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Die eierlegende Woll-Milch-Sau - neues Musiksystem gesucht in Zeiten von Webradio, MP3 und Co...

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Eigentlich brauche ich keinen neuen Receiver - mein inzwischen 20 Jahre alter JVC tut noch prima und kann (fast) alles, was ich von ihm verlange... Eigentlich!

"Schon immer" habe ich einen Plattenspieler, ein (Doppel-)Tape-Deck und einen CD-Player angeschlossen.

Damit waren drei von vier Eingängen belegt.
Bleibt noch "Tape 2", der leider nicht direkt, sondern nur über eine Tastenkombination aufrufbar ist und dessen Aktivierung nicht durch ein dickes "Tape 2" im Display zu erkennen ist, wie bei den anderen Betriebsarten, sondern nur durch einen dezenten Schriftzug, der zusätzlich eingeblendet wird.
Insbesondere für die Nutzer, die nicht gerade diesen Beitrag verfassen, ist das u.U. schwierig zu erkennen...

Im Laufe der Zeit waren an "Tape 2" der Video-Rekorder (inzwischen ausgemustert), ein DVD-Player (ebenfalls ausgemustert) und ein DVD-Rekorder angeschlossen.

Wobei die Variante, den Ton des Fernsehers über die HIFI-Anlage laufen zu lassen, eher selten genutzt wurde - dies ist auch der Aufstellung der Möbel, des Fernsehers und der Boxen geschuldet.
So steht das Sofa zwar so, dass es mittig zwischen den Lautsprechern steht - doch steht der Fernseher rechts vom rechten Lautsprecher. Und es ist etwas eigenartig, wenn der Ton und das Bild nicht aus der gleichen Richtung kommen.

In letzter Zeit hat eine ältere AirportExpress-Basis Anschluss an "Tape 2" gefunden und so für den Einzug "der Moderne" in der Mediennutzung gesorgt.
Damit kann ich aus diversen im Heimnetz vorhandenen Geräten Musik per "Airplay" über die HiFi-Anlage abspielen.
Sei es vom iMac im Arbeitszimmer aus, vom Notebook meiner Frau im Wohnzimmer oder von diversen Mobiltelefonen und Tablets (aus dem Hause Apple).
Die Quelle der Musik auf diesen Geräten spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.
Vom Mac aus lässt sich Airplay aus iTunes heraus ansprechen. Dabei kann der Ton auch gleichzeitig auf mehreren Empfängern abgespielt werden. Also z.B. im Arbeitszimmer über die Lautsprecher des iMac (bzw. über die dort per USB-Audio-Karte angeschlossene Stereo-Anlage), in der Küche und im Wohnzimmer (jeweils über eine alte Airport-Express).
Vom iOS-Gerät aus kann man den Systemton via Airplay wiedergeben, also auch für Spiele oder Videos. Allerdings gilt das standardmäßig nur für einen Empfänger. Mehr dazu weiter unten.

Seitdem ich ein ausrangiertes iPhone meiner Tochter in der Nähe der Anlage in einem Dock platziert habe, kann ich auch über dieses auf Webradios zugreifen. Entweder über die Webseite des Senders oder ein Portal wie http://radio.garden. Wichtige d.h. oft gehörte Sender habe ich auch in iTunes bzw. iOS Musik hinterlegt.

D.h. von den Inhalten her kann nun eigentlich auf alles zugegriffen werden, was aktuell gehört wird. Eigentlich könnte ich mit dem Zustand zufrieden sein... Eigentlich!

Da der Mensch in der heutigen Konsum-Zeit aber angehalten wird, immer und immer wieder Neues zu kaufen um die Wirtschaft im Schwung zu halten und auch ich mich ab und an nicht des Verlangens enthalten kann, überlege ich von Zeit zu Zeit, ob und wie man das vorhandene System durch etwas neueres und (vermeintlich) besseres ersetzen könnte.

Nun gehören HiFi-Anlagen nicht unbedingt zu den Produktgruppen, denen man täglich in der Werbung der Mainstream-Medien begegnet. Im Gegensatz z.B. zu Fernsehgeräten oder Smartphones. D.h. der Wunsch nach etwas neuem entsteht eher unterschwellig und nicht wegen ständiger Berieselung.

