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Die Flach-PCs kommen: Archos 7 Home Tablet

Druckversion

Um unterwegs Bücher zu lesen, ist ein Smartphone denkbar ungeeignet. Einen großen Notebook mag ich aber auch nicht immer mitnehmen. Und so blieb als Alternative entweder die Anschaffung eines Netbooks oder eines eBook-Readers. Vielversprechend und preislich attraktiv erschien mir da der OYO. Nach ausgiebigen Tests habe ich mich dann aber dagegen entschieden. Die Gründe kann man in dem Testbericht zum OYO nachlesen. Da fiel mir der Android-Tablett-PC Archos 7 HT ins Auge. Die technischen Daten lasen sich interessant und preislich lag er in der Region des OYOs. Also habe ich ihn bei Amazon bestellt. 

Der erste Kontakt mit dem Archos 7 war enttäuschend: auspacken, einschalten - geht nicht. Okay, das Handbuch - wenn man das winzige Heftchen mit noch winzigeren Buchstaben so nennen möchte - schreibt auch, dass man das Gerät vor dem ersten Einschalten aufladen muss. Also erstmal den Flunder-PC an die Steckdose gehängt. Das mitgelieferte Netzteil hat, wie öfter in letzter Zeit, verschiedene Adapter für verschiedene europäische Anschlüsse. Das ist auf Reisen schon praktisch, denn man muss nur den Adapter wechseln, was eine Sache von Sekunden ist.

Nachdem das Gerät auch nach 16-stündigem Aufladen keinen Mucks von sich gab und sich nicht einschalten ließ, weitete ich den Test auf den Rücksendeservice von Amazon aus. Der ist übrigens vorbildlich und angenehm einfach. Man geht auf die Website www.amazon.de/ruecknahmegarantie, loggt sich ein, wählt den Artikel aus seiner Bestellung aus, den man zurücksenden will und bekommt alle notwendigen Unterlagen als PDF zum Ausdrucken. Einfach das Rücksendeetikett aufkleben und das Päckchen zur Post bringen - das war's, und die Rücksendekosten übernimmt Amazon.

Lieferumfang des Archos 7 Home Tablet

Installation

Die Installation des Archos 7 beschränkt sich im Grunde auf das Eingeben der Zugangsdaten für den heimischen WLAN-Zugang. Ohne diesen kann man das Gerät zwar auch benutzen, aber es stehen natürlich keine Funktionen zur Verfügung, die auf das Internet zugreifen müssen. Ansonsten sollte man noch einen Blick auf Datum und Uhrzeit werfen - die stimmten bei meinem Gerät nämlich nicht - und dann kann man schon loslegen. Einige Apps sind vorinstalliert und so kann man sofort Musik hören, Videos angucken, Fotos betrachten, E-Mails lesen oder im Internet surfen. PDF-Dateien kann man dagegen nicht anschauen und auch ein eBook-Reader ist nicht installiert. Aber im Gegensatz zum OYO ist man beim Archos nicht auf die vorinstallierten Anwendungen angewiesen, sondern kann sich im großen Angebot an Android-Apps bedienen.

Erste Schritte

Genau wie bei Windows gilt auch bei Android: Nicht jede Anwendung läuft auf jeder Version. Auf dem Archos ist die Android-Version 1.5 installiert. Damit laufen Apps nicht, die bereits die Version 2.x voraussetzen. Leider ist dies z.B. bei der Acrobat-App von Adobe der Fall. Um also PDFs lesen zu können - eine Anwendung, die mir besonders wichtig ist - muss man auf alternative Viewer ausweichen. Die gibt es zum Glück und nach dem Installieren von PDF-Viewer ließen sich auch PDF-Dateien öffnen. So problemlos wie am PC-Bildschirm ist das Lesen zwar auch mit dem Archos nicht, insgesamt ist er aber schneller und problemloser als der OYO. Dateien bekommt man übrigens kinderleicht auf den Archos. Dazu stöpselt man einfach das mitgelieferte USB-Kabel ein und schließt ihn an einen freien USB-Anschluss am PC an. Der Archos fragt nun, ob der Zugriff zugelassen werden soll. Bejaht man dies, erscheint im Windows-Explorer des PCs der Archos als Speichermedium und man kann beliebige Dateien rüberkopieren. Manche Anwendungen erwarten die Daten in bestimmten Ordnern bzw. Unterordnern. Das sollte man vorher prüfen, sonst wundert man sich, dass nichts erscheint. Also schaufelte ich erstmal diverse Musik- und Videodateien, sowie Bilder und eBooks in den unterschiedlichsten Formaten rüber.

