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Webbaukästen im Test - Teil 1

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Sicher hat jeder schon einmal die Werbung von 1&1 für ihre Do-It-Yourself-Homepage gesehen. Angeblich entstehen damit in Minutenschnelle Webseiten, die professionellen Ansprüchen genügen und ein Unternehmen erfolgreich ins Internet bringen. Bei solch vollmundigen Versprechungen wurden wir natürlich neugierig und haben uns verschiedene dieser Webbaukästen einmal näher angeschaut, um zu sehen, was man da so für sein Geld eigentlich bekommt und wie einfach es ist, damit eine eigene Webseite aufzubauen.

Für Selberbastler

Es gibt zahlreiche Anbieter dieser Webbaukästen. 1&1 dürfte sie allerdings aufgrund der aufwändigen Werbekampagne ein gutes Stück stärker in die Aufmerksamkeit von Internetbesuchern gerückt haben, als dies bisher der Fall war. Die Funktionsweise der Baukästen ist im Prinzip immer gleich: Auf Seiten des Anbieters läuft eine Art Content Management System (CMS), das die Inhalte, die ein Kunde auf seiner Seite darstellen will, speichert. Im Gegensatz zu normalen CMSen muss sich der Benutzer hier aber nicht mit der Konfiguration von Datenbanken oder der zum Teil aufwändigen Administration des Systems auseinandersetzen. Seine Arbeit beschränkt sich im Wesentlichen auf das Erstellen von Menüpunkten, Seiten und Artikeln. Jede Seite enthält Platzhalter für Artikel, die man dort anzeigen lassen kann. Über die Menüsteuerung werden die einzelnen Seiten angesurft, wie bei jeder Webseite. Neben dieser Grundfunktionalität bieten alle Anbieter verschiedene Zusatzmodule an, mit denen man beispielsweise einen Shop betreiben oder Bildergalerien, Blogs oder ein Forum umsetzen kann. Teilweise bieten die Firmen ihre Dienste dauerhaft kostenlos an - blenden dann aber Werbung auf der Kundenwebseite ein – oder ermöglichen zumindest einen zeitlich begrenzten kostenlosen Test. Getestet haben wir die Webbaukästen der Anbieter Jimdo, nPage, Webnode und 1&1.

Jimdo

Den Webbaukasten von Jimdo gibt es in drei Versionen: Die kostenlose Jimdo free, bei der jedoch Werbung von Jimdo eingeblendet wird, sowie die kostenpflichtigen Pakete "Pro" (5 € pro Monat) und "Business" (15 € pro Monat). Letztere sind nicht nur werbefrei sondern enthalten noch verschiedene zusätzliche Funktionen, wie z.B. einen Newsletter, eine eigene Domain und E-Mail-Accounts und -Weiterleitungen. Zum Ausprobieren reicht das kostenlose Paket aber erst einmal aus. Dazu meldet man sich einfach auf der Startseite von Jimdo mit seiner Mailadresse an. Da das kostenlose Paket keine eigene Domain enthält, sondern nur eine Subdomain der Form meine-domain.jimdo.com, muss man für "meine-domain" noch einen Begriff wählen, der bisher noch nicht verwendet wurde. Hat man die Anmeldung erfolgreich erledigt, erhält man kurz darauf eine Bestätigungs-E-Mail und kann seine eigenen Jimdo-Seite einrichten.

Dazu wählt man aus einer großen Auswahl vorgefertigter Templates eines, das einem gefällt und ändert dann ggf. die Farben. Durch die Vielzahl vorgefertigter Layouts dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Will man sein eigenes Template haben, kann man teilweise den HTML-Code anpassen. Ohne profunde HTML-Kenntnisse ist das allerdings zum Scheitern verurteilt. Aber Sinn und Zweck des Baukastens ist ja auch, dass man ohne HTML-/CSS-Kenntnisse schnell zu einer schönen Seite kommt.

Übersicht verfügbarer Layouts in Jimdo

Nun kann man daran gehen die Navigation anzulegen und damit die Seitenstruktur einzurichten. Das geht sehr einfach. Sobald man mit der Maus über einen vorhandenen Menüpunkt geht, erscheint ein Button "Navigation bearbeiten". Ein Klick hierauf öffnet den Menübaum und man kann neue Menüpunkte anlegen.

Menüstruktur in Jimdo bearbeitenMehrstufige Menüs sind hierbei möglich. Allerdings klappen diese nicht oben auf, sondern erscheinen in der Seitenleiste wenn man den übergeordneten Menüpunkt anklickt. Mit jedem Menüpunkt ist automatisch eine neue Seite verknüpft, der man dann Inhaltselemente hinzufügen kann. Dazu klickt man auf der entsprechenden Seite einfach auf den Button "Element hinzufügen" und man erhält eine Auswahl aller Elementtypen, die zur Verfügung stehen. Dabei muss man beachten, dass eine Überschrift ein eigener Elementtyp ist. Um als einen Artikel einzubauen, muss man mindestens eine Überschrift und ein Textfeld anlegen. Daneben sind auch Textfelder mit Bild, Tabellen, Dateidownloads, Bildergalerien, GoogleMaps und viele weitere Elemente möglich. Insgesamt ist diese Methode recht einfach und intuitiv bedienbar und auch ein unerfahrener Benutzer kann recht schnell Inhalte auf seiner Webseite einstellen. Kaputt machen kann man dabei kaum etwas, denn die Inhaltetypen sind sehr eingeschränkt in ihrer Funktionalität. Beispiel Bild mit Text: Die Positionierung von Bildern ist nur eingeschränkt möglich (oben links oder rechts) und es kann nur ein Bild eingebunden werden. Der Jimdo-Baukasten liefert übrigens bei der Generierung der Seiten recht ordentlichen, validen Code.

