x" links unten verwerfen.

Die letzten drei Unterpunkte sind Malen, Unschärfe und Vignette. Während Unschärfe nach dem gleichen Prinzip wie zum Beispiel Glätten arbeitet, wählt man bei Vignette halt verschiedene Stile und Wirkungen einer Randabschattung aus. Malen ist etwas umfangreicher: Ich kann hier über einen Color-Auswahl-Dialog oder mit einer Pipette eine Farbe auswählen, die Größe, Härte und Deckkraft eines Pinsels bestimmen und dann in dem Bild malen. Auch hier gibt es den Ebenen-Dialog mit dem "globalen" Deckkraft-Regler, aber auch einen Schalter Mischen, der die nächste Operation in diesem Sinne betrifft.

Fazit

Die Apps sind ganz schön mächtig. Für viele Leute mag es Sinn machen, Fotos auf dem Handy zu bearbeiten - ich gehöre sicher nicht dazu. Sollte man es aber doch wollen oder müssen, bieten diese beiden Anwendungen kluge und durchdachte Werkzeuge hierfür. Die Konnektivität zu anderen Adobe-Anwendungen ist auf jeden Fall auch gut gelöst.

Links

Adobe-Hilfe zu Photoshop-Express