Als erstes testete ich den Videoplayer. Der ist einfach in der Bedienung und spielt mit den vorinstallierten Codecs die wichtigsten Formate ab (siehe technische Daten unten). Die Bildqualität hat mir sehr gut gefallen. Die Größe des Bildschirms ist besonders für 16:9-Formate geeignet, aber auch 4:3-Aufnahmen lassen sich gut anschauen. Gerade für unterwegs ist das eine feine Sache. Die Tonqualität der eingebauten Lautsprecher ist Mittelmaß. Aber in der Regel wird man sowieso ein Headset benutzen, so dass dieses Manko nicht weiter ins Gewicht fällt. Nachdem ich das Headset angeschlossen hatte, das ich auch für den OYO-Test benutzt hatte, wurde der Sound deutlich besser. Dazu trug auch bei, dass der Player einen Equalizer mit verschiedenen vordefinierten Profilen bietet. Genau wie beim OYO gilt auch hier: für Hörbücher uneingeschränkt geeignet. Und auch die maximale Lautstärke ist ausreichend, so dass man auch bei lauter Umgebung alles gut hören kann. Tadellos auch der Bildbetrachter. Er unterstützt die gängigsten Formate und hier kann der Archos natürlich gegenüber dem OYO dank seines farbigen Displays punkten. Auch die Verarbeitungszeit ist wesentlich schneller, selbst bei einer größeren Zahl von hoch auflösenden Bilddateien kam die Anzeige der Thumbnails nach sehr kurzer Wartezeit.

Der Archos verfügt außerdem über ein eingebautes Mikrofon, so dass man ihn auch als Diktiergerät benutzen kann - zumindest theoretisch, denn die Aufnahmequalität und vor allem -lautstärke sind miserabel. Das ist bestenfalls ein Notbehelf, zumal die App auch nicht gerade komfortabel ist.

Ein weiteres praktisches Detail ist die integrierte Stütze. Damit kann man den Archos aufstellen und muss ihn beim Videos Schauen nicht ständig festhalten. Der Winkel ist allerdings nicht optimal - besser wären drei oder vier verschiedene Positionen zum Einrasten.

Was mir schon nach kurzer Testzeit angenehm auffiel: Der Touchscreen lässt sich gut bedienen - sehr viel besser als beim OYO. Nicht nur, dass sich die virtuellen Tasten leichter treffen lassen, auch die Reaktionszeit ist angenehm schnell. Und selbst im Webbrowser ließen sich kleine, eng beieinander stehende Links noch auswählen. Beim OYO hatte ich im Online-Shop mit deutlich größeren Knöpfen Schwierigkeiten.

Der mitgelieferte Webbrowser ist ausreichend und ermöglicht durchaus auch den Besuch von Websites, die nicht für Mobilgeräte ausgelegt sind. Mit einem Fingerwisch scrollt man den Bildschirmausschnitt. Das geht sehr zügig. Spaß macht das Surfen damit natürlich nicht, aber es ist allemal besser als auf den viel kleineren Displays von Smart-Phones oder dem langsam reagierenden OYO.

Anwendungen

Nachdem ich die vorinstallierten Anwendungen ausprobiert hatte, war es an der Zeit, das Angebot an Android-Apps in Augenschein zu nehmen. Leider hat der Archos keinen Zugang zu Googles Android-Marketplace. Das ist ärgerlich, aber es gibt alternative Quellen, über die man die Apps auf den PC herunterladen kann. Anschließend kopiert man sie über das USB-Kabel auf den Archos und installiert sie dort.

Startbildschirm des Archos7

Archos 7 als eBook-Reader?

Ich wollte ja in erster Linie einen eBook-Reader haben. Und so lag mein Hauptaugenmerk auf den verschiedenen Reader-Programmen. Für PDF-Dateien habe ich die App PDF-Viewer installiert. Die funktioniert recht ordentlich und zeigte die getesteten PDFs klaglos an. Da das Display des Archos kleiner ist als das des OYO, kann man eBooks und PDFs eigentlich nur im Querformat lesen. Bei einer Höhe von nur 480 Pixel muss man häufiger Blättern, aber das geht dafür sehr flott. Das Ergebnis kommt aber nicht an den Sony eBook-Reader PRS-650 heran, den ich auf dem letzten RG-Treffen in Frankfurt testen durfte. Allerdings ist dieser mit ca. 280 € auch fast doppelt so teuer wie der Archos oder der OYO. Für andere eBook-Formate hab ich den FBReader und Aldiko installiert. Beide sind einfach in der Handhabung und es bleibt kaum ein Formatewunsch offen. Die Nachrüstbarkeit von Software-Apps war dann - neben dem Farb-Display und der Möglichkeit Videos anschauen zu können - der Grund, weshalb meine Wahl auf den Archos 7 gefallen ist. Das großzügige 30-tägige Rückgaberecht von Amazon brauchte ich daher nicht.

Was gibt es noch?