Vor der Anschaffung sollte man sich sinnvoller Weise über den Bedarf klar werden.
Wie oben geschrieben habe ich einen Plattenspieler, ein Tape-Deck und einen CD-Player direkt am Receiver angeschlossen. Doch wie sieht es mit der Nutzung aus?

(UKW-)Radio dürfte bei mir die am meisten verwendete Quelle darstellen. Aktuell gefolgt vom Webradio, Audio-Streaming (sei es lokal aus der iTunes-Sammlung oder extern z.B. von Spotify) und Vinyl-Platten.
Wann ich die letzte CD direkt von CD gehört habe, weiß ich kaum noch - auch, da der Großteil der CD-Sammlung inzwischen auch in iTunes vorliegt und so die Notwendigkeit entfällt, die CD einzulegen. Trotzdem stehen immer noch CDs im Regal, die noch nicht übertragen wurden.
Bei Musiccassetten müsste ich sicher noch weiter zurück in die Vergangenheit gehen. Da existieren zwar noch diverse Mixtapes aus den vergangenen 40 Jahren. Dank der bei diesem Medium spürbaren Alterung ist deren Nutzen aber eher zweifelhaft.

Schaut man den Receiver-Markt heute an, fällt auf, dass sich die Geräte vom reinen Audio- zum AV (=AudioVideo)-Receiver weiterentwickelt haben.
Es gibt diverse Anschlüsse für HDMI, Composite-Video etc - dafür fallen bei den meisten Geräten dann einige der "Nur-Audio"-Anschlüsse weg. Besonders gern der Anschluss für den Plattenspieler.

D.h. bei einer Neuanschaffung hätte ich dann womöglich vier oder sechs Video-Quellen  mit Surroundsound - was ich alles nicht benötige - dafür fehlen die benötigten Audio-Eingänge...

Der einfachste Weg, sich über passende Geräte zu informieren, dürfte eine Preissuchmaschine mit entsprechend feiner Filterung sein. Geizhals.de bietet sich da an.
Dort werden 314 AV-Receiver aller Art geführt - Immerhin die Hälfte davon hat auch einen Plattenspieler-Eingang.
LAN und Bluetooth engen das Produktfeld nicht all zu sehr ein, es bleiben immer noch 125 Geräte. Internetradiofähig sind davon 114. Durch den Wunsch nach Airplay verlassen 12 weitere Modelle die Auswahl.

Eine heftige Einschränkung wäre die Forderung, dass der neue Receiver DAB+ können soll.
Das können dann nur noch 16. Angesichts der immer wieder im Raum stehenden Forderung, dass UKW abgeschafft werden soll, sollte man eigentlich meinen, dass das Angebot hier größer ist.

Interessanterweise wird das Angebot noch mal durch die Anpassung auf Deutschland als Lieferland eingeschränkt. Es verbleiben nun 6 Receiver - d.h. eigentlich nur 3, da es die 2 Onkyo- und den einen Yamaha-Receiver jeweils in silber und schwarz gibt...
Die Geräte, die durch die Abwahl österreichischer Händler raus fallen, sind übrigens alle ebenfalls von Yahmaha, liegen aber in einer Preisklasse, für die ich mir zwar einen Computer, nicht aber einen AV-Receiver kaufen würde: Deutlich über 1000 Euro. Die 3 verbleibenden liegen bei 510, 590 und 800 Euro.

Dabei ist das mittlere Modell ein AV-, die beiden anderen sind reine Audio-Receiver.

Also schaue ich mir das günstigste Modell, den Onkyo TX 8250 genauer an. Dankenswerterweise ist die Bedienungsanleitung als PDF im Web verfügbar.
Leider ist das Studium der Anleitung dann zumindest teilweise ernüchternd.
So ist DAB+ nur mit einem externen, per USB angeschlossenem Empfänger möglich - auch wenn dieser mitgeliefert wird, so ist das nicht das, was ich erwartet habe.

Dafür gibt es neben dem Phono-Eingang sechs weitere analoge Audio-Eingänge.
Die Bezeichnungen, die auch auf dem Display angezeigt werden, wenn der entsprechende Anschluss ausgewählt ist, sind zwar nicht unbedingt immer passend, aber wenn man weiß, dass an "GAME" der iPod hängt und an "SAT" das Tonband, sollte das kein all zu großes Problem darstellen.
Vier dieser analogen Anschlüsse teilen sich den Port mit digitalen Anschlüssen - und es gilt entweder oder.
Aber auch damit sollte man leben können.