Nun zu den Nachteilen (nicht nur) dieses Webbaukastens. Als erstes fiel mir auf, dass die Seite zeitweise sehr langsam war. Manchmal muss ich bis zu 10 Sekunden warten, bis ein Eintrag geändert wurde und die Seite neu aufgebaut war. Möglicherweise ist das nur bei den kostenlosen Paketen der Fall, aber das konnte ich nicht überprüfen. Will man eine Webseite mit vielen Seiten und Inhalten erstellen, wird die Sache sehr schnell unübersichtlich, den es gibt keine zentrale Inhalteverwaltung. Man muss immer die Seite aufrufen, auf der man etwas ändern will. Noch schlimmer wird es, wenn man gar eine mehrsprachige Webseite betreiben will - was durchaus möglich ist. Weiterhin fehlen Funktionen für ein zeitgesteuertes Veröffentlichen bzw. Zurückziehen von Beiträgen. Ebenso fehlt ein Papierkorb, einmal gelöschte Inhalte sind weg - besonders unangenehm ist das, da es auch keine Backup-Funktion gibt. Auch eine Userverwaltung sucht man vergeblich, aber das lässt sich wohl verschmerzen, denn i.d.R. werden kleinere Webseiten ohnehin nur von einem User betreut. Dafür gibt es aber die Möglichkeit Bereiche durch ein Passwort zu schützen

Der Shop ist nicht schlecht gemacht und ebenfalls sehr einfach in der Bedienung. Größere Artikelmengen wird man damit aber nicht verwalten wollen. Bei mehr als zwei Dutzend Artikeln wird es einfach zu unübersichtlich.

Das Blog ist nach meiner Einschätzung völlig unbrauchbar und sehr umständlich in der Bedienung. Einen Blogeintrag kann man wie alle anderen Inhaltstypen erstellen und z.B. als Text, Text mit Bild, oder nur Bild anlegen. Um einen Teaser zu erstellen, muss man diesen aber ebenfalls als weiteres Inhaltselement anlegen. Zu guter Letzt erscheinen dann alle Blogbeiträge untereinander auf einer Seite - ohne jede Seitennavigation. Damit produziert Jimdo schon nach ein paar Dutzend Blogeinträgen unsägliche Bandwurmseiten. Wer ernsthaft ein Blog betreiben will, sollte tunlichst die Finger von Jimdo lassen und sich einen Wordpress-Blog zulegen.

Unangenehm ist auch das fehlen einer eigenen Suchfunktion. Wer eine Seitensuche haben will, muss die Google-Suche einbinden (http://www.google.com/webelements/#!/custom-search). Das hat erhebliche Nachteile: Erstmal muss Google die Webseite überhaupt indiziert haben. Gleich nach dem Einstellen der Inhalte oder Einbinden der Google-Suche geht da erstmal gar nix. Außerdem erscheinen oberhalb der Suchergebnisse Google-Anzeigen. Gerade auf einer geschäftlichen Webseite will das wohl eher nicht haben - vor allem, wenn dann dort Anzeigen der Konkurrenz erscheinen.

Fazit Jimdo

Wer keine Ahnung von HTML hat und eine eigene Website für die private Nutzung einrichten möchte, ist gar nicht schlecht mit Jimdo bedient. Für kleine Firmen oder Freiberufler ist das u.U. auch geeignet, wenn man seine Inhalte nicht allzu oft ändern will und nicht ständig neue Inhalte einstellen muss. Mehr als 20 - 30 Seiten sollte man damit aber nicht verwalten wollen, sonst steigt der Verwaltungs- und Suchaufwand doch recht schnell in schmerzliche Regionen. Auch der Shop ist eher nicht geeignet, um eine größere Zahl von Artikeln anzubieten. Das Preismodell mit der Umsatzbeteiligung ist  nur für den (preiswerten) Einstieg geeignet. Sobald der Shop einigermaßen läuft, sollte man auf die Festpreisversion (15€ pro Monat) wechseln. Und spätestens wenn Community-Funktionen, wie ein Forum oder Blog gefordert sind, muss man klar sagen: Finger weg! Dann sollte man sich eher ein Wordpress oder Drupal einrichten lassen. Das kostet zwar erstmal mehr, rentiert sich aber durch die eingesparte Arbeitszeit im Laufe der Zeit.

1&1 Do-it-yourself Homepage

Übrigens: Die 1&1 Do-it-yourself Homepage basiert nach Angaben von Jimdo auf einer älteren Jimdo-Version http://de.jimdo.com/2011/03/09/wir-waren-jung-und-brauchten-das-geld/

Fortsetzung folgt

Soweit der erste Einblick. Im demnächst folgenden zweiten Teil werden die Anbieter Webnode und nPage betrachtet. Derweil stehen unten schon einmal alle Links zu den vorgestellten Webbaukästen.

Jimdo: http://de.jimdo.com/

1&1 Do-it-yourself Homepage: http://hosting.1und1.de/homepage

Webnode: http://de.webnode.com

nPage: http://www.npage.de