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Der O2-Surfstick - ein Praxistest

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Im letzten Urlaub war ich in der Lage (und gezwungen), über einen USB-UMTS-Stick mit meinem Laptop ins Internet zu gehen. Zu Testzwecken stand mir ein O2-Prepaid-Stick zur Verfügung.

Die Software des Sticks installierte sich nach dem Einstecken selbsttätig - sie ist auf dem Stick abgelegt. Für eigene Datenspeicherzwecke besitzt der Stick einen Steckplatz für Micro-SD-Karten - es wird aber keine mitgeliefert.

Einstieg

Das hörte sich ja gut an - frohgemut legte ich also los: SIM-Karte einlegen, Software installieren, lossurfen: Pustekuchen - "es kann keine Verbindung aufgebaut werden" hieß die Fehlermeldung, eine Fehlernummer wurde mitgeliefert. Nun, die mitgelieferte Software besitzt eine Hilfefunktion - prima, dachte ich, bis ich merkte, dass diese ihre Informationen aus dem Internet holen wollte. Also: nichts mit der Hilfe.
Aber: Es gibt ja immerhin noch eine Hotline - leider stimmte die auf der mitgelieferten Dokumentation abgedruckte Nummer nicht (um das zu erfahren, verbrachte ich 5 - 6 Minuten in einer Warteschleife). Dort erfuhr ich die Nummer der Prepaid-Kunden-Hotline - und kam sofort durch. Tja, der Stick war per Post zugeschickt worden - und ohne Aufnahme einer Adresse und Personalausweis-Nummer geht da in Deutschland gar nichts. Nachdem ich alle Daten weitergegeben hatte und - weisungsgemäß - 5 Minuten gewartet hatte, gelang eine Verbindungsaufnahme dann sofort. Das Guthaben kann man über eine einzugebende Codezahl freischalten. Dies geht auch, ohne dass man schon per Tarif angemeldet ist.
Der Stick ist ein Modell von ZTE, MF 190, weiß, hat leider keinen Anschluss für eine externe Antenne.

Welches sind denn so die Kriterien für einen USB-Stick bzw. Provider und Vertrag?

Es gibt ja durchaus viele Sticks mit ganz unterschiedlichen Konditionen auf dem Markt! Welches ist denn der "richtige" Stick für mich? Nun, als erstes sollte das verwendete Betriebsystem unterstützt werden (der O2-Stick unterstützt von Haus aus Windows ab 2000 (in der neuesten Version der Treibersoftware nur noch ab XP!) und diverse OS/X-Versionen, wohl ab 10.4, in der neueren Version ab 10.4.9). Bei Windows ist das im Allgemeinen sicher kein Problem. Zu  anderen ist die maximale Übertragungsrate beachtenswert. Wünschenswert sind grundsätzlich 7,2 MB/s als maximale Downloadgeschwindigkeit  - dies sollte der Stick hardwareseitig beherrschen. Dass dies vom Provider unter Umständen gedrosselt wird, ist eine andere Sache. Je nach Einsatzort ist eine hohe Abdeckung der Landkarte mit "schnellen" Zugängen wünschenswert. (Hier liegt E-Plus momentan wohl auf dem letzten Platz - viele "Billig"-Anbieter wie zum Beispiel ALDi bieten Sticks im E-Plus-Netz an.) Verschiedene mögliche Vertragsvarianten, auch wenn wir hier einen Prepaid-Stick betrachten, sind sicher auch wichtig: Was kostet eine Tages-, Wochen- oder Monatsflatrate? Gilt die Tagesflatrate 24 Stunden ab Aktivierung oder jeweils von 0 - 24 Uhr? Welches Datenübertragungsvolumen ist enthalten? Was passiert, wenn das Freivolumen erreicht wurde? Abschaltung oder weiterer, dann verlangsamter (geschwindigkeitsgedrosselter) Zugriff?

Dies alles sind Kriterien, die für verschiedene Personen durchaus unterschiedliche Gewichtung haben können. Erstaunlich ist, dass Tarife im gleichen Netz je nach Anbieter durchaus stark unterschiedlich sein können. So zum Beispiel bei Vopdaphone, wo bei vielen (eigenen) Tarifen nach Verbrauchen des Inklusiv-Volumens eine Abschaltung (oder Erneuerung) des Vertrags bzw. Zugangs vorgenommen wird. Bei dem O2-Stick - wie bei vielen anderen auch - kann ich auch danach noch online bleiben, aber die Geschwindigkeit wird etwa auf die alte "Modem-Geschwindigkeit" gedrosselt.

Ein Tages- sowie ein Monatspaket bieten sicher alle Anbieter an- wenn aber Bedarf nach einem "Stunden-", "3-Stunden-", "12-Stunden" oder "Wochen-Paket" besteht, muss man sich näher umschauen.

Benutzung

Will man den Stick benutzen, muss man die Verbindungssoftware (siehe Bild) starten. Sie kann aber auch immer aktiv bleiben, denn sie lässt einem jederzeit die Wahl zwischen der Nutzung eines WLANS und des Sticks.

Wie man sieht, gibt es außer dem Info-Bereich links noch einige Kommunikationsfähigkeiten (Schaltflächen rechts) - so kann man "Packs" buchen, SMS empfangen (und verschicken), sein Guthaben abfragen usw. Oben in der Mitte verbirgt sich hinter der Angabe des "Freivolumens" ( was übrigens immer vom 1. eines Monats an rechnet, auch wenn man zum Beispiel am 20. des Vormonats sein Monatspaket gebucht hat, also dann falsche Werte anzeigt, wenn man dies nicht korrigiert) eine Schaltfläche, welche eine Verbrauchsstatistik anzeigt. Wie das Bild unten zeigt, wird sowohl die verbrauchte Datenmenge in dieser Sitzung und seit dem 1. des Monats sowie ein Überblick über die Verbindungsgeschwindigkeiten geboten.