Ein Punkt, den ich mir anders vorgestellt hatte - eventuell weil ich mich vorher nicht weiter mit dem Thema beschäftigt habe - ist die Nutzung von Internetradio.
Möglich ist mit dem TC 8250 ausschließlich die Nutzung von vier verschiedenen Streaming-Diensten: Von TuneIn Radio, Pandora, Deezer und TIDAL. Dabei wird in der Bedienungsanleitung ausdrücklich gesagt, dass es möglich sei, dass Funktionen über Firmware-Updates ergänzt oder Dienste von ihren Anbietern eingestellt werden, sodass die jeweiligen Netzwerkdienste zukünftig nicht mehr verfügbar sind.

Auf den ersten Blick sind zumindest drei der vier Anbieter kostenpflichtig - wenn man denn Musik ohne Werbung hören möchte. Ich wäre nun davon ausgegangen, dass man die URL eines Webradio-Senders eingeben kann um auf diesen zugreifen zu können. Dem ist aber nicht so.

Die Wiedergabe über Airplay, via Bluetooth bzw. vom USB-Stick entspricht dem, was ich erwartet habe, genauso wie der Empfang von "echtem" Radio, sei es nun UKW oder DAB+.

An im Netz gespeicherte Medieninhalte, die per Streaming bereitgestellt werden, hat der Onkyo wieder besondere Ansprüche.
Auf dem Medienserver muss der Windows Media Player 11 oder 12 installiert sein. Es können nur Dateien wiedergegeben werden, die im Media Player registriert sind. Der auf meinem freeNAS laufende PLEXMediaServer wird nicht unterstützt.

Beim Yamaha R-N803D ist der DAB+ Empfänger eingebaut; das darf aber nicht der einzige Grund für die fast 300 Euro Preisunterschied sein.
Ein weiterer Pluspunkt für den R-N803D ist die Möglichkeit, nicht nur per Windows Media Player gestreamte Medien wiedergeben, sondern auch auf DLNA-Server zugreifen zu können.
Wie komfortabel das umgesetzt ist, kann ich leider nicht wirklich beurteilen. Die Bilder in der Bedienungsanleitung lassen vermuten, dass die Steuerung per Tablet oder Smartphone viel bequemer ist.

Leider schweigt sich die Anleitung auch über Details beim Internetradio-Empfang aus. Immerhin steht dort nichts von einem Dienst, den man zusätzlich benötigen würde. Aber auch hier wird entweder intern oder übers Internet auf eine Liste von Radiostationen zugegriffen. Eine freie Eingabe scheint nicht möglich. Immerhin lässt sich eine Favoritenliste erstellen.

Für Airplay, Bluetooth und USB gilt das gleiche, wie für den Onkyo. Zusätzlich kann der Yamaha in ein MusicCast System eingebunden werden um Musik in verschiedene Räume zu verteilen.

Auch bei den Systemeinstellungen ist der Yamaha flexibler. So lassen sich unterschiedlichen Quellen unterschiedliche Standardlautstärken zuordnen, es besteht die Möglichkeit, die Impedanz der angeschlossenen Lautsprecher zu erfassen und die Firmware über die Internetverbindung aktualisieren zu lassen.

Alles in allem bin ich mir aber nach der Recherche nicht sicher, ob ein neuer Receiver für mich eine Verbesserung bedeutet:
Der Zugriff auf Webradio via Smartphone-App oder Webbrowser (http://radio.garden) ist flexibler. Der Zugriff auf den Medienserver ist ebenfalls komfortabler und für die Wiedergabe der iTunes Mediathek brauche ich sowieso das Smartphone.

Fazit: So lange der vorhandene Receiver noch funktioniert, darf er erst mal bleiben. Und wenn was kaputt geht, kann man es vielleicht mit wenig Aufwand reparieren.

So wie letzte Woche bei meinem (quarzgesteuerten) Dual-Plattenspieler: Der nervte mich schon relativ lange damit, dass er nach kurzer Abspieldauer (meist noch im ersten Lied der Platte) den Tonarm anhob.

Eine kurze Suche bei Google brachte als Ergebnis, dass das entweder an einer nicht (mehr) ausreichend geschmierten Motorachse oder aber an zwei altersschwachen Kondensatoren liegen könnte. Also Achse geschmiert und Kondensatoren getauscht - und er dreht wieder wie neu...