Das Softwareangebot für Android ist schon beeindruckend groß. Da der Zugriff auf den Android Market Place verwehrt ist und der Archos mit einer älteren Android-Version läuft, ist es etwas mühsamer an Apps zu kommen. Bei meinen Tests lief dann ca. ein Drittel der Programme nicht. Trotzdem gibt es genug zu entdecken. Eine Wecker-App ersetzt z.B. den Reisewecker und für Kurzweil sorgen diverse Spiele wie Tetris, Pacman, Minesweeper u.v.m.

Fazit

Als eBook-Reader macht der Archos 7 im Vergleich zum OYO gar keine schlechte Figur. Das Display ist zwar kleiner als beim OYO und hat eine geringere Auflösung (800x480 statt 800x600) und ist damit schlecht geeignet, um ein eBook hochkant zu lesen. Aber die Breite von 800px reicht völlig aus. Gegen einen guten eBook-Reader wie den Sony PRS-650 kommt er natürlich nicht an. Als MP3- oder Videoplayer macht er eine sehr gute Figur. Da man außerdem Apps nachinstallieren kann, ist der Archos ein vielseitiger Begleiter auf Reisen - nicht nur als eBook-Reader. Das Surfen im Internet ist bei so einem kleinen Display natürlich mühsam, geht aber durchaus. Die gegenüber dem OYO sehr viel kürzere Akkulaufzeit - Musik hören soll über 40 Stunden und Videos anschauen bis 7 Stunden gehen - lässt sich da durchaus verkraften. Das Lesen ist nicht ganz so ermüdungsfrei wie beim OYO, dafür geht es aber auch bei schlechtem Umgebungslicht. Und wem die schwarze Schrift auf weißem Grund nicht gefällt, der kann bei den meisten Readern auf den "Nacht-Modus" umschalten, dann hat man weiße Schrift auf schwarzem Grund. Der Archos ist recht handlich und passt sogar noch in die Jackentasche. Mit (gewogenen) 407 g Gewicht ist er deutlich schwerer als der OYO, aber man kann ihn trotzdem problemlos längere Zeit halten.

Links

Homepage der Firma Archos (mehrsprachig): http://www.archos.com/
Android-Software zum Download ohne Android-Browser (englisch): http://www.freewarelovers.com/android

Preis: ca. 139 € (bei amazon.de)

 

Technische Daten

Interner Massenspeicher
• Flash Memory: 8 GB
• Erweiterbar durch Micro SDHC Slot
Betriebssytem
• Linux, ANDROID 1.5 application framework
Bildschirm
• Hochauflösender Touchscreen mit virtueller Tastatur, 800x480 Pixel, 7'' TFT LCD, 16 Million Farben
Video-Wiedergabe
• H.264 bis zu 720p Auflösung - 30 fps / 2.5 Mbps.
• MPEG-4 - 30 fps / 2.5 Mbps.
• Realvideo bis zu 720p Auflösung - 30 fps / 2.5 Mbps
Mit den oben genannten Codecs kann das Gerät Video-Dateien mit folgenden Erweiterungen spielen: .avi, .mp4, .mkv, .mov und .flv
Audiowiedergabe
• MP3, WMA (nicht geschützt), WAV, APE, OGG, FLAC, AAC
Fotobetrachter
• JPEG, BMP, GIF
Interfaces
• USB 2.0 Slave: Mass Storage Class (MSC)
• USB 2.0 Host: Mass Storage Class (MSC) - Schließen Sie einen Massenspeicher oder Tastatur und Maus an (Adapter Micro B / A separat erhältlich).
• Micro SDHC-Karte
Kommunikations-Protokolle
• WiFi (802.11 b/g)
Sonstiges
• 2 eingebaute Lautsprecher
• Eingebauter Standfuß
• Eingebautes Mikrofon
Stromquelle
• Intern: Lithium Polymer Akku
• Extern: Steckernetzteil
Akkulaufzeit
• Musik-Wiedergabe: bis 42 Stunden
• Video-Wiedergabe: bis 7 Stunden
Abmessungen & Gewicht
• 203 mm x 107 mm x 12 mm – 388 g
Kompatibilität
• Microsoft Windows XP, Vista, 7 oder höcher, Mac OS oder Linux in Mass Storage Mode
Lieferumfang
• ARCHOS 7 Home Tablet, Kopfhörer, Standard USB Kabel (micro B/A), Power Adapter, User Guide, Handbuch und Sicherheitshinweise.

Bildschirmauflösung

Die Bildschirmauflösung entspricht lt. meiner Tabelle mit um 36% geringerem Pixelabstand als beim Standard des 15"-TFT-Monitors mit 1024x768 Pixeln einem 15-Zöller (4:3) mit 1600x1200 Pixeln (etwa Thinkpad TP 43p) und damit noch etwas weniger als bei Standard-Netbooks (-28%). Der Eindruck "vor Ort" war aber ok. Wäre mal interessant zu testen, was der Schirm bei hellem Tageslich (Sonne von hinten) noch erkennen läßt.