In der Monatsübersicht bekäme man sein gesamtes Datenvolumen monatsweise als Balkendiagramm angezeigt.

Ist der Stick in Benutzung, zeigt er über die Farbe der LED den Verbindungstyp an. Grob gesagt (es gibt noch "Feinheiten"), bedeutet das:

  • Grün, blinkend: Registrierung bei einem GPRS-, GSM-, oder EDGE-Netzwerk
  • Grün, leuchtend: Verbindung über ein GPRS-Netzwerk
  • Blau, blinkend: Registrierung bei einem UMTS-, WCDMA- oder HSDPA-Netzwerk
  • Blau, leuchtend: Verbindung über ein UMTS-Netzwerk
  • Blau-Grün leuchtend: Verbindung über ein HSPDA-Netzwerk

Geschwindigkeit und Tarife

Je nach zur Verfügung stehender Technologie kann die Surfgeschwindigkeit sehr unterschiedlich sein. Grundsätzlich werden die folgenden Tarife von O2 angeboten:

  • Tages-Flat, für gelegentliches Surfen, Abrechnung pro Kalendertag, Highspeed-Volumen 1 GB inklusive bis zu 7,2 Mbit/s, ab 1 GB bis zu 64 kbit/s, Packpreis 3,50 € pro Tag; oder:
  • Monats-Flat M, "für gelegentliches Surfen", bis zu 3,6 Mbit/s 1 GB inklusive, ab 1 GB bis zu 64 kbit/s,  15,00 € pro Monat; oder:
  • Monats-Flat L, "für intensives Surfen", bis zu 7,2 Mbit/s 5GB inclusive, ab 5 GB bis zu 64 kbit/s, 25,00 €/Monat; oder:
  • Monats-Flat XL, "für regelmäßiges Surfen" bis zu 14,4 Mbit/s 7,5 GB inclusive,  35,00 €/Monat.

Der Stick beherrscht HS(U)DPA mit bis zu 7,2 MBit/s für den Download und 5,76 Mbit/s für den Upload. Diese Geschwindigkeiten stehen jedoch nur bei UMTS-Anbindung zur Verfügung. Kann der Stick eine solche Verbindung aufbauen, zeigt er dies in der Software mit 3.5G+ an. Natürlich kann man aber auch bei entsprechender Verfügbarkeit (nur) mit GPRS und EDGE surfen. Mit GPRS können bis zu 173 kBit/s und mit EDGE bis zu 471 kBit/s erreicht werden. Dies sind aber maximal erreichbare Werte. In der Praxis wird man bei EDGE überwiegend so mit 30 bis 200 kBit/s unterwegs sein. (Zur Erinnerung: die schnellsten Modems lagen bei 56 kBit/s, ISDN bei 64 kBits/s pro Kanal.) Die Geschwindigkeit hängt sozusagen von der Netzauslastung ab und ist nicht garantiert. Man surft über bis zu 8 "Slots" gleichzeitig. und erhält Bandbreite nur, wenn sie beim Telefonieren "übrig" bleibt. Hat man einmal eine sehr langsame Verbindung (kann über EDGE anscheinend durchaus mal passieren), kann es helfen, sich ab- und wieder anzumelden.

Etwas aber hat mich erstaunt: Bucht man ein Monatspaket, muss man es kündigen, sonst verlängert es sich automatisch um den nächsten Monat - aber nur, wenn auch noch genug Guthaben vorhanden ist, was wiederum eine gute Möglichkeit bietet, der automatischen Verlängerung aus dem Weg zu gehen.

Fazit

Der Stick gefällt mir gut! In den (selteneren) Fällen, in denen einem kein WLAN zur Verfügung steht, bietet er eine zuverlässige Methode der Internetnutzung. Der Tagespreis scheint etwas hoch zu sein, auch wären mir "24h" deutlich lieber als die 0-24-Uhr-Gestaltung. Der Monatspreis aber im Zusammenhang mit der da zur Verfügung stehenden Datenmenge von 1GB ist attraktiv! Smartphone-Benutzer zahlen oft genau soviel und haben nur ein Freivolumen von 500 oder gar 300 MB. "Normales" Surfen von etwa 30 Minuten "kostet" einen 20-25MB. Schaltet man die Windows-Updates aus, kommt man also mit dieser Datenmenge schon über einen Monat - wenn man seine E-Mails liest, in ein paar Foren und einigen News-Seiten unterwegs ist. Nach zwei Jahren kann man das SIM-Lock wegschalten lassen und dann auch die SIM-Karten anderer Anbieter nutzen. Wem es gefällt, der könnte dann als Kartenjongleur auftreten und an jedem Ort die Entscheidung für einen bestimmten Tarif und Provider neu treffen.

Und - ach ja - bei jeder Aufladung über mindestens 15,- € gibt es einen Code für die Teilnahme an einer Verlosung bei O2. Man gewinnt hier wohl immer - mal 20 Frei-SMS, mal einen Code für einen Tag kostenloses Surfen, oder sogar eine Reise.

Wir werden den Stick mal auf den Frankfurter RG-Treffen einsetzen - das hohe Freivolumen eines "Tages-Packs" ist für unsere immer wieder versuchte Online-Übertragungen ein attraktiver Aspekt.